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Prozess

Steuern vorauszahlen: Wann der Vergütungszins mehr bringt als das Sparkonto

Kurz beantwortet: Mehrere Kantone verzinsen freiwillige Vorauszahlungen mit einem Vergütungszins. Liegt dieser über dem Zins deines Sparkontos, ist die Vorauszahlung der bessere Ort für die Steuerrückstellung – bei CHF 8'000 und einem Prozentpunkt Differenz sind das CHF 80 im Jahr, ohne jedes Risiko.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert August 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Die drei Zinsarten, die leicht verwechselt werden

Die Begriffe klingen ähnlich und bedeuten Gegensätzliches:

  • Vergütungszins: Was der Kanton dir für Vorauszahlungen gutschreibt.
  • Ausgleichszins: Verrechnung zwischen Akontozahlungen und definitiver Steuer, in beide Richtungen möglich.
  • Verzugszins: Was du bei verspäteter Zahlung schuldest – regelmässig deutlich höher als der Vergütungszins.

Die Rechnung

Vergleiche den kantonalen Vergütungszins mit dem, was dein Sparkonto abwirft. Ist er höher, lohnt sich die Vorauszahlung – das Geld ist ohnehin für die Steuern reserviert, also entsteht kein Nachteil aus der Bindung.

Die Sätze werden jährlich festgelegt und unterscheiden sich zwischen den Kantonen erheblich; einzelne verzichten ganz auf einen Vergütungszins. Die Kantone regeln Höhe und Bedingungen eigenständig — massgebend ist immer die Wegleitung deines Kantons.

Was du beachten musst

Zu viel Vorausgezahltes wird zurückerstattet, allerdings erst nach der Veranlagung – das kann mehr als ein Jahr dauern. Wer knapp kalkuliert, sollte deshalb nicht mehr vorauszahlen, als die Steuer voraussichtlich ausmacht.

Und die wichtigere Grenze: Vorauszahlen ist nur sinnvoll, wenn Notgroschen und laufende Verpflichtungen gedeckt sind. Geld beim Steueramt ist gebundenes Geld – es steht bei einem Engpass nicht zur Verfügung.

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Wie viel Aufwand nötig ist

Zehn Minuten pro Woche für die Erfassung und zwanzig Minuten am Monatsende für den Abgleich. Mehr Aufwand führt erfahrungsgemäss zum Abbruch, weniger zu Daten ohne Erkenntnis.

Der Monatsabgleich ist dabei der Teil, der wirkt. Wer nur erfasst und nie auswertet, hat Aufwand ohne Ertrag – das ist der häufigste Grund für Abbrüche nach sechs Wochen.

Warum Kategorien zusammengehören

Zehn bis fünfzehn Kategorien sind das Optimum. Weniger verdeckt, wo das Geld hingeht; mehr macht die Zuordnung zur Last – und ein Budget, das Aufwand macht, wird nach zwei Monaten liegen gelassen.

Kategorien mit unter CHF 30 im Monat gehören zusammengelegt, solche über zwanzig Prozent des Budgets aufgeteilt. «Freizeit» mit CHF 600 sagt wenig; «Restaurant» und «Hobby» getrennt zeigen, wo der Betrag entsteht.

Der 13. Monatslohn im Jahresbudget

Wer mit zwölf gleichen Monatslöhnen rechnet, hat elf zu knappe Monate und einen scheinbar üppigen November. Sauber ist die Jahressicht: Jahreseinkommen durch zwölf.

Der 13. ist kein Bonus, sondern aufgeschobener Lohn – und er wird voll besteuert. Von CHF 6'000 brutto bleiben je nach Situation CHF 3'500 bis 4'500.

Häufige Fragen

Verzinsen die Kantone Steuervorauszahlungen?+

Viele ja, mit einem jährlich festgelegten Vergütungszins. Die Sätze unterscheiden sich stark, einzelne Kantone verzichten ganz darauf. Die Kantone regeln Höhe und Bedingungen eigenständig — massgebend ist immer die Wegleitung deines Kantons.

Lohnt sich die Vorauszahlung gegenüber einem Sparkonto?+

Wenn der Vergütungszins höher ist als der Sparzins, ja. Das Geld ist ohnehin für die Steuern reserviert, sodass aus der Bindung kein zusätzlicher Nachteil entsteht.

Was passiert, wenn ich zu viel vorauszahle?+

Der Überschuss wird nach der Veranlagung zurückerstattet, in der Regel verzinst. Bis dahin kann allerdings über ein Jahr vergehen – bei knapper Liquidität ist das relevant.

Was kostet eine verspätete Zahlung?+

Einen Verzugszins, der in der Regel deutlich über dem Vergütungszins liegt. Die Asymmetrie ist beabsichtigt – Zuwarten ist immer die teuerste Variante.

Wie viel Zeit kostet ein Budget?+

Zehn Minuten pro Woche für die Erfassung, zwanzig Minuten monatlich für den Abgleich. Der Abgleich ist der Teil, der wirkt.

Wie viele Kategorien sind sinnvoll?+

Zehn bis fünfzehn. Unter CHF 30 monatlich lohnt eine eigene Kategorie nicht, über zwanzig Prozent des Budgets gehört sie aufgeteilt.

Wie plane ich den 13. Monatslohn ein?+

Jahreseinkommen durch zwölf teilen. Er ist aufgeschobener Lohn, kein Bonus – und wird voll besteuert.

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