Das Musterbudget
Kurz: Ein Nettoeinkommen von CHF 9'000 entspricht etwa einem Vollzeit- und einem Teilzeitlohn oder einem höheren Einzeleinkommen. Für eine vierköpfige Familie im Mittelland ist das ein solides, aber kein üppiges Budget – Wohnen und Krankenkasse binden schon über ein Drittel.
| Posten | pro Monat |
|---|---|
| Nettoeinkommen | CHF 9’000 |
| Kinderzulagen (gesetzliches Minimum) | +CHF 430 |
| Wohnen 4,5 Zimmer inkl. Nebenkosten | CHF 2’500 |
| Krankenkasse 2 Erwachsene + 2 Kinder | CHF 1’031 |
| Steuern (Rückstellung) | CHF 900 |
| Lebensmittel und Haushalt | CHF 1’300 |
| Mobilität (Auto oder 2 ÖV-Abos) | CHF 600 |
| Telefon, Internet, Serafe, Versicherungen | CHF 400 |
| Kinder (Betreuung, Hobbys, Kleidung) | CHF 500 |
| Bleibt für Ferien, Rückstellungen, Sparen | CHF 2’199 |
Die drei Stellschrauben
Wohnen ist der grösste Hebel. Zwischen einer 4,5-Zimmer-Wohnung in der Agglomeration und einer in der Stadt liegen schnell CHF 800 pro Monat. Die zweite Stellschraube ist die Kinderbetreuung: Mit Kita an drei Tagen pro Woche steigen die Kinderkosten je nach Gemeinde und Einkommen auf CHF 1'000 bis 2'500 pro Kind – dann wird dieses Budget eng.
Die dritte ist die Krankenkasse: Mit alternativen Modellen, passender Franchise und dem Kinderrabatt lassen sich oft mehrere hundert Franken pro Jahr sparen. Bei diesem Einkommen besteht in einigen Kantonen auch ein Anspruch auf Prämienverbilligung für die Kinder.
- Wohnort und Wohnungsgrösse
- Kinderbetreuung und Subventionen
- Krankenkasse: Modell, Franchise, Kinderrabatt
Rückstellungen, die Familien oft vergessen
Familienbudgets scheitern selten an den Monatskosten, sondern an den unregelmässigen Ausgaben: Zahnarzt und Zahnspange, Brillen, Schullager, Geburtstage, Ferien, Velos, Skiausrüstung, die Nebenkostenabrechnung und die Steuerschlussrechnung. Wer dafür monatlich CHF 500 bis 800 zurücklegt, bleibt ruhig, wenn die Rechnungen kommen.
Am einfachsten funktioniert das mit einem separaten Rückstellungskonto und einem Dauerauftrag am Zahltag. Die Kinderzulagen eignen sich gut als feste Quelle für Kinderrückstellungen.
Ferien und Freizeit realistisch planen
Familienferien sind oft der grösste Einzelposten des Jahres. Eine Woche Ferien in der Schweiz kostet für vier Personen schnell CHF 2'500 bis 4'000, eine Flugreise in den Sommerferien mehr. Wer dafür CHF 300 bis 400 pro Monat zurücklegt, reist ohne Kredit oder Überzug.
Freizeitkosten der Kinder – Sportverein, Musikunterricht, Lager – summieren sich ebenfalls. Pro Kind sind CHF 100 bis 300 pro Monat realistisch. Viele Gemeinden und Vereine bieten Ermässigungen für Familien mit tieferem Einkommen; es lohnt sich zu fragen.
Gemeinsam budgetieren
Bei zwei Einkommen hilft ein klares Modell: Ein gemeinsames Konto für Fixkosten und Haushalt, in das beide proportional zu ihrem Einkommen einzahlen, und je ein eigenes Konto für persönliche Ausgaben. So bleibt das Budget fair, auch wenn ein Partner Teilzeit arbeitet.
Wer Teilzeit arbeitet, um Kinder zu betreuen, hat oft eine Vorsorgelücke. Ein Ausgleich über die Säule 3a des Teilzeitpartners ist eine faire und steuerlich sinnvolle Lösung.
Trag deine Zahlen einmal in BudgetHub ein – dann siehst du jeden Monat, was nach Fixkosten wirklich bleibt, und wo sich eine Änderung lohnt. Kostenlos, ohne Bankverbindung, Daten in der Schweiz.
Richtwert und eigene Lage
Ein Richtwert beschreibt den Durchschnitt, nicht deine Situation. Er ist brauchbar als Ausgangspunkt und wird erst durch den Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate aussagekräftig.
Wo dein Wert um mehr als zwanzig Prozent abweicht, gibt es dafür meist einen konkreten Grund – Wohnregion, Haushaltsgrösse oder eine Besonderheit deiner Lebenssituation. Diesen Grund zu kennen ist wertvoller als der Durchschnitt selbst.
