Inventur der Fixkosten
Liste jede wiederkehrende Zahlung mit Betrag und Intervall. Erst die Übersicht zeigt, wo Potenzial liegt.
Verhandeln und wechseln
Krankenkasse, Telekom, Versicherungen und Strom lassen sich oft günstiger gestalten – durch Wechsel oder Modellwahl.
In BudgetHub erfasst du diesen Posten als wiederkehrende Buchung – dann taucht er in der Monatsvorschau auf, statt jedes Mal zu überraschen.
Konkrete Sparpotenziale pro Posten
Fixkosten sind der wirksamste Hebel, weil die Ersparnis jeden Monat wiederkehrt:
- Krankenkasse: Modell/Franchise prüfen, jährlich vergleichen
- Telekom: Kombi-Abos und günstigere Anbieter prüfen
- Versicherungen: Deckungen bündeln, Doppeltes streichen
- Strom: Tarif und Anbieter (wo möglich) wählen
- Wohnen: Nebenkostenabrechnung kontrollieren
Die Reihenfolge nach Wirkung
Sortiert nach Sparpotenzial pro aufgewendeter Stunde:
- Krankenkasse wechseln oder Modell anpassen – mehrere hundert Franken pro Jahr, Aufwand rund eine Stunde.
- Mietzinssenkung prüfen, wenn der Referenzzinssatz seit der letzten Anpassung gesunken ist.
- Versicherungen auf Doppelspurigkeiten prüfen – Hausrat, Haftpflicht und Rechtsschutz überschneiden sich häufig.
- Abos und Verträge: einmal jährlich alle wiederkehrenden Belastungen durchgehen.
- Handy und Internet neu verhandeln, meist mit einem Anruf beim Anbieter.
Der Jahresrhythmus
Krankenkasse im Oktober und November, Versicherungen meist auf Ende Versicherungsjahr mit drei Monaten Frist, Abos verteilt über das Jahr. Ein fixer Prüftermin im Oktober deckt die wichtigsten ab.
Die Mietzinssenkung folgt einem eigenen Rhythmus: Sie ist an den Referenzzinssatz gekoppelt, der quartalsweise publiziert wird, und muss vor dem nächsten Kündigungstermin verlangt werden.
Was nach der Senkung passieren muss
Der frei gewordene Betrag verschwindet sonst unbemerkt im Alltag – das ist Lifestyle-Inflation im Kleinformat. Wer die Differenz am Tag der ersten tieferen Abbuchung per Dauerauftrag umleitet, hat sie nie im Portemonnaie gespürt.
Aus einer einmaligen Handlung wird so dauerhaftes Vermögen. Ohne diesen Schritt bleibt von einer Senkung um CHF 80 im Monat nach einem Jahr nichts übrig.
Der Abgleich mit der Realität
Prüfe das Ergebnis an einem realen Fall aus den letzten zwölf Monaten. Eine Berechnung, die sich nicht an mindestens einer tatsächlichen Rechnung nachvollziehen lässt, beruht auf einer Annahme, die nicht zu dir passt.
Achte besonders auf die Posten, die nicht monatlich anfallen. Sie fehlen in der Monatsbetrachtung, aus der die meisten ihre Eingaben ableiten – und genau dort entstehen die grössten Abweichungen.
Die Reihenfolge nach Aufwand
Manche Senkungen brauchen ein Telefonat, andere einen Umzug. Sortiert nach Ertrag pro Stunde stehen Krankenkasse, Telekom und Versicherungen vorne – alle drei sind an einem Nachmittag erledigt.
Mietzinssenkung und Wohnungswechsel wirken stärker, brauchen aber Vorlauf und Fristen. Sie gehören geplant, nicht spontan angegangen.
Die Reihenfolge nach Betrag, nicht nach Aufwand
Fast alle beginnen bei den Abos, weil sie sich einfach kündigen lassen. Rechnerisch ist das die schlechteste Reihenfolge. Die Rangfolge nach Wirkung lautet: Wohnen (bei einem Drittel des Nettoeinkommens der grösste Posten überhaupt), Krankenkasse, Steuern, Mobilität – und erst danach Telekommunikation, Strom und Abos.
Konkrete Grössenordnungen pro Jahr: Kassenwechsel CHF 500 bis 1'200. Modellwechsel innerhalb derselben Kasse bis rund CHF 1'180 bei einer Referenzprämie von CHF 520. Handy- und Internetwechsel zusammen CHF 300 bis 600. Ein Streamingdienst CHF 180. Die ersten beiden Massnahmen kosten je eine Stunde und bringen mehr als alle Abokündigungen zusammen.
Der Posten, bei dem die meisten zu früh aufgeben
Die Miete gilt als unverhandelbar und ist es nicht. Bei einer Senkung des hypothekarischen Referenzzinssatzes besteht ein Anspruch auf Mietzinssenkung – aber nur auf Antrag, denn von selbst passiert nichts. Der Anspruch verjährt nicht, kann aber nur auf den nächsten Kündigungstermin geltend gemacht werden.
Bei einer Miete von CHF 1'800 macht ein Viertelprozentpunkt Referenzzins rund CHF 50 pro Monat aus, also CHF 600 im Jahr – für einen einzigen eingeschriebenen Brief. Das ist gemessen am Aufwand der wirksamste Schritt im ganzen Fixkostenblock.
