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Schuldenabbau-Rechner: Schneeball oder Lawine?

Kurz beantwortet: Wer mehrere Schulden hat, zahlt überall die Mindestrate und steckt jeden zusätzlichen Franken in eine einzige Schuld – bei der Lawine in die mit dem höchsten Zins, beim Schneeball in die kleinste. Im Beispiel mit CHF 15’600 Schulden und CHF 600 pro Monat ist man in 2 Jahren und 5 Monaten schuldenfrei; die Lawine spart dabei CHF 34 Zins gegenüber dem Schneeball.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert September 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen
Schuldenabbau-Rechner
Schuldenfrei in2 J. 5 Mt.
Zinsen totalCHF 1’628
ReihenfolgeSchuld 1 → Schuld 3 → Schuld 2
Zum Vergleich: Schneeball2 J. 5 Mt., CHF 1’662 Zins

Monatliche Rechnung mit Zins auf den Restbetrag. Die Lawine spart Zins, der Schneeball bringt schneller erste Erfolge – beide sind besser als nur Mindestraten.

Kostenlos starten, ohne Kreditkarte und ohne Bankverknüpfung. Deine Eingaben bleiben in deinem Browser, bis du sie selbst speicherst.

Die zwei Methoden

Kurz: Beide Methoden funktionieren gleich – alle Mindestraten weiter bezahlen und den gesamten Rest des Schuldenbudgets auf eine Zielschuld konzentrieren. Ist sie getilgt, rollt ihre frei gewordene Rate auf die nächste. Der Unterschied liegt nur in der Reihenfolge.

Die Lawine beginnt mit der teuersten Schuld, also dem höchsten Zins – das spart mathematisch am meisten. Der Schneeball beginnt mit der kleinsten Schuld – das bringt früh einen sichtbaren Erfolg, was vielen hilft, durchzuhalten. Welche Methode besser ist, entscheidet sich daran, welche du bis zum Ende durchziehst.

  • Lawine: höchster Zins zuerst – spart am meisten Zins
  • Schneeball: kleinste Schuld zuerst – schnellste Erfolgserlebnisse
  • Beide: Mindestraten überall, Rest auf eine Zielschuld

Das Rechenbeispiel

Drei Schulden: Kreditkarte CHF 3'000 zu 12 %, Privatkredit CHF 12'000 zu 8 % und ein zinsloses Handy-Leasing über CHF 600. Mit CHF 600 pro Monat ist die Lawine nach 29 Monaten fertig und kostet CHF 1’628 Zins, der Schneeball nach 29 Monaten mit CHF 1’662.

Wer nur die Summe der Mindestraten einsetzt – hier CHF 390 pro Monat –, braucht 48 Monate und zahlt CHF 2’796 Zins, obwohl frei gewordene Raten schon weiterrollen. Der Unterschied zwischen den beiden Methoden ist klein – der Unterschied zwischen einem höheren Monatsbudget und dem Minimum ist gross: CHF 210 mehr pro Monat sparen hier 19 Monate.

Woher das zusätzliche Geld kommt

Der Rechner zeigt, was jeder zusätzliche Franken bewirkt. Die realistischen Quellen dafür sind fast immer dieselben: Abos und Versicherungen prüfen, das Krankenkassenmodell wechseln, die Prämienverbilligung beantragen und eine Einnahme, die ohnehin unregelmässig kommt – der 13. Monatslohn oder eine Steuerrückzahlung – vollständig in die Zielschuld lenken.

Was nicht funktioniert: neue Schulden aufnehmen, um alte zu bezahlen, ohne dass die Summe sinkt. Eine Umschuldung lohnt sich nur, wenn der Zins deutlich tiefer ist und die Kreditkarte danach nicht wieder genutzt wird.

Wann eine Schuldenberatung sinnvoll ist

Wenn das Budget die Mindestraten nicht mehr deckt, eine Betreibung läuft oder die Steuern nicht mehr bezahlt werden können, ist der Rechner nicht mehr das richtige Werkzeug. Anerkannte Schuldenberatungsstellen verhandeln mit Gläubigern, prüfen Forderungen und kennen Lösungen wie eine Schuldensanierung. In vielen Kantonen ist die Beratung kostenlos.

Plane die Rückzahlung in BudgetHub als Sparziel mit Datum: Du siehst jeden Monat, wie der Restbetrag sinkt – das hält die Motivation, wenn der Weg lang ist. Kostenlos, ohne Bankverbindung.

Richtwert und eigene Lage

Ein Richtwert beschreibt den Durchschnitt, nicht deine Situation. Er ist brauchbar als Ausgangspunkt und wird erst durch den Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate aussagekräftig.

Wo dein Wert um mehr als zwanzig Prozent abweicht, gibt es dafür meist einen konkreten Grund – Wohnregion, Haushaltsgrösse oder eine Besonderheit deiner Lebenssituation. Diesen Grund zu kennen ist wertvoller als der Durchschnitt selbst.

Häufige Fragen

Was ist die Schneeball-Methode?+

Alle Mindestraten weiter bezahlen und den gesamten Rest auf die kleinste Schuld konzentrieren. Ist sie getilgt, rollt die frei gewordene Rate auf die nächstkleinere.

Was ist die Lawinen-Methode?+

Wie der Schneeball, aber die Zielschuld ist die mit dem höchsten Zins. Das spart am meisten Zins und ist mathematisch die günstigste Reihenfolge.

Welche Methode ist besser?+

Die Lawine spart Zins, der Schneeball motiviert mit frühen Erfolgen. Entscheidend ist, welche Methode du bis zum Schluss durchhältst – beide sind viel besser als nur Mindestraten.

Wie viel sollte ich pro Monat für Schulden einplanen?+

So viel, wie das Budget nach den Fixkosten und einem kleinen Notgroschen zulässt. Jeder zusätzliche Franken verkürzt die Laufzeit und senkt die Zinsen.

Soll ich zuerst sparen oder Schulden abbauen?+

Zuerst einen kleinen Notgroschen von einigen hundert Franken, damit eine unerwartete Rechnung nicht zu neuen Schulden führt. Danach Schulden mit hohem Zins vor jedem weiteren Sparen.

Wann brauche ich eine Schuldenberatung?+

Wenn die Mindestraten nicht mehr bezahlt werden können, eine Betreibung läuft oder Steuern offen bleiben. Anerkannte Beratungsstellen sind in vielen Kantonen kostenlos.

Wie verlässlich sind Richtwerte?+

Als Ausgangspunkt brauchbar, als Massstab nicht. Erst der Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate macht sie aussagekräftig.

Der erste Schritt ist der Überblick

Schuldenabbau beginnt nicht mit Disziplin, sondern mit einer vollständigen Liste. Solange unklar ist, wie viel monatlich wirklich frei bleibt, bleibt jeder Plan Vermutung.