Das Musterbudget
Kurz: Aus CHF 4’500 brutto werden nach AHV/IV/EO, ALV, Unfallversicherung und Pensionskasse rund CHF 3’970 netto (je nach Alter und Plan CHF 3’730 bis CHF 4’060). Der Lohn liegt knapp unter der Tieflohnschwelle und ist typisch für Detailhandel, Gastronomie, Pflegeassistenz oder die ersten Jahre nach der Lehre.
| Posten | pro Monat |
|---|---|
| Nettolohn | CHF 3’970 |
| Wohnen inkl. Nebenkosten | CHF 1’250 |
| Krankenkasse (vor Verbilligung) | CHF 450 |
| Steuern (Rückstellung) | CHF 300 |
| Lebensmittel und Haushalt | CHF 500 |
| Mobilität (ÖV-Abo) | CHF 150 |
| Telefon, Internet, Serafe, Versicherungen | CHF 180 |
| Bleibt für alles andere | CHF 1’140 |
Wohin der Rest gehen sollte
Die verbleibenden CHF 1’140 müssen Kleidung, Freizeit, Ausgang, Ferien, Geschenke, Zahnarzt und Franchise decken. Wer das nicht plant, gibt es im Alltag aus und steht bei der nächsten grossen Rechnung ohne Reserve da. Eine sinnvolle Aufteilung: CHF 250 Freizeit und Ausgang, CHF 100 Kleidung, CHF 150 Rückstellungen für Ferien, Geschenke und Gesundheit, der Rest als fester Spardauerauftrag.
Ein Notgroschen von 3 Monatsausgaben – hier rund CHF 8’500 – ist das erste Sparziel. Danach lohnt sich die Säule 3a, auch mit kleinen Beträgen.
- Freizeit und Ausgang begrenzen
- Rückstellungen für unregelmässige Ausgaben
- Spardauerauftrag am Zahltag
Prämienverbilligung prüfen
Bei diesem Einkommen besteht in vielen Kantonen Anspruch auf Prämienverbilligung, besonders mit Kindern oder bei hoher Miete. Je nach Kanton läuft der Anspruch automatisch über die Steuerdaten oder muss beantragt werden – oft mit Frist. Eine Verbilligung von CHF 100 pro Monat verändert dieses Budget spürbar.
Ebenfalls wirksam: ein alternatives Versicherungsmodell und eine Franchise, die zur Gesundheit passt. Wer selten zum Arzt geht und eine Reserve hat, spart mit einer höheren Franchise.
So steigt der Spielraum
Die wirksamsten Hebel bei diesem Einkommen sind strukturell, nicht im Alltag. Eine um CHF 200 günstigere Wohnung bringt CHF 2'400 pro Jahr, ein Wechsel zu einem Telmed-Modell mit höherer Franchise oft CHF 600 bis 1'000, die Prämienverbilligung je nach Kanton mehrere hundert Franken. Dagegen bringen tägliche Spartricks meist nur wenige Franken.
Auch auf der Einnahmenseite gibt es Spielraum: Weiterbildungen, die zu einer höheren Lohnstufe führen, werden teils vom Arbeitgeber oder vom Kanton mitfinanziert und sind steuerlich abziehbar. Eine Lohnerhöhung um CHF 300 brutto verändert dieses Budget stärker als jede Sparmassnahme.
Wo es eng wird
Eng wird es vor allem in teuren Städten. In Zürich oder Genf ist eine eigene Wohnung für CHF 1'250 kaum zu finden; eine WG oder ein Wohnort in der Agglomeration verändert dieses Budget stärker als jede Sparmassnahme. Ein Auto ist mit diesem Lohn ebenfalls schwer finanzierbar – die Vollkosten liegen schnell bei CHF 600 bis 800 pro Monat.
Trag deine Zahlen einmal in BudgetHub ein – dann siehst du jeden Monat, was nach Fixkosten wirklich bleibt, und wo sich eine Änderung lohnt. Kostenlos, ohne Bankverbindung, Daten in der Schweiz.
Vom Richtwert zur Budgetposition
Ein Richtwert wird erst nützlich, wenn er zu einer Zeile im Budget wird – mit einem Betrag, der monatlich reserviert ist. Alles andere bleibt eine Information ohne Folge.
Bei unregelmässig anfallenden Posten gehört der Jahresbetrag durch zwölf geteilt und als Rückstellung geführt. Sonst sprengt er den Monat, in dem er auftritt.
