Die vier Stufen vom Brutto zum Verfügbaren
Kurz: Zwischen dem Lohn im Vertrag und dem Geld, über das du wirklich frei entscheidest, liegen vier Stufen. Erstens die Sozialabzüge – AHV, IV, EO, ALV, Pensionskasse und Unfallversicherung – zusammen typischerweise 13 bis 15 Prozent, bei höheren Löhnen mit höherem Pensionskassenanteil auch mehr. Zweitens die Steuern, die je nach Wohnort und Familiensituation zwischen 8 und weit über 15 Prozent ausmachen. Drittens die Fixkosten, allen voran Miete und Krankenkasse. Und viertens das, was übrig bleibt.
Der entscheidende Punkt: Die ersten beiden Stufen sind nicht verhandelbar, die dritte teilweise, die vierte vollständig. Wer seinen Lohn erhöhen will, arbeitet an Stufe eins. Wer mehr zur Verfügung haben will, arbeitet fast immer erfolgreicher an Stufe drei.
- Sozialabzüge: rund 13–15 % vom Brutto, bei hohem PK-Anteil mehr
- Steuern: 8–15 % je nach Kanton, Gemeinde und Familiensituation
- Wohnen: 22–28 % – der grösste einzelne Posten
- Krankenkasse: 8–12 % – der zweitgrösste Fixposten
Warum derselbe Lohn zwei völlig verschiedene Leben finanziert
Zwei Personen mit identischem Bruttolohn können am Monatsende einen Unterschied von mehreren hundert Franken haben, ohne dass eine von beiden anders lebt. Die Ursachen sind strukturell: Der Steuerfuss unterscheidet sich zwischen den Gemeinden erheblich, die Krankenkassenprämie zwischen den Prämienregionen ebenfalls, und die Mieten liegen in Zürich und Genf auf einem anderen Niveau als in Jura oder Appenzell.
Deshalb ist ein Lohnvergleich zwischen Kantonen ohne Kostenvergleich irreführend. Ein höherer Lohn in einer teuren Region kann weniger verfügbares Einkommen bedeuten als ein tieferer Lohn in einer günstigen. Wer über einen Stellenwechsel mit Umzug nachdenkt, sollte beide Seiten rechnen, nicht nur die Lohnseite.
- Steuerfuss, Prämienregion und Mietniveau wirken zusammen
- Ein Lohnvergleich ohne Kostenvergleich führt regelmässig in die Irre
- Bei Stellenwechsel mit Umzug: beide Seiten rechnen
- Pendeln ist ein eigener Posten – und ein oft unterschätzter
Die Rechnung, die zehn Minuten dauert
Nimm deine letzte Lohnabrechnung und such die Zeile «Nettolohn». Das ist die erste ehrliche Zahl. Zieh davon deine Fixkosten ab: Miete inklusive Nebenkosten, Krankenkassenprämie, Versicherungen, Abos, und – der Posten, der am häufigsten fehlt – die Steuerrechnung geteilt durch zwölf.
Genau dieser letzte Punkt ist der Grund, warum so viele Budgets im Frühjahr kippen. Die Steuerrechnung kommt einmal im Jahr und wird im Monatsbudget nicht abgebildet. Wer sie nicht monatlich zurücklegt, hat elf gute Monate und einen schlechten.
Trag deinen Lohn und deine Fixkosten einmal in BudgetHub ein – dann siehst du deine eigene Zahl statt einer Faustregel, und du siehst sie jeden Monat. Kostenlos, ohne Bankverbindung.
- Start ist der Nettolohn auf der Abrechnung, nicht der Bruttolohn
- Fixkosten abziehen: Miete, Nebenkosten, Prämie, Versicherungen, Abos
- Steuerrechnung durch zwölf teilen und als Fixposten führen
- Was dann bleibt, ist die Zahl, mit der sich planen lässt
Was eine Lohnerhöhung wirklich bringt
Eine Bruttoerhöhung von CHF 500 pro Monat kommt nicht als CHF 500 an. Nach Sozialabzügen bleiben davon rund CHF 430, nach Steuern je nach Grenzsteuersatz zwischen CHF 300 und CHF 370. Das ist immer noch spürbar – aber es ist nicht der Betrag, mit dem die meisten rechnen, wenn sie in eine Lohnverhandlung gehen.
Und es ist nur die halbe Geschichte. Der zweite Teil ist, was mit dem Betrag passiert: Erhöht sich der Lebensstandard im gleichen Zug, ist die Erhöhung nach wenigen Monaten unsichtbar. Wer sie hingegen vor dem ersten Ausgeben auf ein Sparziel lenkt, merkt sie dauerhaft.
- CHF 500 brutto ≈ CHF 300–CHF 370 netto, je nach Grenzsteuersatz
- Der Grenzsteuersatz liegt über dem Durchschnittssatz – deshalb der Abstand
- Erhöhung vor dem ersten Ausgeben auf ein Sparziel lenken
- Sonst gleicht sich der Lebensstandard innert Monaten an
Die drei Zahlen, die auf jeder Lohnabrechnung stehen – und was sie bedeuten
Bruttolohn ist der vereinbarte Betrag vor allen Abzügen. Er ist die Zahl, über die verhandelt wird, und die einzige, die in Stelleninseraten und Lohnvergleichen auftaucht. Für die Haushaltsplanung ist er der am wenigsten nützliche der drei Werte.
Nettolohn ist der Betrag nach den Sozialabzügen – also nach AHV, IV, EO, Arbeitslosenversicherung, Pensionskasse und Nichtberufsunfallversicherung. Das ist der Betrag, der auf dem Konto eingeht, und der richtige Ausgangspunkt für jedes Budget. Wichtig: Die Steuern sind hier noch NICHT abgezogen, ausser bei Quellenbesteuerten.
Der Pensionskassenabzug verdient dabei besondere Aufmerksamkeit, weil er als einziger kein Verlust ist. Er wandert auf dein eigenes Alterskonto und erscheint später als Rente wieder. Wer ihn wie eine Steuer behandelt, unterschätzt sein Vermögen systematisch – und wer bei einem Stellenwechsel zwei Angebote vergleicht, sollte die Pensionskassenpläne mitvergleichen, nicht nur die Bruttolöhne.
- Brutto: Verhandlungsgrösse, für die Planung wenig nützlich
- Netto: Kontoeingang, richtiger Ausgangspunkt fürs Budget
- Steuern sind im Netto NICHT enthalten – ausser bei Quellensteuer
- Pensionskassenabzug ist kein Verlust, sondern eigenes Alterskapital
