Lebenshaltung

Wie viel Budget für Freizeit und Ausgang?

Kurz beantwortet: Für Freizeit, Hobbys, Kultur und Ausgang rechnet man pro Person mit rund CHF 400 im Monat – davon etwa CHF 150 für Essen auswärts. Als Faustregel gelten fünf bis zehn Prozent des Nettoeinkommens. Wichtiger als die Höhe ist, dass der Betrag bewusst festgelegt wird. Freizeit ist der flexibelste Budgetposten – und der, bei dem am häufigsten zuerst gespart wird. Das hält selten: Ein Budget ohne Freizeitbetrag wird nach wenigen Wochen aufgegeben. Ein fester, ehrlicher Betrag ist nachhaltiger als ein ambitioniertes Spar-Ziel.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Oktober 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Richtwerte pro Person

Kurz: Die Haushaltsbudgeterhebung des Bundes zeigt, dass Unterhaltung, Erholung und Kultur sowie Restaurant- und Hotelbesuche zusammen einen der grössten variablen Ausgabenblöcke bilden. Für eine Einzelperson ergeben sich daraus etwa folgende Richtwerte:

Bereichpro Monat
Essen auswärts & Take-awayCHF 150
Hobbys & SportCHF 120
Kultur (Kino, Konzerte, Museen)CHF 50
Ausgang (Bar, Club, Events)CHF 80
TotalCHF 400

Ferien sind hier nicht enthalten – sie gehören besser auf ein eigenes Sparkonto. Abos wie Fitness oder Streaming stehen in der Fixkostenliste, weil sie jeden Monat gleich viel kosten.

Fünf bis zehn Prozent: die Faustregel

Bei CHF 5’000 Nettoeinkommen entsprechen fünf bis zehn Prozent CHF 250 bis CHF 500 pro Monat. Wer weniger verdient oder eine hohe Miete hat, liegt eher am unteren Rand; wer mit einem Partner die Fixkosten teilt, kann mehr einplanen.

Die 50-30-20-Regel ordnet Freizeit den «Wünschen» zu, die zusammen dreissig Prozent ausmachen dürfen – inklusive Kleidung, Ferien und Hobbys. Das ist eine Obergrenze, kein Ziel.

  • 5–10 % des Nettoeinkommens als Orientierung
  • Ferien separat ansparen
  • Fixe Freizeitabos in die Fixkosten
  • Ein Betrag, der ehrlich ist, hält länger

Wo das Freizeitbudget leckt

Die grössten Lecks sind kleine Beträge: Kaffee unterwegs, Take-away am Mittag, spontane Drinks, Lieferdienste am Abend. Einzeln unauffällig, zusammen schnell ein dreistelliger Monatsbetrag. Mit TWINT und Karte bezahlt, fehlt zudem das Gefühl für die Summe.

Ein einfacher Test: einen Monat lang alle Freizeitausgaben erfassen, ohne etwas zu ändern. Danach entscheiden, was es wert war – und den Betrag für den nächsten Monat bewusst festlegen. Meist zeigt sich: Einige Ausgaben waren jeden Franken wert, andere hat man kaum bemerkt.

Günstiger, ohne weniger zu erleben

Viele Städte bieten Kulturlegi, Museumspässe oder vergünstigte Tickets; Sportvereine sind meist deutlich günstiger als kommerzielle Anbieter. Einladen statt auswärts essen, Mittagessen mitnehmen, Ausgang auf einen fixen Abend legen – das senkt den Betrag, ohne dass die Freizeit verschwindet.

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Was den Wert nach oben treibt

Bei fast allen Haushaltsposten sind es dieselben drei Faktoren: Wohnregion, Haushaltsgrösse und ob externe Dienstleistungen genutzt werden. Städtische Zentren liegen bei praktisch jedem Posten über dem Landesdurchschnitt.

Der vierte Faktor ist die Lebensphase: Ein Haushalt mit Jugendlichen liegt bei Lebensmitteln, Mobilität und Freizeit deutlich über einem mit Kleinkindern.

Häufige Fragen

Wie viel Geld für Freizeit pro Monat ist normal?+

Pro Person rund CHF 400 für Essen auswärts, Hobbys, Kultur und Ausgang – je nach Einkommen fünf bis zehn Prozent des Nettolohns.

Gehören Ferien zum Freizeitbudget?+

Besser nicht. Ferien sind ein grosser, planbarer Betrag und gehören auf ein eigenes Sparkonto mit monatlicher Einzahlung.

Wie viel für Essen auswärts?+

Rund CHF 150 pro Person und Monat als Richtwert. Wer regelmässig auswärts zu Mittag isst, liegt deutlich darüber.

Soll ich bei der Freizeit zuerst sparen?+

Nur wenn die Fixkosten bereits stimmen. Ein Budget ohne Freizeitbetrag wird meist schnell aufgegeben – lieber einen kleineren, festen Betrag.

Wie behalte ich Freizeitausgaben im Griff?+

Mit einem festen Monatsbetrag und einer eigenen Kategorie im Budget. Was auf ist, ist auf – der Rest des Budgets bleibt unberührt.

Gibt es Vergünstigungen für Freizeit?+

Ja: Kulturlegi für tiefe Einkommen, Museumspässe, Vereinsangebote und Studierendenrabatte senken die Kosten deutlich.

Wie viel für Hobbys ist angemessen?+

Was du dir nach Fixkosten, Sparen und Rückstellungen leisten kannst. Teure Hobbys sind kein Problem, wenn sie bewusst budgetiert sind und nicht aus dem Notgroschen bezahlt werden.

Wie budgetiere ich Ausgang mit Freunden?+

Mit einem festen Monatsbetrag oder einer Anzahl Abende pro Monat. Wer mit TWINT bezahlt, sollte die Ausgaben regelmässig nachsehen, weil sie im Alltag leicht untergehen.

Warum liegen meine Kosten über dem Richtwert?+

Meist wegen Wohnregion, Haushaltsgrösse oder externer Dienstleistungen. Städtische Zentren liegen bei fast jedem Posten über dem Durchschnitt.

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Zur Methodik: Die genannten Richtwerte basieren auf etablierten Schweizer Budgetregeln (Budgetberatung Schweiz, BFS-Niveau, gängige Faustregeln) und sind bewusst als Orientierung deklariert – keine individuelle Beratung. Deine konkreten Zahlen hängen von Region, Haushalt und Lebensstil ab.

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