Einmalige Kosten
Mietkaution (meist 1–3 Monatsmieten), Umzug, Möbel und Haushaltsausstattung summieren sich schnell auf mehrere Tausend Franken. Plane einen Puffer ein.
Laufende Fixkosten
Miete, Nebenkosten, Krankenkasse, Strom, Internet und eine Hausratversicherung – rechne realistisch mit dem Budgetrechner.
Tragbarkeit prüfen
Faustregel: Die Miete sollte rund einen Drittel des Netto-Einkommens nicht übersteigen.
In BudgetHub siehst du deine Wohnkosten im Verhältnis zum Einkommen – und damit, wie viel Spielraum eine Veränderung wirklich bringt.
Die Nebenkosten, die im Inserat fehlen
Zur Nettomiete kommt regelmässig mehr dazu, als im Inserat steht:
- Nebenkosten: je nach Wohnung und Heizsystem CHF 150 bis 300 im Monat.
- Strom, sofern nicht in den Nebenkosten enthalten: CHF 40 bis 80.
- Serafe-Abgabe für Radio und Fernsehen, pro Haushalt geschuldet.
- Hausratversicherung und Privathaftpflicht, zusammen meist CHF 20 bis 40 monatlich.
- Internet und allenfalls TV: CHF 50 bis 100.
Der Posten, der als Erstes geopfert wird
Die Vorsorge. Säule 3a und Pensionskassenanbindung verschwinden bei knappem Budget zuerst, weil sie keine Mahnung schicken. Die Folgen zeigen sich erst Jahrzehnte später.
Ein kleiner regelmässiger Betrag ist besser als eine vollständige Unterbrechung. Und bei Kinderbetreuung lohnt die Prüfung der Erziehungsgutschriften – sie werden bei der Rentenberechnung angerechnet.
Rückstellungen tragen durch Übergänge
In Übergangsphasen fallen Kosten geballt an: Kaution, Umzug, Neuanschaffungen, doppelte Mietzinsen. Wer sie aus dem laufenden Monat deckt, greift zur Kreditkarte – und zahlt Zinsen für einen vorhersehbaren Vorgang.
Als Orientierung: Jede grössere Lebensveränderung kostet einmalig CHF 3'000 bis 9'000. Diese Grössenordnung als eigenes Sparziel zu führen ist die günstigste Absicherung.
Alleinerziehend: die Ansprüche kennen
Prämienverbilligung, Alimentenbevorschussung, kommunale Betreuungssubventionen und der günstigere Steuertarif für Alleinstehende mit Kind. Alle setzen einen Antrag voraus.
Bei Nichtzahlung von Unterhalt bevorschussen die meisten Kantone und übernehmen das Inkasso – kostenlos, mit einem Rechtstitel als Voraussetzung.
Die ersten drei Monate
Sie sind die teuersten: Kaution, Erstausstattung, Anschlussgebühren und oft noch die alte Miete parallel. Danach pendelt sich das Budget auf ein stabiles Niveau ein.
Wer diese Phase überbrücken kann, ohne Kredit oder Kreditkartenschulden aufzunehmen, hat den schwierigsten Teil hinter sich. Dafür lohnt sich ein Startpolster von CHF 3'000 bis 5'000 zusätzlich zur Kaution.
Was beim Einzug gleichzeitig fällig wird
Der teuerste Moment ist nicht der erste Monat, sondern der Übergang. Gleichzeitig fällig werden: Mietzinsdepot von höchstens 3 Monatsmieten, die erste Monatsmiete, oft eine Woche Doppelmiete zum Überschneiden, Umzugskosten und die Grundausstattung.
Bei einer Miete von CHF 1'400 sind das rasch CHF 6'000 bis 8'000 innert weniger Wochen – Geld, das nicht aus dem laufenden Budget kommen kann. Das Depot ist dabei kein verlorener Betrag, aber ein gebundener: Es liegt auf einem Sperrkonto und wird erst nach der Wohnungsabgabe frei, in der Praxis oft mehrere Monate nach dem Auszug.
Wer aus einer Wohnung in die nächste zieht, hat deshalb zwei Depots gleichzeitig blockiert. Das ist der häufigste Grund für einen unerwarteten Engpass beim Wohnungswechsel und lässt sich nur durch Vorsparen lösen.
Die Nebenkosten, die im Inserat nicht stehen
Im Inserat steht meist «Nettomiete plus Nebenkosten akonto». Die Akontozahlung ist eine Schätzung, keine Obergrenze – die Abrechnung kommt jährlich und kann nachfordern. Bei CHF 200 Akonto sind Nachzahlungen von CHF 300 bis 600 nicht ungewöhnlich, besonders nach kalten Wintern.
Dazu kommen Posten, die in der Miete gar nicht enthalten sind: Strom als separater Vertrag, Serafe, Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung, Internet, allenfalls ein Parkplatz. Zusammen je nach Wohnung CHF 200 bis 350 im Monat, die im Inserat nirgends auftauchen.
Für die Tragbarkeit heisst das: Die Faustregel «höchstens ein Drittel des Nettoeinkommens für Wohnen» meint die Bruttomiete inklusive Nebenkosten, nicht die Nettomiete aus dem Inserat. Wer mit der Nettomiete rechnet, überschätzt seinen Spielraum um mehrere hundert Franken im Monat.
