Vorsorge

AHV-Beiträge für Nichterwerbstätige 2027

Kurz beantwortet: Wer kein Erwerbseinkommen hat, zahlt bis zum Referenzalter trotzdem AHV/IV/EO-Beiträge – ab 2027 mindestens CHF 541 pro Jahr (2026: CHF 530) und höchstens CHF 27’050. Massgebend ist das Vermögen plus das Zwanzigfache des jährlichen Renteneinkommens. Betroffen sind vor allem Frühpensionierte, Studierende und Personen in einer Auszeit.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Oktober 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Wer als nichterwerbstätig gilt

Kurz: Nichterwerbstätig ist, wer kein oder nur ein sehr geringes Erwerbseinkommen hat – zum Beispiel Frühpensionierte, Studierende ab dem 1. Januar nach dem 20. Geburtstag, Personen in einem Sabbatical, Hausfrauen und Hausmänner ohne beitragspflichtigen Ehepartner oder Bezüger von IV-Renten ohne Erwerbstätigkeit.

Auch wer arbeitet, aber nur wenig verdient, kann als Nichterwerbstätiger eingestuft werden, wenn die Beiträge aus dem Erwerb nicht mindestens die Hälfte des Beitrags als Nichterwerbstätiger erreichen. Die Ausgleichskasse prüft das jährlich anhand der Steuerdaten.

  • Frühpensionierte bis zum Referenzalter
  • Studierende ab 21, Auszeit, Sabbatical
  • Wer weniger als den halben NE-Beitrag aus Erwerb zahlt

So wird der Beitrag berechnet

Grundlage ist das Vermögen gemäss Steuerveranlagung plus das Zwanzigfache des jährlichen Renteneinkommens (etwa PK-Rente, ausländische Renten, Unterhaltsbeiträge). Daraus ergibt sich nach einer Tabelle der Jahresbeitrag. Bei Verheirateten wird die Hälfte des gemeinsamen Vermögens und Renteneinkommens angerechnet.

Grundlage (Vermögen + 20 × Rente)Beitrag pro Jahr (Richtwert 2027)
unter rund CHF 350'000Mindestbeitrag CHF 541
CHF 1 Mio.rund CHF 1'500–2'000
CHF 3 Mio.rund CHF 5'000–6'000
ab rund CHF 9 Mio.Höchstbeitrag CHF 27’050

Die genauen Stufen stehen in der Beitragstabelle der AHV. Der Höchstbeitrag entspricht dem 50-Fachen des Mindestbeitrags (2026: CHF 26’500).

Wann du keine eigenen Beiträge zahlen musst

Nicht erwerbstätige Ehepartner und eingetragene Partner gelten als versichert, wenn der erwerbstätige Partner mindestens den doppelten Mindestbeitrag bezahlt – ab 2027 also CHF 1’082 pro Jahr. Das erreicht fast jede Person mit einem normalen Lohn. Für Frühpensionierte mit einem noch arbeitenden Partner fällt die Beitragspflicht deshalb oft weg.

Achtung: Diese Befreiung endet, wenn der erwerbstätige Partner selbst in Pension geht. Dann muss der jüngere, nicht erwerbstätige Partner bis zu seinem eigenen Referenzalter wieder Beiträge zahlen.

Rechenbeispiel Frühpensionierung

Herr B. lässt sich mit 62 frühpensionieren. Er bezieht eine Pensionskassenrente von CHF 30'000 pro Jahr und hat CHF 600'000 Vermögen. Die Grundlage für den AHV-Beitrag beträgt also CHF 600'000 plus 20 × 30'000 = CHF 1,2 Mio. Daraus ergibt sich ein Jahresbeitrag von rund CHF 2'000 – drei Jahre lang, bis 65.

Hätte er statt der Rente das Kapital bezogen, würde das Kapital zum Vermögen zählen und den Beitrag ähnlich erhöhen. Ein Kapitalbezug kurz vor dem Referenzalter verändert die Beitragsgrundlage deshalb kaum zu seinen Gunsten. Ist seine Frau noch erwerbstätig und zahlt sie genug Beiträge, entfällt seine Pflicht ganz.

