Warum der Bezug keine Ausgabe ist
Kurz: Nach dem Bezug hast du dasselbe Geld wie vorher, nur in anderer Form. Erst der Kaffee, der Markteinkauf oder das Trinkgeld sind Ausgaben. Wer den Bezug als Ausgabe zählt und die Barzahlungen zusätzlich erfasst, zählt doppelt; wer nur den Bezug zählt, weiss nicht, wofür das Geld weg ist.
Bargeld ist in der Schweiz zwar seltener geworden, aber nicht verschwunden: Markt, Hofladen, Vereinsbeiträge, Trinkgeld, Taschengeld für Kinder. Gerade diese Posten fehlen in reinen Bank-Auswertungen.
Methode 1: Kassenkonto mit Einzelerfassung
Du führst ein Konto «Kasse». Jeder Bezug ist ein Übertrag vom Lohnkonto auf die Kasse, jede Barzahlung eine Ausgabe aus der Kasse mit Kategorie. Einmal pro Woche zählst du dein Portemonnaie und vergleichst es mit dem Kassensaldo. Das ist genau, braucht aber Disziplin – am besten erfasst du direkt nach dem Bezahlen am Handy.
Methode 2: Pauschale pro Bezug
Du ordnest jeden Bezug direkt einer Kategorie zu, in die das meiste Bargeld fliesst – etwa «Lebensmittel» für den Wochenmarkt oder «Freizeit» für den Ausgang. Das ist ungenau, aber praktikabel, wenn du wenig bar bezahlst. Wichtig ist, dass der Bezug dann NICHT zusätzlich als Umbuchung erscheint.
Methode 3: Bargeld als eigene Kategorie
Du führst «Bargeld ausgegeben» als eigene Kategorie und betrachtest sie als Black Box mit Budget. Steigt sie stark, weisst du, dass sich ein genauerer Blick lohnt. Diese Methode eignet sich für Haushalte, in denen Bargeld unter fünf Prozent der Ausgaben ausmacht.
- Viel Bargeld, genaue Zahlen nötig → Methode 1
- Bargeld überwiegend für einen Zweck → Methode 2
- Wenig Bargeld → Methode 3
Kinder, Taschengeld und Bargeld im Ausland
Taschengeld ist eine Ausgabe in der Kategorie Kinder, sobald du es übergibst – was das Kind damit kauft, gehört nicht mehr in dein Haushaltsbuch. Bargeld in Fremdwährung behandelst du wie einen Bezug: Der belastete Frankenbetrag inklusive Gebühr ist die Umbuchung, die Ausgaben in den Ferien ordnest du der Ferienkategorie zu.
Typische Bargeldposten in der Schweiz
Wer prüfen will, ob sich die genaue Erfassung lohnt, schaut zuerst auf die typischen Bargeldposten: Wochenmarkt und Hofladen, Trinkgeld in Restaurant und Taxi, Coiffeur in kleineren Geschäften, Vereinsbeiträge, Kollekte, Flohmarkt und Taschengeld. In ländlichen Regionen kommt oft noch der Getränkehandel dazu.
Notiere einen Monat lang jede Barzahlung. Danach weisst du, ob Bargeld bei dir ein relevanter Posten ist oder eine Randerscheinung. Viele stellen fest, dass zwei oder drei Kategorien den Grossteil ausmachen – dann genügt Methode 2 mit diesen Kategorien.
Im Haushaltsbuch vorbereitet
Im Haushaltsbuch für Excel gibt es den Kontotyp «Bargeld», und Regeln erkennen Bargeldbezüge (etwa «Bancomat» oder «Geldautomat») als Umbuchung. So zählt der Bezug nicht als Ausgabe, und du entscheidest, wie fein du bar erfasst. Einmalig CHF 49.
In der BudgetHub-App erfasst du Barzahlungen in Sekunden am Handy – direkt nach dem Bezahlen, wenn der Betrag noch im Kopf ist.
