Warum Zahnkosten für Familien teuer werden
Kurz: Zahnbehandlungen sind in der Schweiz weitgehend Privatsache. Die Grundversicherung zahlt nur bei schweren, nicht vermeidbaren Erkrankungen oder nach Unfällen. Kontrollen, Füllungen und vor allem kieferorthopädische Behandlungen wie Zahnspangen bezahlen die Eltern selbst.
Eine Zahnspange gehört zu den grössten Einzelausgaben im Familienbudget. Rund die Hälfte der Kinder braucht im Lauf der Schulzeit eine kieferorthopädische Behandlung, die oft zwei bis drei Jahre dauert.
Was eine Zahnversicherung zahlt
| Leistung | Grundversicherung | typische Zahnzusatzversicherung |
|---|---|---|
| Kontrolle, Dentalhygiene | nein | teilweise, oft 50–75 % |
| Füllungen, Karies | nein | teilweise |
| Zahnspange (Kieferorthopädie) | nur bei schweren Geburtsgebrechen | 50–80 %, mit Höchstbetrag |
| Unfall | ja (falls Unfall eingeschlossen) | – |
Die Leistungen sind meist auf einen Höchstbetrag pro Jahr oder pro Behandlung begrenzt, etwa CHF 1'000 bis 3'000 pro Jahr. Bei einer Zahnspange über drei Jahre kann das einen grossen Teil der Kosten decken.
Der richtige Zeitpunkt
Entscheidend ist der Abschluss vor dem ersten Befund. Hat ein Zahnarzt oder eine Kieferorthopädin bereits eine Fehlstellung festgestellt, wird diese ausgeschlossen. Viele Kassen verlangen für Kinder ab einem gewissen Alter einen Zahnstatus. Am einfachsten ist der Abschluss im Säuglings- oder Kleinkindalter, oft zusammen mit der Anmeldung bei der Krankenkasse.
Viele Policen haben eine Wartefrist von einigen Monaten bis zu einem Jahr, bevor kieferorthopädische Leistungen gezahlt werden.
- Vor dem ersten Befund abschliessen
- Wartefristen beachten
- Höchstbeträge pro Jahr vergleichen
Worauf beim Vergleich zu achten ist
Zahnversicherungen unterscheiden sich stark. Vergleiche den Prozentsatz der Kostenübernahme, den Höchstbetrag pro Jahr und pro Behandlung, die Wartefrist für Kieferorthopädie, die Altersgrenze für den Abschluss und ob Dentalhygiene und Kontrollen eingeschlossen sind. Manche Policen zahlen Zahnspangen nur bis zu einem bestimmten Alter, etwa 20 oder 25 Jahre.
Prüfe ausserdem, ob die Zahnversicherung an eine bestimmte Grundversicherung gebunden ist. Zusatzversicherungen können bei einer anderen Kasse als die Grundversicherung abgeschlossen werden – ein Kassenwechsel in der Grundversicherung darf die Zahnversicherung nicht gefährden. Kündige sie deshalb nie mit, wenn du die Grundversicherung wechselst.
Für Erwachsene sind Zahnversicherungen meist weniger attraktiv: Die Prämien sind höher, die Leistungen begrenzt, und Zahnersatz oder Implantate sind oft ausgeschlossen. Hier ist ein Zahnspar-Konto die bessere Lösung.
Die Rechnung für Eltern
Eine Zahnversicherung für CHF 20 pro Monat kostet von Geburt bis 16 rund CHF 3'800. Braucht das Kind eine Zahnspange für CHF 9'000 und zahlt die Versicherung 75 % mit einem Höchstbetrag von CHF 2'000 pro Jahr über drei Jahre, erhalten die Eltern CHF 6'000 zurück. Braucht es keine, war die Versicherung ein Schutz, der nicht gebraucht wurde.
Die Alternative ist ein Zahnspar-Konto: Wer von Anfang an CHF 30 pro Monat auf ein separates Konto legt, hat mit 12 Jahren über CHF 4'000 zur Seite. Für viele Familien ist eine Kombination sinnvoll – Versicherung für das grosse Risiko, Sparkonto für Kontrollen und Dentalhygiene.
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