Das Musterbudget für eine Einzelperson
Kurz: Aus CHF 4’000 brutto werden nach AHV/IV/EO, ALV, Pensionskasse und Unfallversicherung rund CHF 3’550 netto. Je nach Alter und Pensionskassenplan liegt der Nettolohn zwischen CHF 3’360 und CHF 3’620. Eine realistische Verteilung für eine alleinlebende Person ausserhalb der teuersten Zentren: CHF 1’150 Wohnen inklusive Nebenkosten, CHF 380 Krankenkasse (nach Modellwahl, vor Prämienverbilligung), CHF 250 Steuern, CHF 450 Lebensmittel und Haushalt, CHF 120 Mobilität, CHF 150 Telefon, Internet, Serafe und Versicherungen.
Rechnerisch bleiben damit rund CHF 1’050. Davon gehen Kleidung, Freizeit und unregelmässige Ausgaben ab – übrig bleiben meist CHF 600 bis CHF 900. Das reicht für einen kleinen, aber regelmässigen Notgroschen, wenn er als Dauerauftrag am Zahltag läuft.
- Netto: rund CHF 3’550
- Miete nach Faustregel höchstens CHF 1’170 (33 % des Nettolohns)
- Krankenkasse: der Posten mit dem grössten Sparhebel
- Frei verfügbar nach Fixkosten: CHF 600–CHF 900
Die Miete entscheidet über den Rest
Die Drittel-Regel ergibt bei diesem Nettolohn eine Bruttomiete von höchstens CHF 1’170. In Zürich, Genf oder Zug ist das für eine eigene Wohnung kaum zu finden – eine WG, eine kleinere Wohnung am Stadtrand oder ein Arbeitsweg mit ÖV verändern das Budget stärker als jeder Spartipp beim Einkaufen.
Liegt die Miete darüber, wird jede andere Rubrik zur Restgrösse. Dann lohnt es sich, die Wohnsituation als Budgetentscheid zu behandeln und nicht als gegeben: Jede CHF 100 weniger Miete sind CHF 1’200 im Jahr.
Prämienverbilligung: bei diesem Einkommen oft berechtigt
Bei einem Bruttolohn in dieser Höhe besteht in vielen Kantonen Anspruch auf Prämienverbilligung – massgebend sind das steuerbare Einkommen und die kantonalen Grenzen, nicht der Bruttolohn. Wer den Anspruch nicht prüft, lässt je nach Kanton mehrere hundert bis über tausend Franken im Jahr liegen.
Der zweite Hebel ist das Versicherungsmodell: Hausarzt-, HMO- oder Telmed-Modelle sind bei identischen Grundleistungen deutlich günstiger. Die hohe Franchise lohnt sich dagegen nur, wenn die Differenz als Reserve auf einem Konto liegt – sonst wird ein Arztbesuch zum Budgetproblem.
- Anspruch auf Prämienverbilligung jedes Jahr prüfen
- Alternatives Modell (Hausarzt/HMO/Telmed) spart ohne Leistungsverlust
- Hohe Franchise nur mit Reserve in gleicher Höhe
Was bei diesem Lohn realistisch zu sparen ist
Fünf bis zehn Prozent des Nettolohns sind erreichbar, also rund CHF 180 bis CHF 360 im Monat. Das Ziel ist zuerst ein Notgroschen von drei Monatsausgaben, erst danach die Säule 3a. Wer Steuern und Krankenkasse nicht monatlich zurücklegt, verliert diese Reserve im Frühling wieder.
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Vom Richtwert zur Budgetposition
Ein Richtwert wird erst nützlich, wenn er zu einer Zeile im Budget wird – mit einem Betrag, der monatlich reserviert ist. Alles andere bleibt eine Information ohne Folge.
Bei unregelmässig anfallenden Posten gehört der Jahresbetrag durch zwölf geteilt und als Rückstellung geführt. Sonst sprengt er den Monat, in dem er auftritt.
