Was Inflation bedeutet
Inflation ist der allgemeine Preisanstieg: Für denselben Warenkorb zahlst du nächstes Jahr mehr. Deine Kaufkraft sinkt, wenn Löhne nicht mitwachsen.
Wirkung über Zeit
Schon 2% pro Jahr summieren sich spürbar. Was heute CHF 1'000 kostet, kostet in 10 Jahren bei 2% rund CHF 1'219. Spiel es mit dem Inflationsrechner durch.
Konsequenz fürs Sparen
Geld auf dem Konto verliert real an Wert. Langfristige Ziele sollten die Teuerung einkalkulieren.
In BudgetHub baust du das in einer Stunde auf und brauchst danach zehn Minuten im Monat – der Aufwand liegt am Anfang, nicht im Unterhalt.
Die Schweizer Besonderheit
Die Teuerung ist hier historisch tief, oft deutlich unter 2 %. Der Landesindex der Konsumentenpreise bildet aber nicht alles ab, was Haushalte belastet: Krankenkassenprämien sind nicht Teil des Warenkorbs, obwohl sie für viele der spürbarste Kostentreiber der letzten Jahre waren.
Die persönliche Teuerung kann deshalb deutlich über der offiziellen liegen – besonders bei Haushalten mit hohem Anteil an Wohn- und Gesundheitskosten.
Was bei Renten passiert
Die AHV wird periodisch an Löhne und Preise angepasst, Pensionskassenrenten in der Regel nicht. Eine PK-Rente von CHF 3'000 hat nach zwanzig Jahren bei 1,5 Prozent Teuerung noch rund CHF 2'230 heutiger Kaufkraft.
Das ist einer der stärksten Gründe, die Altersvorsorge nicht ausschliesslich auf feste Renten zu stützen – und ein Argument für den Kapitalbezug bei entsprechender Anlagedisziplin.
Der praktische Umgang
Kurzfristige Reserven bleiben auf dem Konto; dort zählt Verfügbarkeit. Für Beträge mit einem Horizont über zehn Jahre wird die reale Wertentwicklung zum Hauptkriterium.
Bei Sparzielen mit festem Termin gehört die Teuerung eingerechnet: CHF 50'000 heute entsprechen bei 1,5 Prozent in zehn Jahren rund CHF 58'000.
Der Abgleich mit der Realität
Der grösste Unsicherheitsfaktor ist hier nicht der Betrag, sondern die Laufzeit. Eine Berechnung über zwanzig Jahre reagiert auf eine Änderung des Zinssatzes um einen Prozentpunkt stärker als auf eine um zehn Prozent höhere Sparrate – deshalb lohnt es sich, beide Grössen einzeln zu variieren statt eine einzige Zahl zu glauben.
Zweite Fehlerquelle sind Beiträge, die als konstant angenommen werden, es aber nicht sind: Lohnentwicklung, Pensumsänderungen und Erwerbsunterbrüche verschieben das Ergebnis deutlich. Rechne deshalb eine pessimistische Variante mit – sie ist die planungsrelevantere.
Warum Mieten anders reagieren
Bestandsmieten sind in der Schweiz an den Referenzzinssatz und nur teilweise an die Teuerung gekoppelt – überwälzbar sind höchstens 40 Prozent des Renchérissements.
Das ist ein bedeutender Unterschied zu Ländern mit indexierten Mieten: Bei steigender Teuerung wächst die Schweizer Bestandsmiete deutlich langsamer als das allgemeine Preisniveau.
Warum der Landesindex nicht dein Index ist
Der Landesindex der Konsumentenpreise misst einen Durchschnittswarenkorb. Dein Warenkorb sieht anders aus – und ausgerechnet der grösste Posten vieler Haushalte ist darin nur teilweise enthalten: Die Krankenkassenprämien fliessen nicht in den Index ein, weil sie als Transferzahlung gelten.
Genau diese Prämien sind über die letzten Jahre deutlich stärker gestiegen als die allgemeine Teuerung. Ein Haushalt kann deshalb bei einer ausgewiesenen Inflation von einem Prozent real spürbar verlieren – die Zahl in den Nachrichten und die Zahl auf dem Konto sind zwei verschiedene Dinge.
Wie du deine eigene Teuerung misst
Nimm die Jahressummen deiner fünf grössten Kategorien aus dem Vorjahr und stelle sie den aktuellen gegenüber. Das ist die einzige Teuerungsrate, die für deine Planung zählt – und sie ist mit einem geführten Budget in fünf Minuten ermittelt.
Für die Lohnverhandlung ist diese Zahl brauchbarer als jeder Indexwert: Wer belegen kann, dass die eigenen Fixkosten um vier Prozent gestiegen sind, argumentiert konkreter als mit dem Landesindex. Und für die Vorsorgeplanung gilt: Über 30 Jahre halbiert schon eine Teuerung von zwei Prozent die Kaufkraft eines nominal gleichbleibenden Betrags.
