Die drei Deckungen
Kurz: Die Haftpflichtversicherung zahlt Schäden, die du anderen zufügst – sie ist gesetzlich vorgeschrieben. Die Teilkasko deckt Schäden am eigenen Auto, für die du nichts kannst: Diebstahl, Feuer, Glasbruch, Hagel und andere Elementarschäden, Tierkollision, Marderbiss und Vandalismus je nach Police. Die Vollkasko deckt zusätzlich Kollisionsschäden am eigenen Auto, auch wenn du selbst schuld bist.
| Schaden | Haftpflicht | Teilkasko | Vollkasko |
|---|---|---|---|
| Schaden am fremden Auto | ja | – | – |
| Hagel, Diebstahl, Glas | – | ja | ja |
| Selbstverschuldeter Unfall (eigenes Auto) | – | – | ja |
| Parkschaden durch Unbekannte | – | teils | ja |
Die Faustregel nach Fahrzeugwert
Eine Vollkasko ist sinnvoll, wenn ein Totalschaden dein Budget sprengen würde. Bei Leasing und Autokrediten ist sie meist vertraglich vorgeschrieben. Mit sinkendem Zeitwert sinkt ihr Nutzen: Ist das Auto noch CHF 6'000 wert und kostet die Vollkasko CHF 800 mehr pro Jahr als die Teilkasko, bezahlst du in wenigen Jahren den Wert des Autos als Prämie.
Viele Versicherer bieten in den ersten Jahren eine Zeitwertzusatzdeckung, die bei Totalschaden den Kaufpreis statt des Zeitwerts ersetzt. Sie ist bei Neuwagen oft der eigentliche Grund für die Vollkasko.
- Neu, geleast, finanziert: Vollkasko
- Ab ca. Jahr 5 bis 7 oder unter CHF 8'000 Zeitwert: Teilkasko prüfen
- Altes Auto, kleine Reserve vorhanden: nur Haftpflicht
Selbstbehalt und Bonus clever wählen
Ein höherer Selbstbehalt senkt die Prämie spürbar. Wer kleine Schäden selbst bezahlen kann, fährt damit oft günstiger. Beim Bonussystem steigt die Prämie nach einem selbstverschuldeten Schaden für mehrere Jahre; ein Bonusschutz verhindert das gegen Aufpreis. Kleine Schäden selbst zu bezahlen, statt sie zu melden, kann günstiger sein – rechne vor der Meldung nach.
Weitere Hebel sind die Einschränkung des Fahrerkreises, eine tiefere Kilometerleistung und der Verzicht auf Zusatzdeckungen, die du nicht brauchst, etwa Pannenhilfe, wenn du bereits TCS-Mitglied bist.
Rechenbeispiel: wann sich der Wechsel lohnt
Ein Mittelklassewagen, vor sechs Jahren für CHF 38'000 gekauft, ist heute noch rund CHF 11'000 wert. Die Vollkasko mit CHF 1'000 Selbstbehalt kostet CHF 1'450 pro Jahr, die Teilkasko CHF 780. Die Differenz von CHF 670 bezahlt also nur noch das Risiko eines selbstverschuldeten Kollisionsschadens.
Nimmt man an, dass ein solcher Schaden alle zehn Jahre einmal vorkommt und im Schnitt CHF 4'000 kostet, liegt der erwartete Schaden bei CHF 400 pro Jahr – weniger als die Mehrprämie. Wer einen Notgroschen hat, fährt mit der Teilkasko statistisch günstiger. Wer das Auto für den Arbeitsweg zwingend braucht und keine Reserve hätte, kann die Vollkasko als Liquiditätsschutz behalten.
Die Prüfung lohnt sich jedes Jahr beim Erneuerungsbrief, weil der Zeitwert sinkt, die Prämie aber oft gleich bleibt.
Jährlich vergleichen
Die Prämien für dasselbe Auto unterscheiden sich zwischen Versicherern stark. Ein Wechsel ist meist auf den Ablauf möglich, oft mit drei Monaten Kündigungsfrist, und nach einem Schadenfall. Vergleiche nicht nur den Preis, sondern Deckungsumfang, Grobfahrlässigkeitsverzicht und Selbstbehalt.
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