Budgetieren

Budget zum Jahreswechsel überprüfen

Kurz beantwortet: Der Jahreswechsel ist der einzige Zeitpunkt, an dem fast alle grossen Posten gleichzeitig überprüfbar sind – neue Krankenkassenprämie, angepasste Miete, neue Abo-Preise und die Steuerrückstellung fürs kommende Jahr. Eine Stunde im Januar ersetzt zwölf Monate Nachjustieren.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Januar 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Was sich jährlich ändert

Krankenkassenprämien, Mietzins, allenfalls Lohn und Steuern. Passe deine Fixkosten-Kategorien an die neuen Werte an.

Ziele neu setzen

Überprüfe Sparziele und Sparquote. Ein neues Jahr ist ein guter Anker für höhere, aber realistische Ziele.

Rückblick nutzen

Schau dir die Auswertungen des Vorjahres an – wo lagst du daneben, wo hast du gut geplant?

In BudgetHub baust du das in einer Stunde auf und brauchst danach zehn Minuten im Monat – der Aufwand liegt am Anfang, nicht im Unterhalt.

Die Checkliste

In dieser Reihenfolge, weil jeder Punkt den nächsten beeinflusst:

  • Neue Krankenkassenprämie ins Budget übertragen – sie ändert sich fast jedes Jahr.
  • Steuerrückstellung anpassen, besonders nach einer Lohnerhöhung.
  • Alle wiederkehrenden Belastungen des Vorjahres durchgehen und Abos prüfen.
  • Sparrate überprüfen: Ist eine Erhöhung möglich, ohne dass es weh tut?
  • Sparziele fürs neue Jahr mit Betrag und Datum festlegen.

Wenn das Budget dauerhaft nicht aufgeht

Dann ist es kein Disziplinproblem, sondern ein strukturelles. Liegen die Fixkosten über 65 Prozent des Nettoeinkommens, hilft keine Sparsamkeit mehr – nur eine Veränderung bei Wohnen, Versicherungen oder Einkommen.

Die Budget- und Schuldenberatungsstellen beraten dazu kostenlos und vertraulich. Eine Übersicht findest du unter Fachstellen; früh hinzugehen hält die Sache klein.

Die drei Zahlen für den Jahrescheck

Einmal jährlich lohnt der Blick auf drei Werte: Fixkostenquote, Sparquote und Notgroschen in Monatsausgaben. Sie sind in zwanzig Minuten berechnet und zeigen die Entwicklung, die im Monatsalltag unsichtbar bleibt.

Notiert mit Datum ergeben sie nach drei Jahren eine Reihe. Erst dieser Vergleich sagt etwas – ein einzelner Wert ohne Vorjahr ist eine Momentaufnahme ohne Richtung.

Der Unterschied zwischen Sparen und Rückstellen

Rückstellungen sind aufgeschobener Konsum: Geld für Steuern, Ferien oder den Zahnarzt, das bereits vergeben ist. Sparen baut Vermögen auf. Beides in einen Topf zu werfen führt zu einer Sparquote, die im September wieder verschwindet.

Praktisch heisst das: getrennte Konten oder mindestens getrennte Kategorien. Wer beides mischt, kennt seinen tatsächlichen Vermögensaufbau nicht.

Was du im Januar konkret nachträgst

Die neue Krankenkassenprämie, geänderte Abo-Preise, allfällige Mietzinsanpassungen und die neuen Akontobeträge der Steuern. Diese vier verschieben ein Budget oft um mehr als CHF 100 im Monat.

Ebenfalls in den Januar gehört die Anpassung der Sparrate nach einer Lohnerhöhung. Wer sie im Dezember erhalten hat und im Januar nicht anpasst, hat sie faktisch verkonsumiert.

Was sich zum 1. Januar ändert

Erstens die Krankenkassenprämie – die neue gilt ab Januar, unabhängig davon, ob gewechselt wurde. Zweitens die Franchise: Sie startet neu bei null, was für laufende Behandlungen erhebliche Folgen hat. Drittens das Maximum der Säule 3a, das periodisch angepasst wird und aktuell bei CHF 7’258 liegt.

