Versicherung

Versicherungen prüfen & optimieren

Kurz beantwortet: Notwendig sind Krankenkasse, Privathaftpflicht und – als Mieterin – die Hausratversicherung. Alles andere gehört geprüft. Ein Schweizer Haushalt zahlt für Versicherungen häufig CHF 150 bis 300 im Monat, mit erheblichem Doppelspurigkeitspotenzial.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Januar 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Die wirklich nötigen Policen

Obligatorisch oder dringend empfohlen: Krankenkasse, Privathaftpflicht, Hausrat (je nach Situation). Vieles andere ist optional.

Doppelspurigkeiten vermeiden

Reiseversicherungen, Geräteversicherungen oder Rechtsschutz sind oft schon über andere Policen oder Kreditkarten gedeckt.

Regelmässig vergleichen

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Wo sich Deckungen überschneiden

Rechtsschutz ist teilweise über Verbandsmitgliedschaften oder die Hausratversicherung gedeckt. Reiseversicherungen sind häufig bereits in Kreditkarten enthalten. Und eine Todesfallrisikoversicherung ist neben einer guten Pensionskassenlösung oft überdimensioniert.

Der brauchbarste Ansatz ist die Frage nach dem Schaden, nicht nach der Prämie: Versichere, was du finanziell nicht selbst tragen könntest. Kleine, gut tragbare Risiken selbst zu behalten ist über die Jahre günstiger als jede Police.

Kündigungsfristen im Blick behalten

Zusatz- und Sachversicherungen laufen meist auf Ende Versicherungsjahr mit drei Monaten Frist. Wer im Dezember prüft, ist für das Folgejahr zu spät – der Termin gehört in den September.

Nach einem Schadenfall besteht bei vielen Policen ein ausserordentliches Kündigungsrecht, das in beide Richtungen gilt. Auch der Versicherer kann davon Gebrauch machen.

Unterversicherung beim Hausrat

Die Versicherungssumme sollte dem Neuwert des gesamten Hausrats entsprechen. Ist sie zu tief angesetzt, kürzt der Versicherer im Schadenfall anteilig – auch bei einem Teilschaden.

Nach grösseren Anschaffungen lohnt eine Überprüfung. Die Prämiendifferenz für eine höhere Summe ist gering, die Kürzung im Schadenfall nicht.

Wann eine Police neu abgeschlossen gehört

Nach jedem grösseren Lebensereignis: Umzug, Familienzuwachs, Wohneigentum, Selbstständigkeit. Die Deckungssumme der Hausratversicherung etwa richtet sich nach dem Neuwert des Inventars – nach einem Umzug in eine grössere Wohnung ist sie oft zu tief.

Bei Unterversicherung kürzt der Versicherer im Schadenfall anteilig, auch bei einem Teilschaden. Die Prämiendifferenz für eine angemessene Summe ist gering, die Kürzung nicht.

Die Reihenfolge beim Durchgehen

Beginne bei den Policen mit der höchsten Prämie, nicht bei denen mit dem grössten Ärgernis. Krankenkasse, Auto- und Hausratversicherung machen zusammen meist über die Hälfte des Versicherungsbudgets aus.

Bei jeder Police drei Fragen: Welches Risiko deckt sie, könnte ich diesen Schaden selbst tragen, und ist er nicht schon anderswo gedeckt? Wer alle Policen einmal nebeneinanderlegt, findet fast immer eine Überschneidung.

Welche Versicherungen wirklich nötig sind

Obligatorisch sind Krankenversicherung und – für Fahrzeughalter – die Motorfahrzeug-Haftpflicht. Praktisch unverzichtbar ist die Privathaftpflicht: Sie kostet wenig und deckt Schäden ab, die existenzbedrohend sein können. Sinnvoll ist die Hausratversicherung, sobald der Ersatzwert des Hausrats den Notgroschen übersteigt.

