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Prämiensaison

Kinderprämien und Familienrabatte: wo bei mehreren Kindern wirklich Geld liegt

Kurz beantwortet: Für Kinder gibt es keine gesetzliche Mindestfranchise – sie kann bei null liegen, wählbar bis CHF 600. Bei mehreren Kindern kommen Mengenrabatte dazu, die sich zwischen den Kassen stark unterscheiden. Für Familien ist deshalb nicht die günstigste Einzelprämie entscheidend, sondern die günstigste Gesamtrechnung.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert August 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Warum bei Kindern die tiefste Franchise meist richtig ist

Bei Erwachsenen lautet die Regel: gesund heisst hohe Franchise. Bei Kindern ist es umgekehrt, und zwar aus zwei Gründen. Erstens gehen Kinder häufiger zum Arzt, als Eltern erwarten – Infekte, Unfälle, Kontrollen summieren sich. Zweitens ist der Prämienrabatt für höhere Kinderfranchisen im Verhältnis klein.

Der Selbstbehalt bei Kindern ist zudem gedeckelt bei CHF 350 pro Jahr, halb so hoch wie bei Erwachsenen. Das begrenzt das Risiko nach oben – aber es ändert nichts daran, dass eine hohe Kinderfranchise selten aufgeht.

Die Mengenrabatte sind der eigentliche Hebel

Viele Kassen gewähren ab dem zweiten oder dritten Kind Rabatte, teilweise ist das dritte Kind prämienfrei. Diese Staffelung ist von Kasse zu Kasse verschieden und im Prämienvergleich nicht immer auf den ersten Blick sichtbar.

Daraus folgt eine Rechnung, die viele Familien nicht machen: Die Kasse mit der günstigsten Erwachsenenprämie ist bei drei Kindern nicht zwingend die günstigste insgesamt. Vergleiche die Summe für den ganzen Haushalt, nicht die Einzelprämien nebeneinander.

Prämienverbilligung für Kinder wird am häufigsten übersehen

Mehrere Kantone verbilligen Kinder- und Jugendprämien deutlich stärker als Erwachsenenprämien, teilweise auch bei mittleren Einkommen, bei denen Eltern gar keinen Antrag mehr erwarten. Genau darum bleibt hier am meisten liegen.

Für das Budget heisst das: Die Krankenkasse ist bei einer Familie mit zwei oder drei Kindern schnell der zweitgrösste Fixkostenblock nach der Miete. Ein Posten dieser Grösse verdient eine jährliche Überprüfung, nicht eine einmalige Entscheidung bei der Geburt.

Trag die neue Prämie in BudgetHub ein, sobald der Brief da ist – du siehst sofort, was sie im Monatsbudget verdrängt, und kannst gegensteuern, bevor die Frist abläuft.

Der Jahresrhythmus im Überblick

Ende September publiziert das BAG die Prämien, im Oktober kommt der Brief der Kasse, am 30. November muss eine Kündigung eingetroffen sein. Franchise senken bis Ende November, erhöhen bei den meisten Kassen bis Ende Dezember.

Diese vier Termine entscheiden über mehrere hundert Franken im Jahr. Keiner davon wird erstreckt, und keiner meldet sich von selbst.

Die Franchise passend zum Profil

Die höchste Franchise lohnt sich, wenn die jährlichen Gesundheitskosten unter dem Break-Even liegen – meist bei rund CHF 1'800 bis 2'200. Die beste Grundlage sind die tatsächlichen Kosten der letzten drei Jahre.

Bei Kindern gilt das Gegenteil: Es gibt keine Mindestfranchise, und der Prämienrabatt für höhere Stufen fällt im Verhältnis klein aus. Für Kinder ist die tiefste Franchise fast immer richtig.

Was bei Prämienschulden passiert

Offene, gemahnte Prämien blockieren einen Kassenwechsel – die Kündigung bleibt dann wirkungslos. Nach Betreibung kann der Kanton zudem eine Leistungssperre veranlassen.

Vor Fristablauf mit der Kasse eine Ratenvereinbarung suchen. Das ist fast immer möglich und verhindert beides.

Häufige Fragen

Welche Franchise soll ich für mein Kind wählen?+

In der Regel die tiefste – bei Kindern ist keine Mindestfranchise vorgeschrieben, sie kann bei null liegen. Kinder gehen häufiger zum Arzt, und der Prämienrabatt für höhere Kinderfranchisen bis CHF 600 fällt im Verhältnis klein aus.

Gibt es Rabatte für mehrere Kinder?+

Ja, viele Kassen staffeln ab dem zweiten oder dritten Kind, bei einzelnen Kassen ist das dritte Kind prämienfrei. Die Ausgestaltung ist sehr unterschiedlich und lohnt den Vergleich.

Müssen alle Familienmitglieder bei derselben Kasse sein?+

Nein, jede Person kann frei wählen. Rechnerisch kann eine Aufteilung günstiger sein – dann entfallen allerdings die Familienrabatte, weshalb sich die Gesamtrechnung lohnt statt der Einzelbetrachtung.

Wie hoch ist der Selbstbehalt bei Kindern?+

10 % der Kosten über der Franchise, höchstens CHF 350 pro Jahr – die Hälfte des Erwachsenenbetrags.

Welche Termine gelten im Prämienzyklus?+

BAG-Publikation Ende September, Prämienbrief im Oktober, Kündigungsfrist 30. November, Franchise erhöhen bis Ende Dezember.

Ab wann lohnt sich die hohe Franchise?+

Wenn die jährlichen Gesundheitskosten unter rund CHF 1'800 bis 2'200 liegen – und wenn das Eigenrisiko von bis zu CHF 3'200 verfügbar ist.

Kann ich mit Prämienschulden die Kasse wechseln?+

Nein, offene gemahnte Beträge blockieren den Wechsel. Eine Ratenvereinbarung vor Fristablauf ist fast immer möglich.

Zur Methodik: Prämien, Rabatte und Franchisestufen sind recherchierte Richtwerte 2026 (BAG, Vergleichsportale) und bewusst als Orientierung deklariert. Deine konkreten Zahlen hängen von Kasse, Kanton, Prämienregion und Modell ab.

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