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Prämiensaison

Prämien mit 19 bis 25: der Sprung nach dem 18. Geburtstag – und was ihn abfedert

Kurz beantwortet: Mit dem vollendeten 18. Altersjahr fällt die Kinderprämie weg und es gilt der Tarif für junge Erwachsene – der Sprung kann mehrere hundert Franken im Jahr betragen. Gleichzeitig entsteht eine Wahlmöglichkeit, die vorher nicht bestand: eigene Kasse, eigenes Modell, eigene Franchise bis CHF 2500.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert August 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Was sich mit 18 ändert

Bis zum vollendeten 18. Altersjahr gilt die Kinderprämie, und für Kinder schreibt das Gesetz keine Mindestfranchise vor – sie kann bei null liegen. Danach greift der Erwachsenen- beziehungsweise Jungerwachsenen-Tarif, und die gesetzliche Mindestfranchise von CHF 300 gilt.

Ein Detail, das Geld kostet: Wer als Kind eine Franchise von null hatte und beim Übergang nichts anpasst, wird in der Regel automatisch auf die Mindestfranchise gesetzt – nicht auf die für junge Gesunde meist günstigere Höchstfranchise von CHF 2500. Diese Anpassung passiert nicht von selbst.

Die Hebel, die in diesem Alter am stärksten wirken

Junge Erwachsene sind statistisch die gesündeste Versichertengruppe – genau deshalb wirken hier die Hebel besonders stark, die Eigenrisiko gegen Prämie tauschen:

  • Höchste Franchise (CHF 2500), wenn keine laufende Behandlung ansteht – aber nur mit zurückgelegter Reserve.
  • Sparmodell (Hausarzt, HMO, Telmed) statt freier Arztwahl.
  • Prämienverbilligung prüfen: In Ausbildung und mit tiefem Einkommen besteht sehr häufig ein Anspruch.
  • Unfalldeckung ausschliessen, sobald du mindestens acht Stunden pro Woche arbeitest – dann bist du über den Arbeitgeber unfallversichert.

Die Reserve ist der Teil, den fast alle überspringen

Die hohe Franchise ist für Gesunde die richtige Wahl – aber nur, wenn die eingesparte Prämie tatsächlich zurückgelegt wird. Sonst wird aus dem Spartrick eine Falle: Ein einziger Unfall oder eine unerwartete Behandlung erzeugt eine Rechnung über bis zu CHF 2500 plus Selbstbehalt, und mit 22 hat kaum jemand diesen Betrag greifbar.

Der ganze Vorteil hängt an einer einzigen Gewohnheit: den Prämienunterschied jeden Monat auf ein separates Ziel legen, bis das Polster steht. Danach ist es echtes Sparen.

Trag die neue Prämie in BudgetHub ein, sobald der Brief da ist – du siehst sofort, was sie im Monatsbudget verdrängt, und kannst gegensteuern, bevor die Frist abläuft.

Prämienverbilligung wird unterschätzt

Massgebend ist nicht der Bruttolohn, sondern eine kantonal definierte Bemessungsgrundlage – meist das steuerbare Einkommen mit Zu- und Abschlägen. Zwischen beiden liegt eine erhebliche Differenz.

Mehrere Kantone verbilligen Kinder- und Jugendprämien zudem nach grosszügigeren Regeln, teils auch bei mittleren Einkommen. Ein abgelehnter Antrag kostet nichts ausser dem Formular.

Gesundheitskosten als Budgetposten

Die Prämie ist der planbare Teil. Franchise und Selbstbehalt sind es nicht – bei der Höchstfranchise summieren sie sich im ungünstigsten Jahr auf CHF 3'200 pro Person.

Sauber ist eine eigene Rückstellungskategorie «Gesundheit» mit einem Zwölftel des erwarteten Jahresbetrags. Der Notgroschen ist dafür nicht gedacht – er ist für Einkommensausfälle da.

Kinder und Familienrabatte

Für Kinder gibt es keine Mindestfranchise, und viele Kassen staffeln die Prämien ab dem zweiten oder dritten Kind – bei einzelnen ist das dritte Kind prämienfrei.

Für Familien zählt deshalb die Gesamtrechnung, nicht die günstigste Einzelprämie. Die Kasse mit dem tiefsten Erwachsenentarif ist bei drei Kindern nicht zwingend die günstigste.

Häufige Fragen

Ab wann zahle ich die Erwachsenenprämie?+

Ab dem Jahr, das auf das vollendete 18. Altersjahr folgt. Für junge Erwachsene gelten in der Regel reduzierte Tarife gegenüber älteren Versicherten, aber deutlich höhere als die Kinderprämie.

Brauche ich mit 18 einen eigenen Krankenkassenvertrag?+

Versichert warst du schon immer selbst – die Police lief nur über die Eltern als Zahlstelle. Ab der Volljährigkeit kannst du Kasse, Modell und Franchise selbst bestimmen; wer das nicht aktiv tut, bleibt in der bisherigen Konstellation.

Lohnt sich die höchste Franchise für junge Erwachsene?+

Meist ja, weil die Gesundheitskosten in dieser Altersgruppe statistisch tief sind. Voraussetzung ist, dass die Prämienersparnis als Reserve zurückgelegt wird – sonst fehlt im Ernstfall der Betrag bis CHF 2500.

Habe ich als Studierende Anspruch auf Prämienverbilligung?+

Sehr oft ja. Die Kantone berücksichtigen das eigene steuerbare Einkommen, das in Ausbildung typischerweise tief ist. Der Antrag lohnt sich fast immer – abgelehnt zu werden kostet nichts ausser dem Formular.

Lohnt sich ein Antrag auf Prämienverbilligung?+

Häufiger als angenommen. Massgebend ist eine kantonale Bemessungsgrundlage, nicht der Bruttolohn – und eine Ablehnung kostet nichts.

Wie budgetiere ich Gesundheitskosten?+

Als eigene Rückstellung mit einem Zwölftel des erwarteten Jahresbetrags aus Franchise, Selbstbehalt und nicht gedeckten Posten.

Gibt es Rabatte für mehrere Kinder?+

Ja, viele Kassen staffeln ab dem zweiten oder dritten Kind. Für Familien zählt die Gesamtrechnung, nicht die günstigste Einzelprämie.

Zur Methodik: Prämien, Rabatte und Franchisestufen sind recherchierte Richtwerte 2026 (BAG, Vergleichsportale) und bewusst als Orientierung deklariert. Deine konkreten Zahlen hängen von Kasse, Kanton, Prämienregion und Modell ab.

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