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Lebensphasen

Das Drei-Konten-Modell: Gemeinsam wirtschaften, ohne alles zu teilen

Kurz beantwortet: Ein Gemeinschaftskonto für die gemeinsamen Fixkosten, zwei persönliche Konten für den Rest. Beide zahlen anteilig zum Einkommen ins gemeinsame Konto ein – bei CHF 6'000 und CHF 4'000 Einkommen also im Verhältnis 60 zu 40. Das löst die häufigsten Geldkonflikte, ohne dass jemand Rechenschaft ablegen muss.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert August 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Warum genau drei

Ein einziges gemeinsames Konto macht jede persönliche Ausgabe sichtbar und erklärungsbedürftig – das erzeugt Kontrolle, wo keine gewollt ist. Zwei komplett getrennte Konten wiederum machen die gemeinsamen Kosten zu einer monatlichen Verhandlung.

Drei Konten trennen sauber: Was beide betrifft, läuft gemeinsam. Was nur eine Person betrifft, bleibt bei ihr. Niemand muss ein Geschenk, ein Hobby oder einen Fehlkauf rechtfertigen.

Der anteilige Beitrag ist der Kern

Hälftig zu teilen wirkt fair, ist es bei ungleichen Einkommen aber nicht: Wer weniger verdient, trägt dann anteilig eine viel grössere Last und hat am Ende kaum persönlichen Spielraum.

Anteilig zum Nettoeinkommen einzuzahlen bedeutet, dass beide denselben prozentualen Anteil beitragen – und beide einen vergleichbaren persönlichen Rest behalten. Das ist der Punkt, an dem sich das Modell von einer blossen Kontostruktur unterscheidet.

Was aufs gemeinsame Konto gehört

Die Abgrenzung vorher festzulegen erspart die meisten späteren Diskussionen:

  • Miete, Nebenkosten, Strom, Internet und Hausratversicherung.
  • Lebensmittel und Haushalt.
  • Kosten der Kinder, sofern vorhanden.
  • Gemeinsame Rückstellungen: Ferien, Steuern, Anschaffungen.
  • Nicht: Krankenkasse, Handy, Kleider, Hobbys, Geschenke – das läuft persönlich.

Zwei Punkte, die dazugehören

Erstens: Auch bei getrennten Konten braucht es einmal jährlich einen gemeinsamen Blick auf die Gesamtlage – Vorsorge, Schulden, grössere Ziele. Das Modell ersetzt das Gespräch nicht, es entlastet nur den Alltag davon.

Zweitens: Wer das Pensum für die Familie reduziert, hat ein tieferes Einkommen und damit einen kleineren persönlichen Rest – obwohl die Arbeit nicht weniger wurde. Einige Paare gleichen das aus, indem der besserverdienende Teil die Säule 3a des anderen mitfinanziert. Das ist zulässig und schliesst eine reale Lücke.

In BudgetHub kannst du Fixkosten, Rückstellungen und Vorsorge getrennt führen – so bleibt sichtbar, was langfristig läuft und nicht nur, was diesen Monat übrig ist.

Warum Fixkosten nicht mitschrumpfen

Miete, Krankenkasse und Energie fallen pro Haushalt beziehungsweise pro Person an. Sie halbieren sich nicht, wenn ein Erwachsener wegfällt – nur die variablen Kosten skalieren.

Diese Asymmetrie erklärt, warum ein Budget, das zu zweit funktionierte, allein nicht mehr aufgeht. Es ist keine Frage der Disziplin, sondern der Struktur.

Wo es Unterstützung gibt

Budget- und Schuldenberatungsstellen beraten kostenlos und vertraulich, auch zu Trennungs-, Unterhalts- und Pflegefragen. Sie kennen Ansprüche, die von aussen nicht sichtbar sind.

Eine Übersicht findest du unter Fachstellen. Früh hinzugehen ist kein Eingeständnis, sondern der Schritt, der die Sache klein hält.

Der Steuertarif ändert sich mit

Heirat, Trennung, Geburt und der Auszug erwachsener Kinder verändern Tarif und Abzüge. Bei getrennt lebenden Eltern richtet sich der Kinderabzug nach Sorge, Wohnsitz und Unterhaltsleistung.

Die Änderung erfolgt nicht automatisch – sie gehört in die nächste Steuererklärung, und bei Quellenbesteuerten in eine Tarifkorrektur.

Häufige Fragen

Wie funktioniert das Drei-Konten-Modell?+

Ein Gemeinschaftskonto für gemeinsame Fixkosten und zwei persönliche Konten. Beide zahlen monatlich einen anteilig zum Einkommen berechneten Betrag ins gemeinsame Konto ein.

Sollen wir hälftig oder anteilig einzahlen?+

Bei ähnlichen Einkommen spielt es kaum eine Rolle. Bei ungleichen Einkommen ist anteilig fairer, weil sonst der weniger verdienende Teil kaum persönlichen Spielraum behält.

Was gehört nicht aufs Gemeinschaftskonto?+

Persönliche Ausgaben wie Kleider, Hobbys, Geschenke und individuelle Versicherungen. Genau diese Trennung nimmt dem Modell den Kontrollcharakter.

Funktioniert das auch im Konkubinat?+

Ja, und dort ist es besonders sinnvoll, weil klar bleibt, wer was beigetragen hat. Ergänzend lohnt sich ein Konkubinatsvertrag zu grösseren gemeinsamen Anschaffungen.

Warum ist ein Einpersonenhaushalt überproportional teuer?+

Weil Fixkosten pro Haushalt anfallen und sich nicht teilen lassen. Nur variable Kosten wie Essen und Mobilität skalieren.

Wo bekomme ich Unterstützung?+

Bei den anerkannten Budget- und Schuldenberatungsstellen. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich – je früher, desto einfacher die Lösung.

Ändert sich mein Steuertarif bei einer Trennung?+

Ja, ab dem Trennungsjahr erfolgt eine getrennte Veranlagung, oft mit anderem Tarif und anderen Abzügen.

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