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Notgroschen-Rechner

Kurz beantwortet: Drei bis sechs Monatsausgaben – bei CHF 4'500 monatlichen Ausgaben also CHF 13'500 bis 27'000. Massgebend sind die Ausgaben, nicht das Einkommen, und bei unsicherem Einkommen eher sechs Monate als drei.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert August 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen
Notgroschen-Rechner
Empfohlener NotgroschenCHF 16'000
Aufbaudauer40 Monate

Bei unsicherem Einkommen eher 6 Monatsausgaben ansetzen.

3–6 Monate

Monatliche Lebenshaltungskosten × 3 bis 6 = empfohlener Notgroschen. Bei unsicherem Einkommen eher 6 Monate.

Aufbauplan

Teile den Zielbetrag in monatliche Etappen.

In BudgetHub setzt du das direkt in ein lebendiges Budget um – kostenlos.

Warum Ausgaben und nicht Einkommen

Der Notgroschen soll die Zeit überbrücken, in der kein oder weniger Geld hereinkommt. Was du dann brauchst, sind deine Ausgaben – was du vorher verdient hast, ist irrelevant. Wer viel verdient und wenig ausgibt, braucht eine kleinere Reserve als umgekehrt.

Rechne mit den unvermeidbaren Ausgaben: Miete, Krankenkasse, Essen, Versicherungen, Mobilität. Ferien und Restaurantbesuche fallen in einer Notlage ohnehin weg.

Drei oder sechs Monate?

Drei Monate reichen bei stabiler Anstellung, zwei Einkommen im Haushalt und ohne Wohneigentum. Sechs Monate sind angemessen bei Selbstständigkeit, befristeten Verträgen, Alleinverdienst oder Eigentum mit Unterhaltsrisiko.

Wichtiger als die genaue Zahl ist die Verfügbarkeit: Das Geld gehört auf ein separates Konto, jederzeit abrufbar – nicht in Wertschriften und nicht in der Säule 3a.

Wie du ihn aufbaust, ohne dass es weh tut

Nicht als grosses Ziel, sondern in Stufen. Die erste Stufe ist ein Monatslohn – dieser Betrag verhindert bereits, dass eine kaputte Waschmaschine auf der Kreditkarte landet. Danach bis drei Monatsausgaben, danach der Rest.

Wer die Stufen einzeln angeht, sieht früher einen Erfolg und bricht seltener ab. Und ein Notgroschen, der halb aufgebaut ist, wirkt bereits – ein Ziel, das nie erreicht wird, wirkt gar nicht.

Wann du nachrechnen solltest

Nach jeder wesentlichen Veränderung: Umzug, Pensumsänderung, Familienzuwachs, Kauf von Wohneigentum. Der Notgroschen richtet sich nach den Ausgaben, und die ändern sich mit der Lebenssituation.

Bei Wohneigentum kommt ein zusätzlicher Grund dazu: das Unterhaltsrisiko. Eine defekte Heizung ist kein Einkommensproblem, kostet aber genauso – deshalb dort eher sechs als drei Monatsausgaben.

Was nicht dazugehört

Planbare Ausgaben. Ferien, Steuern und der Zahnarzt sind vorhersehbar und gehören in Rückstellungen – wer sie aus dem Notgroschen zahlt, muss ihn ständig wieder aufbauen.

Ebenso wenig gehört der Notgroschen in Wertschriften oder in die Säule 3a. Im Ernstfall könnte gerade ein schlechter Verkaufszeitpunkt sein, und 3a-Geld ist bis zur Pensionierung gebunden.

Warum ein Rechner nur ein Ausgangspunkt ist

Jede Berechnung arbeitet mit Annahmen: konstante Beträge, konstante Sätze, ein durchschnittlicher Monat. Die Realität liefert schwankende Einkommen, Sonderausgaben und Jahre, die aus der Reihe fallen.

Das Ergebnis ist deshalb eine Grössenordnung, keine Prognose. Brauchbar wird es, wenn du es mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate vergleichst – erst dieser Abgleich zeigt, ob die Annahmen zu dir passen.

Richtwert und eigene Lage

Ein Richtwert beschreibt den Durchschnitt, nicht deine Situation. Er ist brauchbar als Ausgangspunkt und wird erst durch den Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate aussagekräftig.

Wo dein Wert um mehr als zwanzig Prozent abweicht, gibt es dafür meist einen konkreten Grund – Wohnregion, Haushaltsgrösse oder eine Besonderheit deiner Lebenssituation. Diesen Grund zu kennen ist wertvoller als der Durchschnitt selbst.

Häufige Fragen

Wie hoch sollte der Notgroschen sein?+

Drei bis sechs Monatsausgaben. Bei CHF 4'500 monatlichen Ausgaben also CHF 13'500 bis 27'000, je nach Stabilität deiner Einkommenssituation.

Wo soll ich den Notgroschen anlegen?+

Auf einem separaten, jederzeit verfügbaren Konto. Nicht in Wertschriften – im Ernstfall könnte gerade ein schlechter Zeitpunkt zum Verkaufen sein.

Sparen oder zuerst Schulden abbauen?+

Erst ein kleiner Puffer von ein bis zwei Monatsausgaben, dann teure Schulden abbauen, danach den Notgroschen vervollständigen. Ohne Puffer führt die nächste unerwartete Ausgabe zurück in die Schulden.

Wann soll ich den Notgroschen neu berechnen?+

Nach Umzug, Pensumsänderung, Familienzuwachs oder Immobilienkauf. Er richtet sich nach den Ausgaben, und die ändern sich mit der Lebenssituation.

Wie genau ist das Ergebnis?+

Es ist eine Grössenordnung auf Basis konstanter Annahmen. Brauchbar wird es im Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate.

Was mache ich mit dem Ergebnis?+

Den errechneten Betrag als Dauerauftrag am Tag des Lohneingangs einrichten. Ein Ergebnis, das nicht in eine Handlung mündet, verändert nichts.

Wie verlässlich sind Richtwerte?+

Als Ausgangspunkt brauchbar, als Massstab nicht. Erst der Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate macht sie aussagekräftig.

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