Warum ein Konto nicht reicht
Kurz: Kaum ein Schweizer Haushalt hat nur ein Konto. Typisch sind Lohnkonto, Sparkonto, eine Kreditkarte, oft eine Neobank für Reisen und dazu Bargeld und TWINT. Wer nur das Lohnkonto auswertet, sieht die Kartenausgaben als eine Sammelbelastung und die Sparbeiträge als Ausgabe.
Bei Paaren kommen die Konten beider Personen und ein gemeinsames Konto dazu. Das Haushaltsbuch muss deshalb Konten kennen, nicht nur Buchungen.
Das Prinzip: Konten und Umbuchungen
Jede Buchung gehört zu einem Konto. Bewegt sich Geld zwischen zwei eigenen Konten, entstehen zwei Zeilen mit gleichem Datum und Gegenbetrag – das ist eine Umbuchung. Sie verändert dein Vermögen nicht und gehört weder zu den Einnahmen noch zu den Ausgaben.
Erkennen lassen sich Umbuchungen an genau diesem Muster: gleiches Datum, gleicher Betrag mit umgekehrtem Vorzeichen, anderes Konto. Typische Fälle sind Sparbeiträge, Kreditkartenabrechnungen, Bargeldbezüge, TWINT-Aufladungen und Aufladungen von Neobanken.
Kontostände als Kontrollinstrument
Mit Konten im Haushaltsbuch hast du für jedes Konto einen laufenden Saldo. Stimmt er am Monatsende mit dem E-Banking überein, ist der Import vollständig. Die Summe aller Salden ergibt dein liquides Vermögen – eine Zahl, die eine reine Ausgabenliste nie zeigt.
Paare: wem gehört welches Konto?
Ordne jedem Konto eine Person oder «gemeinsam» zu. So lassen sich gemeinsame Kosten fair aufteilen, und private Konten bleiben privat. Für den Ausgleich zählt, wer eine gemeinsame Ausgabe bezahlt hat – das ergibt sich direkt aus dem Konto der Buchung.
- Lohnkonto Person A → Person A
- Lohnkonto Person B → Person B
- Haushaltskonto → gemeinsam
- Kreditkarte → Inhaberin oder Inhaber
Vermögen statt nur Ausgaben
Mit allen Konten im Haushaltsbuch entsteht ein Bild, das eine Ausgabenliste nie liefert: dein liquides Vermögen und seine Entwicklung. Lohnkonto, Sparkonto, Bargeld und Neobank ergeben zusammen, was dir tatsächlich zur Verfügung steht; Säule 3a und Depot zeigen das langfristige Vermögen.
Diese Sicht verändert Entscheidungen. Ein Monat mit hohen Ausgaben ist halb so schlimm, wenn das Sparkonto gleichzeitig wächst; ein Monat mit tiefen Ausgaben ist kein Erfolg, wenn das Geld auf der Kreditkarte offensteht. Wer Konten führt, sieht beides.
Ein praktischer Nebeneffekt: Wer jedes Konto einzeln führt, merkt schnell, welche Konten eigentlich überflüssig sind. Ein altes Sparkonto ohne Zins oder eine zweite Kreditkarte mit Jahresgebühr fallen auf, sobald sie im Haushaltsbuch als eigene Zeile mit Kosten stehen.
Konten und Umbuchungen im Haushaltsbuch
Im Haushaltsbuch für Excel erfasst du Konten mit Typ (Privatkonto, Sparkonto, Kreditkarte, Bargeld, TWINT, Säule 3a, Depot, Kredit), Person und Anfangssaldo; das Blatt «Konten» zeigt den laufenden Saldo und den Abgleich. Beim Umzug in die App werden interne Umbuchungen automatisch gepaart. Einmalig CHF 49.
In der BudgetHub-App hat jedes Konto seinen eigenen Saldo; Überträge zwischen Konten zählen nicht als Ausgabe.
