Wohneigentum

Amortisationsrechner: 2. Hypothek in 15 Jahren

Kurz beantwortet: Bei einem Kaufpreis von CHF 900’000 und einer Hypothek von CHF 720’000 müssen CHF 120’000 als 2. Hypothek innert 15 Jahren amortisiert werden – das sind CHF 8’000 pro Jahr oder CHF 667 pro Monat. Steht die Pensionierung früher an, steigt die Rate, weil die Frist kürzer wird.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Oktober 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen
Amortisationsrechner
1. Hypothek (bis 2/3)CHF 600’000
2. Hypothek (zu amortisieren)CHF 120’000
Amortisation pro Jahr (15 Jahre)CHF 8’000
Pro MonatCHF 667
Tragbarkeit (kalkulatorisch)33.1 %

Mindestanforderung der Banken: 2. Hypothek innert 15 Jahren, spätestens bis zur Pensionierung, auf zwei Drittel des Belehnungswerts. Tragbarkeit mit kalkulatorischem Zins 5 % plus 1 % Nebenkosten.

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Die Regel: zwei Drittel innert 15 Jahren

Kurz: Die Banken verlangen, dass die Hypothek innert 15 Jahren, spätestens bis zur Pensionierung, auf zwei Drittel des Belehnungswerts reduziert wird. Den Teil darüber nennt man 2. Hypothek. Die 1. Hypothek muss nicht zwingend amortisiert werden.

Im Beispiel darf die 1. Hypothek höchstens CHF 600’000 betragen. Die übrigen CHF 120’000 sind die 2. Hypothek. Verteilt auf 15 Jahre ergibt das CHF 8’000 pro Jahr. Diese Regel steht in den Mindestanforderungen der Schweizerischen Bankiervereinigung und gilt bei allen Banken.

  • Belehnung höchstens 80 %, davon zwei Drittel als 1. Hypothek
  • 2. Hypothek: Amortisation innert 15 Jahren
  • Spätestens bis zur Pensionierung

Direkt oder indirekt amortisieren

Bei der direkten Amortisation zahlst du die Hypothek tatsächlich zurück; Schuld und Zinsen sinken jedes Jahr. Bei der indirekten Amortisation zahlst du in eine verpfändete Säule 3a ein; die Hypothek bleibt gleich hoch, wird aber später mit dem 3a-Guthaben auf einen Schlag reduziert.

Indirekt hat zwei Steuervorteile: Die Einzahlungen sind abziehbar, und die Schuldzinsen bleiben höher und damit ebenfalls abziehbar. Mit der Abschaffung des Eigenmietwerts ab 2029 fällt der Schuldzinsabzug für selbstgenutztes Wohneigentum aber weitgehend weg – dann verliert die indirekte Amortisation einen ihrer beiden Vorteile.

Kurze Frist bis zur Pensionierung

Wer mit 57 kauft, hat bis 65 nur noch acht Jahre. Die 2. Hypothek von CHF 120’000 muss dann in 8 Jahren getilgt werden, also CHF 15’000 pro Jahr statt CHF 8’000. Das verschlechtert die Tragbarkeit – ein häufiger Grund, warum ältere Käufer mehr Eigenkapital brauchen.

Ausserdem prüfen Banken, ob die Hypothek auch nach der Pensionierung mit der Rente tragbar bleibt. Viele verlangen deshalb eine tiefere Belehnung ab dem Rentenalter.

Amortisation im Budget verankern

Wer indirekt amortisiert, richtet einen Dauerauftrag auf das verpfändete 3a-Konto ein und behandelt ihn wie eine Hypothekarrate – also als Fixkosten, nicht als freiwilliges Sparen. Bei der direkten Amortisation wird die Rate meist halbjährlich zusammen mit den Zinsen belastet; dann lohnt sich eine monatliche Rückstellung auf ein separates Konto.

Plane zusätzlich den Unterhalt ein: Als Faustregel rechnen Eigentümer mit rund 1 % des Gebäudewerts pro Jahr für Unterhalt und Erneuerung. Diese Rückstellung ist unabhängig von der Amortisation und wird oft vergessen, bis Dach, Heizung oder Küche ersetzt werden müssen.

Bei Festhypotheken ist der Ablauf der richtige Moment, um die Amortisationsstrategie zu überprüfen: Soll ein Teil getilgt werden, oder bleibt die Hypothek stehen und das Geld wird in der Säule 3a oder im Portfolio angelegt? Die Antwort hängt vom Zinsniveau, von der Steuerlage nach dem Systemwechsel und von deiner Liquiditätsreserve ab.

Tragbarkeit mit Amortisation

Für die Tragbarkeit rechnen Banken mit einem kalkulatorischen Zins von 5 %, 1 % Nebenkosten und der Amortisation. Im Beispiel ergibt das CHF 53’000 pro Jahr oder 33,1 % eines Bruttoeinkommens von CHF 160’000. Über einem Drittel lehnen die meisten Banken ab.

Trag deine Zahlen einmal in BudgetHub ein – dann siehst du jeden Monat, was nach Fixkosten wirklich bleibt, und wo sich eine Änderung lohnt. Kostenlos, ohne Bankverbindung, Daten in der Schweiz.

Vom Richtwert zur Budgetposition

Ein Richtwert wird erst nützlich, wenn er zu einer Zeile im Budget wird – mit einem Betrag, der monatlich reserviert ist. Alles andere bleibt eine Information ohne Folge.

Bei unregelmässig anfallenden Posten gehört der Jahresbetrag durch zwölf geteilt und als Rückstellung geführt. Sonst sprengt er den Monat, in dem er auftritt.

Häufige Fragen

Wie viel muss ich amortisieren?+

Den Teil der Hypothek, der über zwei Drittel des Belehnungswerts liegt, innert 15 Jahren oder bis zur Pensionierung.

Muss die 1. Hypothek amortisiert werden?+

Nein, nicht zwingend. Viele Banken verlangen aber eine tiefere Belehnung im Rentenalter, damit die Tragbarkeit erhalten bleibt.

Was ist besser: direkt oder indirekt amortisieren?+

Bisher meist indirekt wegen der Steuervorteile. Mit dem Wegfall des Eigenmietwerts ab 2029 wird die direkte Amortisation für selbstgenutztes Eigentum wieder attraktiver.

Kann ich mehr amortisieren als verlangt?+

Ja, bei variablen und SARON-Hypotheken meist jederzeit, bei Festhypotheken nur auf den Ablauf oder gegen Vorfälligkeitsentschädigung.

Wie wird die Amortisation in der Tragbarkeit berücksichtigt?+

Sie wird zu den kalkulatorischen Kosten (5 % Zins, 1 % Nebenkosten) addiert. Zusammen dürfen diese höchstens ein Drittel des Bruttoeinkommens ausmachen.

Was passiert, wenn ich nicht amortisieren kann?+

Die Bank kann eine Anpassung verlangen. Früh das Gespräch suchen – oft lässt sich die Frist strecken oder auf indirekte Amortisation umstellen.

Wie mache ich aus einem Richtwert eine Budgetposition?+

Als eigene Zeile mit monatlich reserviertem Betrag. Bei unregelmässigen Posten den Jahresbetrag durch zwölf teilen.

Prüf die Tragbarkeit, bevor du weiterplanst

Banken rechnen mit einem kalkulatorischen Zins von 5 Prozent. Der Rechner zeigt dir sofort, ob dein Vorhaben diese Hürde nimmt.