Die Schneeball-Methode
Du tilgst zuerst die kleinste Schuld, unabhängig vom Zins. Die schnellen Erfolge motivieren – psychologisch stark, mathematisch nicht optimal.
Die Lawinen-Methode
Du tilgst zuerst die Schuld mit dem höchsten Zins. Das spart am meisten Geld, erfordert aber mehr Durchhaltevermögen.
In der Schweiz besonders wichtig
Konsumkredite und Kreditkartenschulden haben hohe Zinsen – sie zuerst zu tilgen lohnt fast immer. Plane die Raten als Fixkosten in deinem Budget.
In BudgetHub siehst du schwarz auf weiss, wie viel nach allen Fixkosten monatlich frei bleibt – die Zahl, auf der jeder Abbauplan aufbaut.
Was in beiden Fällen zuerst kommt
Die vollständige Liste: wem, wie viel, zu welchem Zinssatz, bis wann. Ohne diese Übersicht ist jede Methode wirkungslos, und die Summe ist fast immer kleiner als das Gefühl.
Danach die Mindestraten aller Schulden sichern – Verzug erzeugt Gebühren, die schneller wachsen als jede Tilgung. Erst der Betrag, der darüber hinaus verfügbar ist, geht nach Lawinen- oder Schneeballlogik auf eine einzelne Schuld.
Was vor jeder Methode kommt
Die vollständige Liste: wem, wie viel, zu welchem Zins, bis wann. Ohne sie wirkt keine Methode – und die Summe ist fast immer kleiner als das Gefühl.
Danach alle Mindestraten sichern. Verzug erzeugt Mahngebühren von CHF 20 bis 50 pro Rechnung plus Verzugszinsen, die schneller wachsen, als jede Tilgung Fortschritt bringt.
Die teuersten Schulden erkennen
Nicht die grössten, sondern die mit dem höchsten effektiven Jahreszins. Kreditkarten-Teilzahlung und Kleinkredite liegen im zweistelligen Bereich, Hypotheken deutlich darunter – die Reihenfolge folgt dem Zins, nicht dem Betrag.
Bei Betreibungen kommt ein zweiter Faktor dazu: Der Eintrag im Register erschwert Wohnungssuche und teilweise Stellensuche über Jahre. Sie zu vermeiden hat deshalb Vorrang, auch wenn der Zins tiefer ist.
Warum ein Rechner nur ein Ausgangspunkt ist
Die Rechnung nimmt an, dass die eingegebenen Werte stabil bleiben. In der Praxis ändern sie sich – manche jährlich, manche mit jedem Lebensabschnitt.
Das Ergebnis ist deshalb ein Ausgangspunkt und kein Endstand. Wiederhole die Rechnung, wenn sich etwas Wesentliches ändert, statt sie einmal zu machen und abzulegen.
Die Schweizer Zinssätze, um die es geht
Konsumkredite sind gesetzlich auf einen Höchstzins gedeckelt, der aktuell im Bereich von 12 Prozent liegt; Kreditkartenschulden bewegen sich oft knapp darunter. Bei CHF 10'000 Kreditkartenschuld und 12 Prozent sind das CHF 1'200 Zinsen pro Jahr – mehr, als die meisten Haushalte im selben Zeitraum sparen können.
Daraus folgt die klare Priorität: Verzinste Schulden abzubauen ist rechnerisch immer besser, als denselben Betrag zu sparen. Die einzige Ausnahme ist ein kleiner Puffer von ein bis zwei Monatsausgaben, weil ohne ihn die nächste Rechnung wieder zu neuen Schulden führt.
Was beide Methoden nicht lösen
Schneeball und Lawine bestimmen nur die Reihenfolge der Tilgung. Sie helfen nicht, wenn die monatliche Lücke bestehen bleibt – dann wächst die Schuld schneller, als getilgt wird, unabhängig von der Reihenfolge. Der erste Schritt ist deshalb immer die Frage, ob nach allen Fixkosten überhaupt etwas frei bleibt.
Wenn nicht, ist der richtige Weg nicht eine Methode, sondern eine Budgetberatungsstelle. Die kantonalen Stellen arbeiten kostenlos oder gegen einen kleinen Beitrag, verkaufen nichts und verhandeln bei Bedarf mit Gläubigern. Das früh zu tun ist der Unterschied zwischen einer Sanierung und einer Betreibung – und es ist keine Kapitulation, sondern der wirksamste verfügbare Schritt.
