Das Musterbudget
Kurz: Aus CHF 5’000 brutto werden nach Sozialabzügen rund CHF 4’300 netto. Davon gehen bei mittleren Verhältnissen etwa CHF 1’300 für Wohnen inklusive Nebenkosten weg, CHF 450 für die Krankenkasse, CHF 430 für Steuern, CHF 600 für Lebensmittel und CHF 300 für Mobilität. Übrig bleiben rund CHF 1’200 für Versicherungen, Kommunikation, Kleidung, Freizeit und Sparen.
Diese Verteilung ist eine Orientierung, kein Rezept. Wer in Zürich wohnt, zahlt für dieselbe Wohnung deutlich mehr und hat entsprechend weniger Spielraum; wer im Jura wohnt, hat mehr. Nimm die Prozentwerte, nicht die Franken.
- Wohnen inkl. Nebenkosten: 22–28 % vom Brutto
- Krankenkasse: 8–12 %
- Steuern: 8–15 %, monatlich zurücklegen
- Lebensmittel: 10–14 %
Die eigentliche Frage in dieser Einkommensklasse: wie entsteht überhaupt eine Sparquote?
Bei diesem Einkommen ist der Spielraum real, aber schmal. Die verbreitete Empfehlung «zehn Prozent sparen» scheitert hier oft nicht am Willen, sondern an der Reihenfolge: Wer am Monatsende spart, spart das, was übrig bleibt – und übrig bleibt in Monaten mit einer unerwarteten Rechnung nichts.
Die Umkehrung ist der einzige Hebel, der zuverlässig funktioniert: einen festen Betrag am Zahltag auf ein separates Konto, bevor irgendetwas anderes passiert. Der Betrag darf klein sein. Entscheidend ist, dass er nicht zur Verhandlungsmasse des Monats gehört.
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- Am Zahltag sparen, nicht am Monatsende
- Separates Konto, kein Unterkonto im Sichtfeld
- Start mit CHF 150 bis CHF 250 ist realistischer als mit zehn Prozent
- Erhöhen, wenn eine Lohnerhöhung kommt – nicht vorher
Der Posten, der dieses Budget am häufigsten kippt
Die Steuerrechnung. Sie kommt einmal im Jahr, sie ist vierstellig, und sie steht in keinem Monatsbudget. Wer sie nicht durch zwölf teilt und monatlich zurücklegt, erlebt jedes Jahr denselben Frühling.
Der zweite Kandidat ist die Franchise bei der Krankenkasse. Wer die höchste Franchise gewählt hat, um die Prämie zu senken, muss die Ersparnis zurücklegen können – sonst wird aus der Sparmassnahme im Krankheitsfall ein Loch.
- Steuerrechnung durch zwölf, als Fixposten führen
- Bei hoher Franchise: Prämiendifferenz separat zurücklegen
- Jahresrechnungen (Serafe, Versicherungen) ebenfalls monatlich verteilen
- Notgroschen vor Sparzielen – drei Monatsausgaben als erstes Ziel
Wo bei diesem Einkommen wirklich Spielraum entsteht
Die grössten Hebel liegen nicht beim täglichen Konsum, sondern bei drei Fixposten, die einmal geprüft und dann jahrelang wirken. Erstens die Krankenkasse: Zwischen der teuersten und der günstigsten Kasse liegen in derselben Region bei identischen Leistungen mehrere hundert Franken im Jahr, und ein alternatives Versicherungsmodell senkt die Prämie zusätzlich. Zweitens die Prämienverbilligung – bei diesem Einkommen besteht je nach Kanton und Haushaltsgrösse durchaus Anspruch, und viele stellen keinen Antrag, weil sie sich selbst über der Grenze wähnen.
Drittens die Wohnkosten. Sie sind der grösste Posten und der einzige, bei dem eine einmalige Entscheidung dauerhaft wirkt. Ein Wechsel ist aufwendig, aber wer bei diesem Einkommen mehr als dreissig Prozent des Bruttolohns für Wohnen aufwendet, findet nirgendwo sonst einen vergleichbaren Hebel.
- Krankenkasse jährlich vergleichen – gleiche Leistung, andere Prämie
- Prämienverbilligung prüfen statt selbst einschätzen
- Alternatives Versicherungsmodell senkt die Prämie zusätzlich
- Wohnkosten über 30 % des Bruttolohns: der grösste einzelne Hebel
Richtwert und eigene Lage
Ein Richtwert beschreibt den Durchschnitt, nicht deine Situation. Er ist brauchbar als Ausgangspunkt und wird erst durch den Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate aussagekräftig.
Wo dein Wert um mehr als zwanzig Prozent abweicht, gibt es dafür meist einen konkreten Grund – Wohnregion, Haushaltsgrösse oder eine Besonderheit deiner Lebenssituation. Diesen Grund zu kennen ist wertvoller als der Durchschnitt selbst.