Der Rest gehört einzeln geprüft. Der Massstab ist nicht die Prämie, sondern die Frage: Könnte ich diesen Schaden aus eigenen Mitteln tragen? Versichert gehört, was man nicht selbst stemmen kann – nicht, was häufig vorkommt. Eine Handyversicherung für CHF 8 im Monat kostet über drei Jahre fast so viel wie ein Ersatzgerät.

Der häufigste teure Fehler

Doppelversicherungen. Eine Reiseversicherung ist oft bereits in der Kreditkarte enthalten, eine Assistance im Fahrzeugvertrag, ein Rechtsschutz teilweise im Verband oder in der Hausratpolice. Wer das nicht prüft, zahlt jahrelang zweimal für dieselbe Leistung – im Schadenfall zahlt trotzdem nur eine.

Zweiter Punkt: die Vertragsdauer. Mehrjahresverträge werden mit Rabatt angeboten und binden für fünf Jahre. Bei einer Prämiendifferenz von zehn Prozent zum Markt ist das über die Laufzeit teurer als der Rabatt. Einjahresverträge mit jährlicher Prüfung sind fast immer die günstigere Wahl.

Häufige Fragen

Welche Versicherungen sind in der Schweiz wirklich nötig?+

Die Krankenkasse ist obligatorisch; Privathaftpflicht und Hausrat sind für die meisten sinnvoll. Vieles andere ist verzichtbar.

Welche Versicherungen braucht man in der Schweiz wirklich?+

Krankenkasse als Obligatorium, Privathaftpflicht und für Mietende die Hausratversicherung. Alles weitere hängt von der individuellen Situation ab.

Wie erkenne ich doppelte Deckungen?+

Alle Policen nebeneinanderlegen und die gedeckten Risiken vergleichen. Rechtsschutz, Reiseschutz und Assistance sind die häufigsten Überschneidungen.

Höhere Selbstbeteiligung oder tiefere Prämie?+

Eine höhere Selbstbeteiligung senkt die Prämie und lohnt sich, wenn der Betrag im Schadenfall verfügbar ist. Ohne Reserve ist sie ein Risiko statt einer Ersparnis.

Wann kann ich Versicherungen kündigen?+

Meist auf Ende des Versicherungsjahres mit drei Monaten Frist. Nach einem Schadenfall besteht bei vielen Policen ein ausserordentliches Kündigungsrecht.

Wie viel geben Schweizer Haushalte für Versicherungen aus?+

Ohne Krankenkasse häufig CHF 150 bis 300 im Monat. Ein erheblicher Teil davon lässt sich bei vielen Haushalten durch Beseitigung von Doppeldeckungen einsparen.

Wann kann ich Versicherungen kündigen?+

Meist auf Ende Versicherungsjahr mit drei Monaten Frist. Nach einem Schadenfall besteht bei vielen Policen ein ausserordentliches Kündigungsrecht.

Was ist Unterversicherung?+

Eine zu tief angesetzte Versicherungssumme. Der Versicherer kürzt dann im Schadenfall anteilig – auch bei einem Teilschaden.

Womit fange ich beim Versicherungscheck an?+

Bei den Policen mit der höchsten Prämie. Krankenkasse, Auto und Hausrat machen meist über die Hälfte des Versicherungsbudgets aus.

Welche Versicherungen brauche ich wirklich?+

Obligatorisch Krankenversicherung und Motorfahrzeug-Haftpflicht, praktisch unverzichtbar die Privathaftpflicht, sinnvoll der Hausrat. Alles andere nach der Frage prüfen, ob du den Schaden selbst tragen könntest – und auf Doppelversicherungen über Kreditkarte oder Verband achten.

Finde die Posten, die du vergessen hast

Der teuerste Fixkostenblock ist meist nicht der grösste, sondern der, an den niemand mehr denkt. Eine vollständige Liste bringt bei den meisten Haushalten dreistellige Beträge pro Jahr zum Vorschein.