Sparen

Sparkonto, Säule 3a oder anlegen?

Kurz beantwortet: Es hängt am Zeithorizont. Unter drei Jahren gehört Geld aufs Sparkonto, für die Altersvorsorge in die Säule 3a mit ihrem Steuerabzug, und für freie Ziele über zehn Jahre kommen Anlagen infrage. Die drei schliessen sich nicht aus – die Reihenfolge ist entscheidend.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Januar 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Sparkonto: kurzfristig & sicher

Für Notgroschen und kurzfristige Ziele ideal: jederzeit verfügbar, aber kaum Zins – die Inflation nagt an der Kaufkraft.

Säule 3a: mittel- bis langfristig & steueroptimiert

Die Säule 3a verbindet Sparen mit Steuervorteilen, ist aber bis zur Pensionierung gebunden. Die Ersparnis zeigt der 3a-Rechner.

Anlegen: langfristig & renditestark

Für lange Zeithorizonte (10+ Jahre) bieten Wertschriften mehr Rendite – bei höherem Schwankungsrisiko. Erst Notgroschen, dann 3a, dann anlegen.

Leg das in BudgetHub als Sparziel mit Zieldatum an – der Monatsbetrag ergibt sich dann von selbst, statt vom Restbudget abzuhängen.

Die Reihenfolge, die sich bewährt

Zuerst der Notgroschen auf dem Konto, weil er im Ernstfall verfügbar sein muss. Dann die Säule 3a, weil der Steuerabzug eine sichere Rendite ist, die keine Anlage garantieren kann. Erst danach freie Anlagen.

Der häufigste Fehler ist, diese Reihenfolge umzudrehen: Wer anlegt, bevor ein Notgroschen steht, muss bei einem Engpass möglicherweise zum schlechtesten Zeitpunkt verkaufen.

Was den Erfolg sichtbar macht

Ein Zwischenstand in Prozent statt eines abstrakten Restbetrags. Bei CHF 12'000 Ziel und CHF 4'000 erreicht steht dort ein Drittel – das trägt weiter, weil der Restbetrag lange gross bleibt.

Bei langen Zielen helfen Zwischenstufen: Ein Ziel über CHF 50'000 in Schritten von CHF 10'000 gedacht gibt alle acht bis zehn Monate einen sichtbaren Erfolg.

Wann Sparen warten sollte

Solange teure Schulden laufen. Ein Konsumkredit oder eine Kreditkarten-Teilzahlung kostet im zweistelligen Prozentbereich – kein Sparkonto und keine Anlage bringt annähernd so viel.

Die Ausnahme ist ein kleiner Puffer von ein bis zwei Monatsausgaben. Ohne ihn führt die nächste unerwartete Ausgabe direkt in neue Schulden, und der Abbau beginnt von vorn.

Der Notgroschen kommt zuerst

Drei bis sechs Monatsausgaben auf einem jederzeit verfügbaren Konto. Massgebend sind die Ausgaben, nicht das Einkommen – was du im Ernstfall brauchst, sind deine Kosten.

Aufgebaut wird in Stufen: zuerst ein Monatslohn, dann drei Monatsausgaben, dann der Rest. Die erste Stufe unterbricht bereits den teuersten Mechanismus – unerwartete Ausgabe auf Kreditkarte.

Die Säule 3a mit Wertschriften

Innerhalb der 3a lässt sich zwischen Zinskonto und Wertschriftenlösung wählen. Bei einem Horizont über zehn Jahre spricht viel für Wertschriften – die Bindung bis zur Pensionierung ist ohnehin gegeben.

Auf die Gebühren achten: Bei langen Laufzeiten macht ein halber Prozentpunkt Unterschied einen erheblichen Betrag aus. Die Gesamtkostenquote ist dabei aussagekräftiger als die beworbene Rendite.

Häufige Fragen

In welcher Reihenfolge sparen?+

Zuerst Notgroschen aufbauen, dann die Säule 3a nutzen, dann langfristig anlegen – so deckst du jeden Zeithorizont ab.

Sparkonto oder Säule 3a?+

Beides, aber in dieser Reihenfolge: zuerst der Notgroschen auf dem Konto, dann die Säule 3a wegen des Steuerabzugs.

Ab wann lohnt sich Anlegen?+

Ab einem Anlagehorizont von etwa zehn Jahren und erst, wenn Notgroschen und Säule 3a stehen. Kurzfristig verplantes Geld gehört nicht in Wertschriften.

Kann ich die Säule 3a in Wertschriften anlegen?+

Ja, viele Anbieter bieten Wertschriftenlösungen innerhalb der 3a an. Bei langem Horizont ist das oft sinnvoll – auf die Gebühren achten.

Wie viel bringt die Säule 3a an Steuerersparnis?+

Den eingezahlten Betrag mal deinen Grenzsteuersatz – bei voller Einzahlung und 25 Prozent Grenzbelastung rund CHF 1'800 pro Jahr.

Wie halte ich ein langes Sparziel durch?+

Mit Zwischenzielen und einem Fortschritt in Prozent statt eines Restbetrags. Sichtbarer Fortschritt ist der stärkste Faktor fürs Durchhalten.

Zuerst sparen oder Schulden abbauen?+

Erst ein Puffer von ein bis zwei Monatsausgaben, dann teure Schulden, danach der volle Notgroschen. Ohne Puffer entstehen sofort neue Schulden.

Wie hoch soll der Notgroschen sein?+

Drei bis sechs Monatsausgaben, gerechnet mit den unvermeidbaren Kosten – nicht mit dem Einkommen.

Säule 3a als Konto oder in Wertschriften?+

Bei einem Horizont über zehn Jahre spricht viel für Wertschriften. Entscheidend sind die Gesamtkosten, nicht die beworbene Rendite.

Rechne deine Steuerersparnis aus

Wie viel dir ein Einzahlungsbetrag tatsächlich spart, hängt an deinem Grenzsteuersatz. Der Rechner macht daraus eine konkrete Zahl.