Warum sich die Anmeldung lohnt

Wer keine Beiträge zahlt, riskiert eine Beitragslücke – und jedes fehlende Jahr kürzt die Rente lebenslang um rund ein Vierundvierzigstel. Nachzahlen lässt sich nur fünf Jahre zurück, mit Verzugszinsen. Studierende und Personen im Sabbatical sollten sich deshalb aktiv bei der Ausgleichskasse ihres Wohnkantons melden.

Die Ausgleichskasse stellt provisorische Akontorechnungen, die später anhand der Steuerveranlagung korrigiert werden. Plane eine Reserve für Nachforderungen ein, besonders in den ersten Jahren nach der Pensionierung, wenn sich das Vermögen durch Kapitalbezüge verändert.

In BudgetHub legst du 3a-Dauerauftrag, PK-Einkauf und Sparziele als Planposten an und siehst im Vermögensverlauf, wie deine Vorsorge Jahr für Jahr wächst.

Der Koordinationsabzug bei Teilzeit

Die Pensionskasse versichert nur den Lohnteil über dem Koordinationsabzug – und der ist ein fixer Betrag. Bei kleinem Pensum frisst er einen viel grösseren Anteil weg als bei einem vollen.

Prüfenswert ist, ob die eigene Kasse den Abzug anteilig zum Pensum kürzt. Immer mehr tun das, und der Unterschied ist über eine Erwerbsbiografie erheblich.

AHV-Lücken früh erkennen

Jedes fehlende Beitragsjahr kürzt die Rente um rund 2,3 Prozent, dauerhaft. Nachzahlen lässt sich nur fünf Jahre rückwirkend – wer eine ältere Lücke entdeckt, kann nichts mehr tun.

Der Kontoauszug ist bei der Ausgleichskasse kostenlos erhältlich. Ihn alle fünf Jahre zu prüfen ist kein willkürlicher Rhythmus, sondern genau die Frist, innerhalb derer eine Lücke noch schliessbar ist.

Die grosse Säule 3a für Selbstständige

Wer keiner Pensionskasse angehört, darf 20 Prozent des Erwerbseinkommens einzahlen – bis zu einer deutlich höheren Obergrenze als bei Angestellten.

Das ist bei Selbstständigen oft das wichtigste Vorsorgeinstrument überhaupt, weil die zweite Säule fehlt.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der AHV-Mindestbeitrag 2027?+

CHF 541 pro Jahr für AHV, IV und EO zusammen (2026: CHF 530).

Müssen Studierende AHV-Beiträge zahlen?+

Ja, ab dem 1. Januar nach dem 20. Geburtstag, wenn sie nicht durch Erwerbsarbeit genug Beiträge leisten. Meist ist es der Mindestbeitrag.

Muss ich als Frühpensionierte AHV zahlen?+

Ja, bis zum Referenzalter. Ausnahme: Der Ehepartner arbeitet noch und zahlt mindestens den doppelten Mindestbeitrag.

Wie wird der Beitrag berechnet?+

Aus dem Vermögen plus dem Zwanzigfachen des Renteneinkommens. Für Verheiratete zählt je die Hälfte des gemeinsamen Werts.

Was passiert, wenn ich nicht zahle?+

Es entsteht eine Beitragslücke, die die Rente lebenslang kürzt. Nachzahlen ist nur fünf Jahre rückwirkend möglich.

Wo melde ich mich an?+

Bei der kantonalen Ausgleichskasse am Wohnort. Sie stellt Akontorechnungen und korrigiert später anhand der Steuerdaten.

Wie hoch ist der Höchstbeitrag?+

Ab 2027 CHF 27’050 pro Jahr, das 50-Fache des Mindestbeitrags.

Warum trifft Teilzeit die Vorsorge überproportional?+

Weil der Koordinationsabzug ein fixer Betrag ist und bei kleinem Pensum einen grösseren Anteil des Lohns wegnimmt.

Wie oft soll ich meinen AHV-Kontoauszug prüfen?+

Alle fünf Jahre – das ist genau die Frist, innerhalb derer sich eine entdeckte Beitragslücke noch schliessen lässt.

Wie viel dürfen Selbstständige in die 3a einzahlen?+

20 Prozent des Erwerbseinkommens bis zu einer höheren Obergrenze als bei Angestellten mit Pensionskasse.

Plan dein Budget für die Zeit danach

AHV und Pensionskasse zusammen ersetzen selten den vollen Lohn. Wer die Lücke früh kennt, hat noch Handlungsspielraum – wer sie spät entdeckt, nicht mehr.