Lebenshaltung

Wie viel Budget für Kleider pro Monat?

Kurz beantwortet: Für Kleidung und Schuhe rechnet man in der Schweiz pro erwachsene Person mit CHF 80 bis CHF 150 im Monat, für Kinder mit CHF 50 bis CHF 100. Das entspricht grob zwei bis drei Prozent der Haushaltsausgaben – weniger, als die meisten schätzen, aber unregelmässig verteilt. Kleidung ist der klassische unregelmässige Posten: im einen Monat nichts, im nächsten eine Winterjacke und Schuhe zusammen. Genau deshalb sprengt sie Budgets, die nur monatlich denken. Ein fester Monatsbetrag auf einem Kleiderkonto löst das.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Oktober 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Richtwerte pro Person

Kurz: Die Haushaltsbudgeterhebung des Bundesamts für Statistik weist für Bekleidung und Schuhe einen kleinen einstelligen Prozentanteil der Haushaltsausgaben aus. Umgerechnet auf Personen ergeben sich die Richtwerte unten. Sie gelten für normale Alltags- und Arbeitskleidung, nicht für Berufskleidung, die der Arbeitgeber stellt.

Personpro Monatpro Jahr
Erwachsene, sparsamCHF 80CHF 960
Erwachsene, durchschnittlichCHF 115CHF 1’380
Erwachsene, grosszügigCHF 150CHF 1’800
KindCHF 50–CHF 100CHF 600–CHF 1’200

Kinder wachsen schnell, dafür lässt sich viel weitergeben oder secondhand kaufen. Bei Teenagern steigt der Betrag oft über die Richtwerte – ein Kleiderbudget, das sie selbst verwalten, ist dann ein gutes Lernfeld.

Warum ein Kleiderkonto besser funktioniert als ein Monatsbetrag

Wer einen festen Betrag pro Monat auf ein separates Konto oder eine Kategorie überweist, hat beim Winterjacken-Kauf das Geld bereits beisammen. Ohne Konto wird derselbe Kauf zur Überziehung des Monatsbudgets – und das Gefühl, «zu viel» für Kleider auszugeben, entsteht, obwohl der Jahresbetrag im Rahmen liegt.

Der zweite Vorteil: Was im Frühling übrig bleibt, steht im Herbst zur Verfügung. Das Konto gleicht die Saisons aus.

  • Fester Monatsbetrag auf ein Kleiderkonto
  • Grosse Käufe aus dem Konto, nicht aus dem Monat
  • Jahresbetrag statt Monatsbetrag beurteilen

Wo das Kleiderbudget unbemerkt wächst

Die grössten Treiber sind nicht die geplanten Käufe, sondern Online-Bestellungen nebenbei, Rabattaktionen und Retouren, die nie zurückgeschickt werden. Wer drei Monate lang alle Kleiderausgaben aufschreibt, kennt seinen echten Betrag – er liegt oft deutlich über der Schätzung.

Hilfreich sind einfache Regeln: eine Wunschliste statt Spontankauf, 48 Stunden warten bei allem über CHF 100, und für jedes neue Teil eines aussortieren. Wer die Regeln eine Saison lang durchhält, merkt meist, wie wenig ihm fehlt.

Sparen ohne schlechter angezogen zu sein

Qualität vor Menge zahlt sich bei Schuhen und Jacken aus: Ein Paar, das fünf Jahre hält, ist günstiger als drei Paare für je zwei Jahre. Secondhand-Plattformen und Kleidertauschbörsen senken die Kosten bei Kinderkleidern und Markenstücken deutlich. Und Ausverkauf lohnt sich nur für Dinge, die ohnehin auf der Liste stehen.

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Richtwert und eigene Lage

Ein Richtwert beschreibt den Durchschnitt, nicht deine Situation. Er ist brauchbar als Ausgangspunkt und wird erst durch den Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate aussagekräftig.

Wo dein Wert um mehr als zwanzig Prozent abweicht, gibt es dafür meist einen konkreten Grund – Wohnregion, Haushaltsgrösse oder eine Besonderheit deiner Lebenssituation. Diesen Grund zu kennen ist wertvoller als der Durchschnitt selbst.

Häufige Fragen

Wie viel geben Schweizer für Kleider aus?+

Pro erwachsene Person grob CHF 80 bis CHF 150 im Monat, also rund CHF 960 bis CHF 1’800 im Jahr.

Wie viel Prozent des Budgets für Kleidung?+

Grob zwei bis drei Prozent der Haushaltsausgaben. Liegt der Anteil deutlich höher, lohnt sich ein Blick auf Spontan- und Online-Käufe.

Wie viel kosten Kinderkleider?+

Rund CHF 50 bis CHF 100 pro Monat und Kind, mit Secondhand und Weitergeben deutlich weniger.

Gehören Schuhe zum Kleiderbudget?+

Ja, Kleidung und Schuhe werden zusammen budgetiert – auch in der Statistik des Bundes.

Wie verhindere ich Spontankäufe?+

Mit einer Wunschliste, einer Wartezeit von 48 Stunden bei grösseren Beträgen und einem festen Kleiderkonto, das zeigt, wie viel noch zur Verfügung steht.

Soll ich ein separates Kleiderkonto führen?+

Es hilft, unregelmässige Käufe aufzufangen. Alternativ genügt eine eigene Kategorie mit Monatsbetrag im Budget.

Wie viel kostet Berufskleidung?+

Muss sie selbst gekauft werden, ist sie zusätzlich zu budgetieren. Oft stellt der Arbeitgeber sie oder zahlt einen Beitrag; in der Steuererklärung kann sie unter Umständen als Berufsauslage gelten.

Lohnt sich Secondhand wirklich?+

Bei Kinderkleidern, Jacken und Markenstücken oft sehr. Für Unterwäsche und Schuhe kaufen die meisten lieber neu.

Wie verlässlich sind Richtwerte?+

Als Ausgangspunkt brauchbar, als Massstab nicht. Erst der Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate macht sie aussagekräftig.

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Zur Methodik: Die genannten Richtwerte basieren auf etablierten Schweizer Budgetregeln (Budgetberatung Schweiz, BFS-Niveau, gängige Faustregeln) und sind bewusst als Orientierung deklariert – keine individuelle Beratung. Deine konkreten Zahlen hängen von Region, Haushalt und Lebensstil ab.

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