Viertens die Steuerakontorechnung, die auf der letzten Veranlagung basiert und bei gestiegenem Einkommen zu tief ist. Fünftens Mietzins- und Nebenkostenanpassungen, die meist auf einen Frühjahrstermin fallen, aber im Januar bekannt sind. Sechstens allfällige Lohnanpassungen samt Folgen für Progression und Sozialabzüge.

Die Januar-Stunde, die sich lohnt

Eine Stunde im Januar ersetzt zwölf Monate Nachjustieren. Konkret: neue Prämie eintragen, Steuerrückstellung an das aktuelle Einkommen anpassen, Sparziele auf Erreichbarkeit prüfen, den 3a-Dauerauftrag auf das neue Maximum setzen und die Jahresrechnungen des Vorjahres durchgehen – sie zeigen, welche Rückstellungen zu tief waren.

Der wirksamste Einzelschritt ist die Anpassung der Steuerrückstellung. Wer eine Lohnerhöhung erhalten hat und die Rückstellung unverändert lässt, baut über zwölf Monate eine Lücke auf, die eineinhalb Jahre später als Nachzahlung erscheint – dann meist zusammen mit einer erhöhten Akontorechnung fürs laufende Jahr.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich mein Budget überprüfen?+

Monatlich grob und einmal jährlich gründlich – besonders zum Jahreswechsel, wenn sich viele Fixkosten ändern.

Was gehört in den Budget-Jahrescheck?+

Neue Krankenkassenprämie, angepasste Steuerrückstellung, Abo-Durchsicht, Sparrate und die Ziele fürs neue Jahr.

Wann ist der beste Zeitpunkt?+

Im Januar, wenn die neuen Prämien gelten und die Vorjahreszahlen vollständig vorliegen. Für Kündigungen ist allerdings der Oktober entscheidend.

Wie lange dauert das?+

Rund eine Stunde, wenn die Vorjahreszahlen greifbar sind. Diese Stunde ersetzt das laufende Nachjustieren übers Jahr.

Was ändert sich typischerweise im Januar?+

Krankenkassenprämie, teilweise Miete und Abo-Preise, Steuerraten und gelegentlich der Lohn. Zusammen verschieben sie ein Budget oft um mehr als CHF 100 im Monat.

Wie viel Veränderung ist normal?+

Zwischen CHF 50 und 150 im Monat, vor allem durch Prämie, Miete und Abo-Preise. Wer das Budget nicht anpasst, arbeitet ein Jahr lang mit falschen Zahlen.

Was tun, wenn das Budget nie aufgeht?+

Über 65 Prozent Fixkostenanteil hilft keine Sparsamkeit mehr, sondern nur eine strukturelle Veränderung. Die Beratungsstellen unterstützen kostenlos dabei.

Welche Kennzahlen soll ich jährlich prüfen?+

Fixkostenquote, Sparquote und Notgroschen in Monatsausgaben. Mit Datum notiert zeigen sie nach drei Jahren eine Entwicklung.

Zählen Rückstellungen zum Sparen?+

Nein. Geld für Steuern oder Ferien ist aufgeschobener Konsum, kein Vermögensaufbau – getrennt geführt bleibt die Sparquote aussagekräftig.

Was ändert sich typischerweise im Januar?+

Krankenkassenprämie, Abo-Preise, teilweise die Miete und die Steuerraten – zusammen oft über CHF 100 im Monat.

Was muss ich im Januar am Budget anpassen?+

Sechs Positionen: neue Krankenkassenprämie, zurückgesetzte Franchise, aktuelles Säule-3a-Maximum, Steuerrückstellung nach dem neuen Einkommen, angekündigte Mietanpassungen und Lohnänderungen. Der wichtigste Punkt ist die Steuerrückstellung – sie steigt bei einer Lohnerhöhung überproportional.

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