Die Grundrechnung: Soll gegen Ist
Kurz: Ein Ausgleich braucht drei Zahlen pro Person – den Anteil nach Schlüssel (Soll), den tatsächlich bezahlten Betrag (Ist) und die Differenz. Ist die Differenz positiv, hat die Person zu viel bezahlt und bekommt Geld zurück; ist sie negativ, überweist sie. Die Summe aller Differenzen ist immer null.
Sara verdient netto CHF 3’900, Daniel CHF 5’100. Zusammen sind das CHF 9’000; Saras Anteil beträgt 43.3 Prozent.
| Sara | Daniel | |
|---|---|---|
| Nettolohn | CHF 3’900 | CHF 5’100 |
| Soll nach Einkommen | CHF 1’820 | CHF 2’380 |
| Tatsächlich bezahlt | CHF 1’900 | CHF 2’300 |
| Differenz | +CHF 80 | −CHF 80 |
Hälftig oder nach Einkommen?
Hälftig ist einfach und bei ähnlichen Löhnen fair. Bei ungleichen Löhnen belastet es die Person mit dem tieferen Einkommen stärker: Im Beispiel müsste Sara CHF 2’100 tragen, rund 54 Prozent ihres Lohns, Daniel nur 41 Prozent. Nach Einkommen trägt jede Person denselben Anteil ihres Lohns.
Keiner der beiden Schlüssel ist richtig oder falsch. Wichtig ist, dass ihr euch bewusst entscheidet und die Regel aufschreibt. Viele Paare wechseln den Schlüssel bei Lebensereignissen – Teilzeit nach der Geburt eines Kindes, Weiterbildung, Pensionierung.
Was gemeinsam ist und was nicht
Gemeinsam sind typischerweise Miete und Nebenkosten, Lebensmittel und Haushalt, Internet und Serafe, gemeinsame Ferien und, bei Familien, die Kinderkosten. Privat bleiben Kleider, Hobbys, Handyabo, persönliche Versicherungen und die eigene Krankenkasse – ausser ihr vereinbart etwas anderes.
Streit entsteht selten an den grossen Posten, sondern an Grenzfällen: das Abendessen mit Freunden, das neue Velo für den Arbeitsweg, das Geschenk an die Schwiegermutter. Eine kurze Liste der Grenzfälle erspart viele Diskussionen.
Sonderfälle: Kinder, Teilzeit, grosse Anschaffungen
Mit Kindern verschiebt sich die Rechnung: Kita, Krankenkasse und Kleider der Kinder sind gemeinsame Kosten, auch wenn sie über das Konto einer Person laufen. Reduziert ein Elternteil das Pensum, um die Kinder zu betreuen, sinkt sein Lohn – ein Schlüssel nach Einkommen fängt das automatisch auf, ein hälftiger nicht.
Grosse Anschaffungen wie ein Sofa oder ein Auto gehören in eine eigene Abmachung: Wem gehört der Gegenstand bei einer Trennung? Wer das vorab klärt und im Haushaltsbuch vermerkt, wer welchen Anteil bezahlt hat, erspart sich später die schwierigste Diskussion.
Die Formel in Excel
Mit einer Spalte «gemeinsam: ja/nein» und einer Spalte «bezahlt von» genügen zwei Formeln pro Person. Soll: =SUMMEWENNS(Betrag;Gemeinsam;"ja")*Netto_Sara/(Netto_Sara+Netto_Daniel). Ist: =SUMMEWENNS(Betrag;Gemeinsam;"ja";Person;"Sara"). Die Differenz ist Ist minus Soll.
Rechne pro Monat und zusätzlich für das ganze Jahr. Wer monatlich ausgleicht, hat kleine Beträge; wer nur jährlich abrechnet, sollte die laufende Differenz im Blick behalten, damit am Ende keine Überraschung von mehreren Tausend Franken entsteht.
Fertig gerechnet: Ausgleich im Haushaltsbuch
Das Haushaltsbuch für Excel hat ein eigenes Blatt «Ausgleich»: Personen und Verteilschlüssel einmal erfassen, jede Buchung als gemeinsam markieren und einer Person zuordnen – das Blatt zeigt Soll, Ist und Saldo je Person, Monat und Jahr. Die Summe der Salden ist immer null, das prüft die Datei selbst. Einmalig CHF 49, ohne Personenlimit, also auch für WGs.
In der BudgetHub-App teilt ihr einen gemeinsamen Haushalt mit getrennten Zugängen; beide sehen dieselben Zahlen, private Konten bleiben privat.
