Zwei Musterbudgets
Kurz: Im Ruhestand fallen Arbeitsweg, Berufsauslagen und Vorsorgebeiträge weg. Dafür steigen Gesundheitskosten, und viele haben mehr Zeit für Freizeit und Reisen. Unter dem Strich brauchen die meisten 70 bis 80 % ihres früheren Nettoeinkommens.
| Posten pro Monat | Single | Paar |
|---|---|---|
| Wohnen inkl. Nebenkosten | CHF 1’500 | CHF 1’900 |
| Krankenkasse (Mittelwerte 2027) | CHF 488 | CHF 975 |
| Steuern | CHF 300 | CHF 500 |
| Lebensmittel und Haushalt | CHF 550 | CHF 900 |
| Mobilität | CHF 120 | CHF 200 |
| Telefon, Serafe, Versicherungen | CHF 200 | CHF 260 |
| Gesundheit (Franchise, Zahnarzt, Brille) | CHF 150 | CHF 250 |
| Freizeit, Reisen, Geschenke | CHF 300 | CHF 450 |
| Total | CHF 3’608 | CHF 5’435 |
Was die AHV abdeckt
Die AHV-Rente beträgt 2027 zwischen CHF 1’280 und CHF 2’560 pro Monat für Einzelpersonen, plus die 13. Rente im Dezember. Ein Ehepaar erhält höchstens CHF 3’840. Im Single-Budget von CHF 3’608 deckt selbst die Maximalrente also nur rund 77 % (inklusive 13. Rente).
Die Lücke schliesst bei den meisten die Pensionskasse. Wer eine kleine PK-Rente hat – etwa nach Teilzeitjahren oder Selbständigkeit – muss mit Säule 3a, freiem Vermögen oder einem tieferen Budget planen.
Wenn das Geld nicht reicht
Reichen Renten und Vermögen nicht für den Lebensbedarf, besteht Anspruch auf Ergänzungsleistungen – bei einem Vermögen unter CHF 100’000 (Ehepaare CHF 200’000). Die EL decken Lebensbedarf, Miete bis zu regionalen Höchstbeträgen und die Krankenkassenprämie. Viele Berechtigte stellen keinen Antrag – ein Fehler, denn die EL sind ein Rechtsanspruch.
Weitere Stützen sind die Prämienverbilligung, Vergünstigungen für Seniorinnen und Senioren im ÖV und bei Kultur, und Beratung durch Pro Senectute.
- Ergänzungsleistungen prüfen
- Prämienverbilligung beantragen
- Pro Senectute berät kostenlos
Kapital oder Rente: was das Budget stabiler macht
Wer sein Pensionskassenguthaben als Rente bezieht, hat ein sicheres, lebenslanges Einkommen. Wer Kapital bezieht, hat mehr Flexibilität, trägt aber das Risiko, dass das Geld vor dem Lebensende aufgebraucht ist oder an der Börse schwankt. Viele wählen eine Mischung: genug Rente, um die Fixkosten zusammen mit der AHV zu decken, und Kapital für Reisen, Renovationen oder Notfälle.
Ein einfacher Test: Decken AHV und PK-Rente zusammen Wohnen, Krankenkasse, Steuern und Lebensmittel? Dann ist das Grundbudget gesichert, und das Kapital kann für den Rest geplant werden.
Das Rentenbudget planen
Spätestens fünf Jahre vor der Pensionierung lohnt sich ein Rentenbudget: Welche Einnahmen kommen aus AHV, Pensionskasse und 3a? Welche Ausgaben fallen weg, welche kommen dazu? Eine Rentenvorausberechnung der AHV und der Pensionskassenausweis liefern die Zahlen. Wer Kapital bezieht, sollte einen Entnahmeplan machen, damit das Geld auch mit 90 noch reicht.
Wichtig: Renten sind steuerbar. Die Steuerrückstellung bleibt auch im Ruhestand ein fester Budgetposten.
Trag deine Zahlen einmal in BudgetHub ein – dann siehst du jeden Monat, was nach Fixkosten wirklich bleibt, und wo sich eine Änderung lohnt. Kostenlos, ohne Bankverbindung, Daten in der Schweiz.
Was den Wert nach oben treibt
Bei fast allen Haushaltsposten sind es dieselben drei Faktoren: Wohnregion, Haushaltsgrösse und ob externe Dienstleistungen genutzt werden. Städtische Zentren liegen bei praktisch jedem Posten über dem Landesdurchschnitt.
Der vierte Faktor ist die Lebensphase: Ein Haushalt mit Jugendlichen liegt bei Lebensmitteln, Mobilität und Freizeit deutlich über einem mit Kleinkindern.
