Familie

Budget als Paar: Gemeinsam statt gegeneinander

Kurz beantwortet: Das verbreitetste Modell ist das Drei-Konten-Modell – ein Gemeinschaftskonto für gemeinsame Fixkosten, zwei persönliche Konten für den Rest. Bei ungleichen Einkommen wird anteilig eingezahlt: bei CHF 6'000 und CHF 4'000 im Verhältnis 60 zu 40.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Dezember 2025Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Hauptseite zum Thema: Budget-App für Paare – dort findest du den vollständigen Überblick.

Drei bewährte Modelle

1) Alles gemeinsam. 2) Anteilig nach Einkommen. 3) Gemeinsamer Topf für Fixkosten plus persönliche Beträge. Es gibt kein 'richtig' – nur das, was zu euch passt.

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Drei Modelle der Aufteilung

Es gibt kein richtig oder falsch – wichtig ist, dass beide es fair finden:

  • Alles gemeinsam: ein Topf, volle Transparenz
  • Anteilig nach Einkommen: gerechter bei ungleichen Löhnen
  • Dreikonten-Modell: gemeinsames Konto für Fixkosten plus je ein privates Konto

Warum anteilig fairer ist als hälftig

Hälftig zu teilen wirkt gerecht, führt bei ungleichen Einkommen aber dazu, dass der weniger verdienende Teil kaum persönlichen Spielraum behält. Anteilig einzuzahlen bedeutet, dass beide denselben prozentualen Beitrag leisten – und beide einen vergleichbaren Rest.

Der zweite Punkt, der oft fehlt: Wer das Pensum für die Familienarbeit reduziert, hat ein tieferes Einkommen und damit einen kleineren Rest, obwohl die Arbeit nicht weniger wurde. Einige Paare gleichen das aus, indem der besserverdienende Teil die Säule 3a des anderen mitfinanziert.

Die Pensumsfrage ehrlich rechnen

Ein höheres Pensum bringt netto oft weniger als erwartet: Betreuungskosten steigen, einkommensabhängige Subventionen sinken, und die Progression greift beim Zweiteinkommen zum Grenzsteuersatz des Haushalts.

Die Rechnung gehört trotzdem um die Vorsorge ergänzt. Beitragsjahre und Sparbeiträge lassen sich später kaum nachholen – langfristig spricht das meist für das höhere Pensum, auch wenn der Monatseffekt klein ist.

Erziehungsgutschriften bei der AHV

Für jedes Jahr mit elterlicher Sorge für ein Kind unter 16 wird ein fiktives Einkommen bei der Rentenberechnung angerechnet – das Dreifache der jährlichen Mindestrente. Ein Antrag ist nicht nötig.

Bei unverheirateten Eltern mit gemeinsamer Sorge sollte schriftlich vereinbart werden, wie geteilt wird. Diese Vereinbarung wird bei der Rentenanmeldung verlangt und ist Jahrzehnte später schwer zu rekonstruieren.

Sparen für Kinder

Ein Jugendsparkonto für kleine Beträge, für längere Horizonte auch Wertschriftenlösungen. Wichtiger als der Betrag ist der frühe Start – die Laufzeit wirkt stärker.

Die eigene Vorsorge hat allerdings Vorrang: Für die Ausbildung der Kinder gibt es Stipendien und Darlehen, für die eigene Altersvorsorge nicht.

Was bei einer Trennung sichtbar wird

Gemeinsame Konten, gemeinsame Verträge und ungleich verteilte Vorsorge. Bei Verheirateten gleicht das PK-Splitting einen Teil aus, im Konkubinat gibt es diesen Mechanismus nicht.

Wer das Pensum für Familienarbeit reduziert, sollte das deshalb vertraglich regeln oder über die Säule 3a kompensieren – unromantisch, aber deutlich einfacher als eine spätere Bereinigung.

Häufige Fragen

Wie teilen Paare das Budget fair auf?+

Beliebt ist das Dreikonten-Modell: ein gemeinsames Konto für Fixkosten, dazu je ein privates Konto.

Sollten beide alles sehen?+

Transparenz beugt Konflikten vor – mit einem gemeinsamen Hub sehen beide dieselben Zahlen.

Wie teilen Paare die Kosten fair auf?+

Bei ähnlichen Einkommen hälftig, bei ungleichen anteilig zum Nettoeinkommen. So bleibt beiden ein vergleichbarer persönlicher Spielraum.

Braucht es ein gemeinsames Konto?+

Nicht zwingend, aber es vereinfacht die gemeinsamen Fixkosten. Persönliche Ausgaben bleiben auf eigenen Konten – das nimmt dem Modell den Kontrollcharakter.

Wie oft sollten Paare über Geld sprechen?+

Einmal jährlich ausführlich über Vorsorge, Schulden und Ziele, dazu ein kurzer Monatsblick aufs Gemeinschaftskonto.

Lohnt sich eine Pensumserhöhung mit Kindern?+

Kurzfristig oft weniger als erwartet, weil Betreuungskosten und Progression steigen. Langfristig meist ja, wegen der Vorsorgewirkung.

Muss ich Erziehungsgutschriften beantragen?+

Nein, sie werden bei der Rentenberechnung automatisch berücksichtigt. Teilungsvereinbarungen zwischen unverheirateten Eltern gehören aber aufbewahrt.

Soll ich für die Kinder oder für mich sparen?+

Zuerst Notgroschen und eigene Vorsorge. Für die Ausbildung gibt es Stipendien und Darlehen, für die Altersvorsorge nicht.

Was passiert mit der Vorsorge bei einer Trennung?+

Bei Verheirateten wird das während der Ehe geäufnete PK-Guthaben geteilt. Im Konkubinat gibt es keinen solchen Ausgleich.

Gemeinsames Budget, getrennte Konten

Die meisten Konflikte ums Geld entstehen nicht aus unterschiedlichen Beträgen, sondern aus fehlender Transparenz. Ein geteiltes Budget löst das, ohne dass jemand sein Konto offenlegen muss.