Wie die Einteilung zustande kommt
Kantone können in mehrere Prämienregionen unterteilt sein, typischerweise entlang der Unterschiede in den Gesundheitskosten: Städtische Gebiete mit dichter Spital- und Facharztversorgung verursachen im Schnitt höhere Kosten pro Kopf als ländliche.
Das ist kein Versehen und keine Bevorzugung, sondern das Prinzip der Kostenwahrheit: Die Prämie soll die tatsächlichen Kosten der Region abbilden. Für dich als Versicherte heisst das trotzdem, dass ein paar Kilometer eine spürbare Differenz machen können – zwischen Regionen desselben Kantons liegen je nach Kasse CHF 20 bis 50 im Monat, also CHF 240 bis 600 im Jahr pro Person.
Was beim Umzug passiert
Ziehst du in eine andere Prämienregion, ändert sich deine Prämie – auch wenn du bei derselben Kasse bleibst und am Modell nichts änderst. Wichtig ist die Meldung: Die Adressänderung muss zur Kasse, sonst rechnet sie weiter nach der alten Region ab.
Ein Umzug ist ausserdem einer der wenigen Anlässe, bei denen sich ein Kassenvergleich unterjährig lohnt: Die relative Günstigkeit der Kassen unterscheidet sich je nach Region. Wer am alten Ort bei der günstigsten Kasse war, ist es am neuen Ort möglicherweise nicht mehr.
Der Budget-Punkt beim Umzug
Bei einem Umzug rechnen die meisten Miete, Nebenkosten und Zügelkosten. Die Prämiendifferenz taucht in dieser Rechnung fast nie auf – dabei ist sie eine dauerhafte monatliche Veränderung, während die Zügelkosten einmalig sind.
Dasselbe gilt für die Prämienverbilligung: Sie ist kantonal geregelt, also verändert ein Kantonswechsel auch den Anspruch. Beides gehört in die Umzugsrechnung, bevor der Mietvertrag unterschrieben ist.
Trag die neue Prämie in BudgetHub ein, sobald der Brief da ist – du siehst sofort, was sie im Monatsbudget verdrängt, und kannst gegensteuern, bevor die Frist abläuft.
Warum ein Wechsel nichts kostet
Die Leistungen der Grundversicherung sind gesetzlich in allen Kassen identisch. Wer wechselt, verliert also nichts ausser der Prämiendifferenz – und die beträgt je nach Kanton mehrere hundert bis über CHF 2'000 im Jahr.
Abgelehnt werden kann niemand: In der Grundversicherung gilt Aufnahmezwang, unabhängig von Alter und Gesundheitszustand. Nur offene, gemahnte Prämien bei der alten Kasse blockieren den Wechsel.
Die Franchise passend zum Profil
Die höchste Franchise lohnt sich, wenn die jährlichen Gesundheitskosten unter dem Break-Even liegen – meist bei rund CHF 1'800 bis 2'200. Die beste Grundlage sind die tatsächlichen Kosten der letzten drei Jahre.
Bei Kindern gilt das Gegenteil: Es gibt keine Mindestfranchise, und der Prämienrabatt für höhere Stufen fällt im Verhältnis klein aus. Für Kinder ist die tiefste Franchise fast immer richtig.
Kinder und Familienrabatte
Für Kinder gibt es keine Mindestfranchise, und viele Kassen staffeln die Prämien ab dem zweiten oder dritten Kind – bei einzelnen ist das dritte Kind prämienfrei.
Für Familien zählt deshalb die Gesamtrechnung, nicht die günstigste Einzelprämie. Die Kasse mit dem tiefsten Erwachsenentarif ist bei drei Kindern nicht zwingend die günstigste.
