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Kirchensteuer: Wie sie berechnet wird und was ein Austritt tatsächlich bedeutet

Kurz beantwortet: Die Kirchensteuer ist ein eigener Steuerfuss auf der einfachen Staatssteuer und beträgt je nach Kanton und Konfession meist zwischen 6 und 15 Prozent davon. Ein Austritt beendet die Pflicht – und gleichzeitig die Mitgliedschaft mit allen kirchlichen Handlungen. Das ist ein weltanschaulicher Entscheid, kein Steuertrick.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert August 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Wie sie berechnet wird

Nicht als Prozentsatz deines Einkommens, sondern als Steuerfuss auf der einfachen Staatssteuer – demselben Bezugspunkt wie die Gemeindesteuer. Für einen mittleren Haushalt bewegt sich der Betrag typischerweise im Bereich von einigen hundert Franken pro Jahr.

Ein Beispiel: Bei einer einfachen Staatssteuer von CHF 5'000 und einem Kirchensteuerfuss von 10 % sind das CHF 500 pro Jahr.

Bei Ehepaaren mit unterschiedlicher Konfessionszugehörigkeit wird häufig hälftig aufgeteilt oder nur der Anteil des Mitglieds erhoben – die Handhabung ist kantonal unterschiedlich.

Was der Austritt bewirkt

Er erfolgt durch schriftliche Erklärung an die Kirchgemeinde und wirkt in der Regel auf das Ende des laufenden Jahres oder den nächsten möglichen Termin. Ab dann entfällt die Steuerpflicht.

Gleichzeitig endet die Mitgliedschaft. Kirchliche Trauung, Taufe, kirchliche Bestattung und die Übernahme eines Patenamts sind danach nicht mehr ohne Weiteres möglich. Wer den Schritt allein aus finanziellen Gründen erwägt, sollte diese Konsequenzen kennen – sie treffen oft nicht einen selbst, sondern Angehörige in einer belastenden Situation.

Was mit dem Geld geschieht

Die Landeskirchen finanzieren damit unter anderem Sozialdienste, Beratungsstellen, Jugendarbeit und den Unterhalt von Gebäuden, die oft dem Ortsbild und der Allgemeinheit dienen. Ein Teil dieser Leistungen steht auch Nichtmitgliedern offen.

Das ist keine Aufforderung in die eine oder andere Richtung, sondern die Information, die zu einem informierten Entscheid gehört. Wer austritt und den Betrag stattdessen gezielt spendet, macht das bewusst – und Spenden sind ihrerseits abziehbar.

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Wann ein Budget kippt

Fast immer im ersten Quartal – dann kommen Steuerraten, Versicherungsprämien und Jahresrechnungen zusammen. Ein Budget, das nur mit Monatsdurchschnitten rechnet, hält diesen Zeitraum nicht aus.

Die Gegenmassnahme ist mechanisch: Jeder Betrag, der jährlich oder seltener anfällt und über CHF 300 liegt, wird durch zwölf geteilt und als Fixposten geführt. Bei einem mittleren Haushalt sind das CHF 500 bis 900 monatlich.

Warum Kategorien zusammengehören

Zehn bis fünfzehn Kategorien sind das Optimum. Weniger verdeckt, wo das Geld hingeht; mehr macht die Zuordnung zur Last – und ein Budget, das Aufwand macht, wird nach zwei Monaten liegen gelassen.

Kategorien mit unter CHF 30 im Monat gehören zusammengelegt, solche über zwanzig Prozent des Budgets aufgeteilt. «Freizeit» mit CHF 600 sagt wenig; «Restaurant» und «Hobby» getrennt zeigen, wo der Betrag entsteht.

Der Jahreswechsel als Prüftermin

Im Januar ändern sich Krankenkassenprämie, teilweise Miete und Abo-Preise, dazu die Steuerraten. Zusammen verschieben sie ein Budget oft um mehr als CHF 100 im Monat.

Eine Stunde im Januar ersetzt zwölf Monate Nachjustieren. Für Kündigungen ist allerdings der Oktober entscheidend – dann liegen die neuen Prämien vor.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Kirchensteuer in der Schweiz?+

Sie wird als eigener Steuerfuss auf der einfachen Staatssteuer erhoben, meist zwischen 6 und 15 Prozent davon. Höhe und Berechnung unterscheiden sich nach Kanton und Konfession. Die Kantone regeln Höhe und Bedingungen eigenständig — massgebend ist immer die Wegleitung deines Kantons.

Wie trete ich aus der Kirche aus?+

Mit einer schriftlichen Austrittserklärung an die zuständige Kirchgemeinde. Die Wirkung tritt je nach Kanton auf das Jahresende oder den nächsten möglichen Termin ein.

Was verliere ich mit dem Austritt?+

Die Mitgliedschaft und damit den Anspruch auf kirchliche Handlungen wie Trauung, Taufe, Patenamt und kirchliche Bestattung. Der Entscheid ist grundsätzlich revidierbar, ein Wiedereintritt aber mit einem eigenen Verfahren verbunden.

Zahlen Firmen auch Kirchensteuer?+

In mehreren Kantonen ja – juristische Personen unterliegen dort einer Kirchensteuerpflicht unabhängig von der Konfession ihrer Eigentümer. Die Regelung ist kantonal verschieden.

Warum stimmt mein Budget nach ein paar Monaten nicht mehr?+

Meist wegen fehlender Rückstellungen. Steuern, Zahnarzt und Selbstbehalt kommen unregelmässig und sprengen jeden Monat, in dem sie auftauchen.

Wie viele Kategorien sind sinnvoll?+

Zehn bis fünfzehn. Unter CHF 30 monatlich lohnt eine eigene Kategorie nicht, über zwanzig Prozent des Budgets gehört sie aufgeteilt.

Wann soll ich mein Budget überprüfen?+

Gründlich im Januar mit den neuen Prämien und Steuerraten. Für Kündigungen ist der Oktober der entscheidende Monat.

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