Das Musterbudget
Kurz: Aus CHF 3’000 brutto werden nach AHV/IV/EO, ALV, Unfallversicherung und Pensionskasse rund CHF 2’700 netto (je nach Alter und Plan CHF 2’620 bis CHF 2’740). Eine realistische Verteilung für eine alleinlebende Person: CHF 950 Wohnen (WG-Zimmer oder kleine Wohnung ausserhalb der Zentren), CHF 340 Krankenkasse vor Verbilligung, CHF 120 Steuern, CHF 420 Lebensmittel und Haushalt, CHF 90 Mobilität, CHF 130 Telefon, Internet, Serafe und Versicherungen.
Rechnerisch bleiben CHF 650. Davon gehen Kleidung, Freizeit, Zahnarzt und unregelmässige Ausgaben ab. Ein kleiner Notgroschen ist möglich, wenn er als fester Dauerauftrag am Zahltag läuft – auch CHF 50 pro Monat zählen.
| Posten | pro Monat |
|---|---|
| Nettolohn | CHF 2’700 |
| Wohnen inkl. Nebenkosten | CHF 950 |
| Krankenkasse (vor Verbilligung) | CHF 340 |
| Steuern (Rückstellung) | CHF 120 |
| Lebensmittel & Haushalt | CHF 420 |
| Mobilität | CHF 90 |
| Telefon, Internet, Versicherungen | CHF 130 |
| Bleibt für alles andere | CHF 650 |
Wohnen: der Posten, der alles entscheidet
Die Drittel-Regel ergibt eine Bruttomiete von höchstens CHF 890. Eine eigene Wohnung in dieser Preisklasse gibt es fast nur auf dem Land oder in kleineren Städten. Ein WG-Zimmer, eine Genossenschaftswohnung oder das Wohnen bei den Eltern verändern dieses Budget stärker als jede andere Massnahme.
Liegt die Miete darüber, wird jeder andere Posten zur Restgrösse. Dann ist es ehrlicher, die Wohnsituation als Budgetentscheid zu behandeln, statt beim Essen zu sparen.
Prämienverbilligung und weitere Entlastungen
Bei diesem Einkommen besteht in den meisten Kantonen Anspruch auf Prämienverbilligung. In manchen Kantonen wird sie automatisch ausgerichtet, in anderen muss sie beantragt werden – jedes Jahr prüfen lohnt sich. Je nach Kanton macht sie mehrere hundert bis über tausend Franken im Jahr aus.
Wer Kinder hat, alleinerziehend ist oder trotz Vollzeit nicht über die Runden kommt, sollte zusätzlich Stipendien, Alimentenbevorschussung oder eine kostenlose Budgetberatung prüfen. Das ist kein Scheitern, sondern Teil des Systems.
- Prämienverbilligung jedes Jahr prüfen oder beantragen
- Krankenkasse: Hausarzt-, HMO- oder Telmed-Modell
- Hohe Franchise nur mit Reserve in gleicher Höhe
- Kostenlose Budgetberatung bei Engpässen
Realistisch sparen
Fünf Prozent des Nettolohns sind ein guter Anfang, also rund CHF 140 pro Monat. Das Ziel ist zuerst ein Notgroschen von einer, später drei Monatsausgaben. Die Säule 3a lohnt sich erst, wenn diese Reserve steht – bei tiefem Einkommen ist die Steuerersparnis klein.
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Richtwert und eigene Lage
Ein Richtwert beschreibt den Durchschnitt, nicht deine Situation. Er ist brauchbar als Ausgangspunkt und wird erst durch den Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate aussagekräftig.
Wo dein Wert um mehr als zwanzig Prozent abweicht, gibt es dafür meist einen konkreten Grund – Wohnregion, Haushaltsgrösse oder eine Besonderheit deiner Lebenssituation. Diesen Grund zu kennen ist wertvoller als der Durchschnitt selbst.
