Die wirklich nötigen Policen
Obligatorisch oder dringend empfohlen: Krankenkasse, Privathaftpflicht, Hausrat (je nach Situation). Vieles andere ist optional.
Doppelspurigkeiten vermeiden
Reiseversicherungen, Geräteversicherungen oder Rechtsschutz sind oft schon über andere Policen oder Kreditkarten gedeckt.
Regelmässig vergleichen
Prüfe Deckungssummen und Prämien alle paar Jahre – Lebenssituationen ändern sich.
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Wo sich Deckungen überschneiden
Rechtsschutz ist teilweise über Verbandsmitgliedschaften oder die Hausratversicherung gedeckt. Reiseversicherungen sind häufig bereits in Kreditkarten enthalten. Und eine Todesfallrisikoversicherung ist neben einer guten Pensionskassenlösung oft überdimensioniert.
Der brauchbarste Ansatz ist die Frage nach dem Schaden, nicht nach der Prämie: Versichere, was du finanziell nicht selbst tragen könntest. Kleine, gut tragbare Risiken selbst zu behalten ist über die Jahre günstiger als jede Police.
Kündigungsfristen im Blick behalten
Zusatz- und Sachversicherungen laufen meist auf Ende Versicherungsjahr mit drei Monaten Frist. Wer im Dezember prüft, ist für das Folgejahr zu spät – der Termin gehört in den September.
Nach einem Schadenfall besteht bei vielen Policen ein ausserordentliches Kündigungsrecht, das in beide Richtungen gilt. Auch der Versicherer kann davon Gebrauch machen.
Unterversicherung beim Hausrat
Die Versicherungssumme sollte dem Neuwert des gesamten Hausrats entsprechen. Ist sie zu tief angesetzt, kürzt der Versicherer im Schadenfall anteilig – auch bei einem Teilschaden.
Nach grösseren Anschaffungen lohnt eine Überprüfung. Die Prämiendifferenz für eine höhere Summe ist gering, die Kürzung im Schadenfall nicht.
Wann eine Police neu abgeschlossen gehört
Nach jedem grösseren Lebensereignis: Umzug, Familienzuwachs, Wohneigentum, Selbstständigkeit. Die Deckungssumme der Hausratversicherung etwa richtet sich nach dem Neuwert des Inventars – nach einem Umzug in eine grössere Wohnung ist sie oft zu tief.
Bei Unterversicherung kürzt der Versicherer im Schadenfall anteilig, auch bei einem Teilschaden. Die Prämiendifferenz für eine angemessene Summe ist gering, die Kürzung nicht.
Die Reihenfolge beim Durchgehen
Beginne bei den Policen mit der höchsten Prämie, nicht bei denen mit dem grössten Ärgernis. Krankenkasse, Auto- und Hausratversicherung machen zusammen meist über die Hälfte des Versicherungsbudgets aus.
Bei jeder Police drei Fragen: Welches Risiko deckt sie, könnte ich diesen Schaden selbst tragen, und ist er nicht schon anderswo gedeckt? Wer alle Policen einmal nebeneinanderlegt, findet fast immer eine Überschneidung.
Welche Versicherungen wirklich nötig sind
Obligatorisch sind Krankenversicherung und – für Fahrzeughalter – die Motorfahrzeug-Haftpflicht. Praktisch unverzichtbar ist die Privathaftpflicht: Sie kostet wenig und deckt Schäden ab, die existenzbedrohend sein können. Sinnvoll ist die Hausratversicherung, sobald der Ersatzwert des Hausrats den Notgroschen übersteigt.
Der Rest gehört einzeln geprüft. Der Massstab ist nicht die Prämie, sondern die Frage: Könnte ich diesen Schaden aus eigenen Mitteln tragen? Versichert gehört, was man nicht selbst stemmen kann – nicht, was häufig vorkommt. Eine Handyversicherung für CHF 8 im Monat kostet über drei Jahre fast so viel wie ein Ersatzgerät.
Der häufigste teure Fehler
Doppelversicherungen. Eine Reiseversicherung ist oft bereits in der Kreditkarte enthalten, eine Assistance im Fahrzeugvertrag, ein Rechtsschutz teilweise im Verband oder in der Hausratpolice. Wer das nicht prüft, zahlt jahrelang zweimal für dieselbe Leistung – im Schadenfall zahlt trotzdem nur eine.
Zweiter Punkt: die Vertragsdauer. Mehrjahresverträge werden mit Rabatt angeboten und binden für fünf Jahre. Bei einer Prämiendifferenz von zehn Prozent zum Markt ist das über die Laufzeit teurer als der Rabatt. Einjahresverträge mit jährlicher Prüfung sind fast immer die günstigere Wahl.
