Was im Brief wirklich steht
Der Brief nennt deine neue Monatsprämie für das kommende Jahr, aufgeschlüsselt nach Modell und Franchise. Was er nicht nennt: was dieselbe Deckung bei anderen Kassen kostet. Diese Lücke ist der eigentliche Grund, warum so viele Haushalte jahrelang zu viel zahlen.
Prüfe zuerst zwei Zahlen: den Frankenbetrag der Erhöhung pro Monat und – wichtiger – den Jahresbetrag. Eine Erhöhung von CHF 25 im Monat liest sich harmlos; CHF 300 im Jahr liest sich anders, und das ist dieselbe Zahl.
Die vier Optionen, ehrlich abgewogen
Alle vier sind legitim – sie unterscheiden sich in Aufwand und Wirkung:
- Bleiben: null Aufwand, volle Erhöhung. Sinnvoll, wenn du bereits bei einer günstigen Kasse im passenden Modell bist.
- Kasse wechseln: der grösste Hebel, weil die Leistungen identisch sind. Aufwand: ein Vergleich und ein Kündigungsschreiben.
- Modell wechseln: Hausarzt, HMO oder Telmed senken die Prämie spürbar – gegen eine Einschränkung bei der Arztwahl.
- Franchise anpassen: wirkt nur, wenn sie zum echten Gesundheitsprofil passt. Achtung auf die unterschiedlichen Fristen.
Die Reihenfolge, die Zeit spart
Prüfe in dieser Reihenfolge: erst die Prämienverbilligung (weil sie den Rest der Rechnung verändert), dann den Kassenwechsel, dann das Modell, zuletzt die Franchise. Wer umgekehrt beginnt, optimiert an der kleinen Schraube und übersieht die grosse.
Und ein praktischer Punkt: Du musst die neue Kasse nicht vor der Kündigung fixiert haben. Rechtlich genügt die fristgerechte Kündigung – klüger ist es trotzdem, den Anschluss vorher zu klären.
Trag die neue Prämie in BudgetHub ein, sobald der Brief da ist – du siehst sofort, was sie im Monatsbudget verdrängt, und kannst gegensteuern, bevor die Frist abläuft.
Die Zusatzversicherung folgt anderen Regeln
Sie untersteht dem Versicherungsvertragsgesetz: eigene Kündigungsfristen von oft drei Monaten, kein Aufnahmezwang, Gesundheitsprüfung beim Abschluss. Eine Kündigung ist damit eine Einbahnstrasse.
Wichtig in beide Richtungen: Deine Kasse darf nicht verlangen, dass du die Zusatzversicherung mitkündigst, wenn du die Grundversicherung wechselst – und sie darf sie auch nicht selbst kündigen.
Die Franchise passend zum Profil
Die höchste Franchise lohnt sich, wenn die jährlichen Gesundheitskosten unter dem Break-Even liegen – meist bei rund CHF 1'800 bis 2'200. Die beste Grundlage sind die tatsächlichen Kosten der letzten drei Jahre.
Bei Kindern gilt das Gegenteil: Es gibt keine Mindestfranchise, und der Prämienrabatt für höhere Stufen fällt im Verhältnis klein aus. Für Kinder ist die tiefste Franchise fast immer richtig.
Was bei Prämienschulden passiert
Offene, gemahnte Prämien blockieren einen Kassenwechsel – die Kündigung bleibt dann wirkungslos. Nach Betreibung kann der Kanton zudem eine Leistungssperre veranlassen.
Vor Fristablauf mit der Kasse eine Ratenvereinbarung suchen. Das ist fast immer möglich und verhindert beides.
