Die Rechnung ist einfacher, als sie aussieht
Der Skonto ist eine Rendite auf vorausbezahltes Geld. Ein bis zwei Prozent auf ein halbes Jahr durchschnittlicher Vorauszahlung entsprechen einer effektiven Verzinsung, die derzeit über dem liegt, was ein Sparkonto abwirft. Rein rechnerisch ist die Jahreszahlung damit fast immer im Vorteil.
Fast immer – die Ausnahme ist entscheidend: Wer den Betrag über die Kreditkarte, einen Kontoüberzug oder einen Kleinkredit zwischenfinanziert, zahlt dafür ein Vielfaches des Skontos. Dann ist die Monatszahlung eindeutig richtig.
Der Liquiditätstest
Bevor du umstellst, drei Fragen an dein Budget:
- Bleibt nach der Zahlung der Notgroschen unangetastet?
- Fallen im Januar weitere grosse Posten an – Steuern, Versicherungen, Serafe?
- Kannst du den Betrag über das Jahr als Rückstellung ansparen, statt ihn aus der Substanz zu nehmen?
Die elegante Variante: Rückstellung statt Kraftakt
Statt die Jahresprämie im Januar aus dem Nichts zu stemmen, funktioniert der umgekehrte Weg besser: ab sofort monatlich ein Zwölftel auf ein separates Ziel legen, und im Folgejahr die Jahreszahlung daraus bestreiten. Danach läuft es dauerhaft rund, und der Skonto ist geschenkt.
Genau dafür sind Rückstellungskategorien da – dieselbe Mechanik, die Budgetberatungsstellen für Steuern und Zahnarzt empfehlen, funktioniert bei der Prämie ebenso.
Trag die neue Prämie in BudgetHub ein, sobald der Brief da ist – du siehst sofort, was sie im Monatsbudget verdrängt, und kannst gegensteuern, bevor die Frist abläuft.
Die Zusatzversicherung folgt anderen Regeln
Sie untersteht dem Versicherungsvertragsgesetz: eigene Kündigungsfristen von oft drei Monaten, kein Aufnahmezwang, Gesundheitsprüfung beim Abschluss. Eine Kündigung ist damit eine Einbahnstrasse.
Wichtig in beide Richtungen: Deine Kasse darf nicht verlangen, dass du die Zusatzversicherung mitkündigst, wenn du die Grundversicherung wechselst – und sie darf sie auch nicht selbst kündigen.
Gesundheitskosten als Budgetposten
Die Prämie ist der planbare Teil. Franchise und Selbstbehalt sind es nicht – bei der Höchstfranchise summieren sie sich im ungünstigsten Jahr auf CHF 3'200 pro Person.
Sauber ist eine eigene Rückstellungskategorie «Gesundheit» mit einem Zwölftel des erwarteten Jahresbetrags. Der Notgroschen ist dafür nicht gedacht – er ist für Einkommensausfälle da.
Was bei Prämienschulden passiert
Offene, gemahnte Prämien blockieren einen Kassenwechsel – die Kündigung bleibt dann wirkungslos. Nach Betreibung kann der Kanton zudem eine Leistungssperre veranlassen.
Vor Fristablauf mit der Kasse eine Ratenvereinbarung suchen. Das ist fast immer möglich und verhindert beides.
