Das Musterbudget
Kurz: Aus CHF 10’000 brutto werden nach Sozialabzügen – bei diesem Lohn mit höherem Pensionskassenanteil – rund CHF 8’810 netto. Je nach Alter und Plan liegt er zwischen CHF 8’250 und CHF 9’020. Typische Verteilung für eine Einzelperson in einem Zentrum: CHF 2’500 Wohnen inklusive Nebenkosten, CHF 500 Krankenkasse, CHF 1’500 Steuern (stark wohnortabhängig), CHF 800 Lebensmittel und Haushalt, CHF 600 Mobilität, CHF 500 Versicherungen, Telefon und Abos.
Rechnerisch bleiben rund CHF 2’410 vor Freizeit, Ferien und Kleidung. Paare mit einem gemeinsamen Haushalt haben deutlich mehr Spielraum, Familien mit Kinderbetreuung weniger – die Kita allein kann einen vierstelligen Monatsbetrag ausmachen.
- Netto: rund CHF 8’810
- Steuern: je nach Kanton CHF 1’000 bis über CHF 2’000 pro Monat
- Miete nach Faustregel höchstens CHF 2’910
- Rechnerisch frei: CHF 2’000–CHF 3’000
Die Steuerrechnung braucht ein eigenes Konto
In dieser Einkommensklasse erreicht die Steuerrechnung eine Grösse, die aus dem laufenden Konto nicht mehr nebenbei bezahlt werden kann. Die Progression sorgt zudem dafür, dass sie nach jeder Lohnerhöhung überproportional steigt.
Bewährt hat sich ein Dauerauftrag am Zahltag auf ein separates Steuerkonto, etwa ein Zwölftel der erwarteten Jahressteuer. Die Akontorechnung sollte nach einer Lohnerhöhung angepasst werden – sonst folgt die Nachzahlung im Folgejahr, in manchen Kantonen mit Verzugszins.
Die Hebel, die erst ab diesem Einkommen richtig wirken
Die Säule 3a wirkt am Grenzsteuersatz – und der liegt hier deutlich höher als bei tieferen Einkommen. Der Maximalbetrag von CHF 7’258 (mit Pensionskasse) spart je nach Wohnort ein Viertel bis ein Drittel davon an Steuern.
Der zweite Hebel ist der Pensionskasseneinkauf: vollständig vom Einkommen abziehbar, aber drei Jahre für einen Kapitalbezug gesperrt. Er lohnt sich vor allem, wenn eine Lücke im Vorsorgeausweis ausgewiesen ist und das Geld langfristig nicht gebraucht wird.
Das Risiko auf der anderen Seite: Die AHV ist nach oben gedeckelt. Wer viel verdient, ersetzt im Alter einen kleineren Anteil des Lohns – die Vorsorgelücke wird mit steigendem Einkommen grösser, nicht kleiner.
- Säule 3a voll ausschöpfen: CHF 7’258 pro Jahr
- Pensionskasseneinkauf prüfen, wenn der Ausweis eine Lücke zeigt
- AHV gedeckelt: Vorsorgelücke wächst mit dem Lohn
Warum trotzdem oft wenig übrig bleibt
Lebensstandard-Inflation: Die grössere Wohnung nach der Beförderung, das Auto statt des Abos, Ferien eine Kategorie höher. Jede Entscheidung ist begründbar, zusammen halten sie die Sparquote konstant. Der wirksamste Gegenmechanismus ist unspektakulär: Bei jeder Lohnerhöhung einen festen Anteil automatisch auf ein Sparziel lenken, bevor er im Konto sichtbar wird.
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Was den Wert nach oben treibt
Bei fast allen Haushaltsposten sind es dieselben drei Faktoren: Wohnregion, Haushaltsgrösse und ob externe Dienstleistungen genutzt werden. Städtische Zentren liegen bei praktisch jedem Posten über dem Landesdurchschnitt.
Der vierte Faktor ist die Lebensphase: Ein Haushalt mit Jugendlichen liegt bei Lebensmitteln, Mobilität und Freizeit deutlich über einem mit Kleinkindern.
