Pflege ist reguliert, Betreuung nicht
Kurz: Bei der Spitex muss man zwei Leistungsarten unterscheiden. Pflege – Abklärung, Behandlungspflege wie Verbände oder Medikamente und Grundpflege wie Waschen und Ankleiden – ist eine KVG-Leistung mit festen Tarifen. Hauswirtschaft und Betreuung – Putzen, Kochen, Einkaufen, Begleitung, Präsenz – sind private Dienstleistungen.
Private Spitex-Organisationen mit kantonaler Bewilligung rechnen Pflege zu denselben KVG-Tarifen ab wie die öffentliche Spitex. In einigen Kantonen erhalten sie aber eine tiefere Restfinanzierung, dann kann ein zusätzlicher Selbstbehalt anfallen. Vorher nachfragen lohnt sich.
Kostenvergleich nach Leistung
| Leistung | öffentliche Spitex | private Spitex | wer zahlt |
|---|---|---|---|
| Pflege (verordnet) | KVG-Tarif + Eigenanteil | KVG-Tarif + Eigenanteil, teils Zuschlag | Kasse, Kanton, du |
| Hauswirtschaft | ca. CHF 35–55/h, oft subventioniert | ca. CHF 40–70/h | du (teils Zusatzversicherung) |
| Betreuung, Begleitung | begrenztes Angebot | ca. CHF 40–70/h | du |
| 24-Stunden-Betreuung | nein | ca. CHF 6'000–15'000/Monat | du |
Die Tarife für Hauswirtschaft sind bei öffentlichen Organisationen oft nach Einkommen abgestuft. Private Anbieter bieten dafür meist längere Einsätze, feste Bezugspersonen und Einsätze am Abend oder Wochenende.
24-Stunden-Betreuung: was zu beachten ist
Die Rund-um-die-Uhr-Betreuung zu Hause durch eine im Haushalt lebende Betreuungsperson ist eine Alternative zum Heim. Sie ist arbeitsrechtlich anspruchsvoll: Es gelten kantonale Normalarbeitsverträge für die Hauswirtschaft, Mindestlöhne, Ruhezeiten und Sozialversicherungen. Wer direkt anstellt, wird Arbeitgeber mit allen Pflichten.
Seriöse Agenturen übernehmen die Anstellung und rechnen transparent ab. Sehr tiefe Angebote deuten oft darauf hin, dass Präsenzzeiten nicht entschädigt werden – ein rechtliches und ethisches Risiko.
- Normalarbeitsvertrag Hauswirtschaft beachten
- Sozialversicherungen und Unfallversicherung klären
- Präsenzzeit ist Arbeitszeit
Kostenbeispiel für eine Woche zu Hause
Herr K., 81, lebt allein und braucht nach einer Hüftoperation Unterstützung. Die Spitex kommt täglich für Medikamente und Körperpflege, zusammen rund fünf Stunden pro Woche – das läuft über die Krankenkasse, er zahlt nur den begrenzten Eigenanteil. Zusätzlich bucht er zweimal pro Woche drei Stunden Haushalt und Begleitung zum Einkaufen.
Bei einem Stundenansatz von CHF 45 für die Hauswirtschaft sind das CHF 270 pro Woche oder rund CHF 1'170 im Monat, die er selbst bezahlt. Mit einer Zusatzversicherung für Haushaltshilfe oder mit Ergänzungsleistungen sinkt der Betrag. Ohne diese Stützen ist ein solcher Bedarf mit einer durchschnittlichen Rente auf Dauer kaum tragbar – ein Grund, früh zu prüfen, welche Leistungen zustehen.
Hilfreich ist ein Wochenplan, der Pflege, Haushalt und Unterstützung durch Angehörige zusammenführt. Er zeigt, wo private Stunden nötig sind und wo Familie oder Nachbarn einspringen können.
So findest du die passende Lösung
Starte mit einer Bedarfsabklärung der öffentlichen Spitex – sie ist für die KVG-Pflege ohnehin nötig. Danach lässt sich entscheiden, welche Betreuung zusätzlich privat eingekauft wird. Ergänzungsleistungen vergüten Kosten für Hilfe zu Hause bis zu kantonalen Höchstbeträgen, und die Hilflosenentschädigung hilft, Betreuung zu finanzieren.
Vergleiche bei privaten Anbietern immer den Stundentarif inklusive Wegzeit, Mindesteinsatzdauer und Zuschlägen für Abend und Wochenende.
Wer die Finanzen eines Elternteils mitverwaltet, behält in BudgetHub Renten, Heimrechnung und Ergänzungsleistungen in einem eigenen Hub im Blick – getrennt vom eigenen Budget und für Geschwister teilbar.
