Hohe oder tiefe Franchise?
Kurz: Die richtige Franchise hängt davon ab, wie viele Gesundheitskosten du im Jahr erwartest. Bei der höchsten Franchise (CHF 2'500) zahlst du eine deutlich tiefere Prämie, trägst aber mehr selbst. Bei der tiefsten (CHF 300) ist die Prämie höher, dafür übernimmt die Kasse früher.
Die Wechselgrenze liegt grob bei Gesundheitskosten von CHF 1'700 bis 2'000 pro Jahr: Liegst du typischerweise darunter, spart die hohe Franchise. Erwartest du höhere Kosten (Therapie, Operation, Schwangerschaft), ist die tiefe Franchise günstiger.
- Gesund, selten beim Arzt → Franchise CHF 2'500
- Hohe erwartete Kosten → Franchise CHF 300
- Wechselgrenze: ca. CHF 1'700–2'000 Gesundheitskosten/Jahr
- Wichtig: ersparte Prämie zur Seite legen, um die Franchise im Ernstfall decken zu können
Der häufige Fehler
Viele wählen die hohe Franchise wegen der tiefen Prämie – legen die Ersparnis aber nicht zur Seite. Kommt dann eine grössere Rechnung, fehlt das Geld. Richtig ist: Die monatliche Prämienersparnis auf ein separates Konto legen, bis ein Polster in Höhe der Franchise steht.
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Der Selbstbehalt gehört in die Rechnung
Nach der Franchise kommen 10 Prozent der weiteren Kosten dazu, höchstens CHF 700 pro Jahr bei Erwachsenen. Im schlechtesten Fall zahlst du bei der Höchstfranchise also CHF 3'200 selbst.
Dieser Betrag muss verfügbar sein, sonst ist die hohe Franchise kein Sparmodell, sondern ein Risiko. Wer ihn nicht als Reserve halten kann, fährt mit der tiefen Franchise besser – auch wenn die Prämie höher ist.
Der Jahresrhythmus im Überblick
Ende September publiziert das BAG die Prämien, im Oktober kommt der Brief der Kasse, am 30. November muss eine Kündigung eingetroffen sein. Franchise senken bis Ende November, erhöhen bei den meisten Kassen bis Ende Dezember.
Diese vier Termine entscheiden über mehrere hundert Franken im Jahr. Keiner davon wird erstreckt, und keiner meldet sich von selbst.
Die Franchise passend zum Profil
Die höchste Franchise lohnt sich, wenn die jährlichen Gesundheitskosten unter dem Break-Even liegen – meist bei rund CHF 1'800 bis 2'200. Die beste Grundlage sind die tatsächlichen Kosten der letzten drei Jahre.
Bei Kindern gilt das Gegenteil: Es gibt keine Mindestfranchise, und der Prämienrabatt für höhere Stufen fällt im Verhältnis klein aus. Für Kinder ist die tiefste Franchise fast immer richtig.
Was bei Prämienschulden passiert
Offene, gemahnte Prämien blockieren einen Kassenwechsel – die Kündigung bleibt dann wirkungslos. Nach Betreibung kann der Kanton zudem eine Leistungssperre veranlassen.
Vor Fristablauf mit der Kasse eine Ratenvereinbarung suchen. Das ist fast immer möglich und verhindert beides.
