Methodik

Fixkosten systematisch optimieren

Kurz beantwortet: Fixkosten sind der wirksamste Sparhebel, weil eine einzige Handlung monatlich wirkt. Die drei grössten Posten sind Miete, Krankenkasse und Versicherungen – zusammen oft über CHF 2'500 im Monat. Ein Krankenkassenwechsel allein bringt je nach Kanton mehrere hundert Franken pro Jahr.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Dezember 2025Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Inventur der Fixkosten

Liste jede wiederkehrende Zahlung mit Betrag und Intervall. Erst die Übersicht zeigt, wo Potenzial liegt.

Verhandeln und wechseln

Krankenkasse, Telekom, Versicherungen und Strom lassen sich oft günstiger gestalten – durch Wechsel oder Modellwahl.

In BudgetHub erfasst du diesen Posten als wiederkehrende Buchung – dann taucht er in der Monatsvorschau auf, statt jedes Mal zu überraschen.

Konkrete Sparpotenziale pro Posten

Fixkosten sind der wirksamste Hebel, weil die Ersparnis jeden Monat wiederkehrt:

  • Krankenkasse: Modell/Franchise prüfen, jährlich vergleichen
  • Telekom: Kombi-Abos und günstigere Anbieter prüfen
  • Versicherungen: Deckungen bündeln, Doppeltes streichen
  • Strom: Tarif und Anbieter (wo möglich) wählen
  • Wohnen: Nebenkostenabrechnung kontrollieren

Die Reihenfolge nach Wirkung

Sortiert nach Sparpotenzial pro aufgewendeter Stunde:

  • Krankenkasse wechseln oder Modell anpassen – mehrere hundert Franken pro Jahr, Aufwand rund eine Stunde.
  • Mietzinssenkung prüfen, wenn der Referenzzinssatz seit der letzten Anpassung gesunken ist.
  • Versicherungen auf Doppelspurigkeiten prüfen – Hausrat, Haftpflicht und Rechtsschutz überschneiden sich häufig.
  • Abos und Verträge: einmal jährlich alle wiederkehrenden Belastungen durchgehen.
  • Handy und Internet neu verhandeln, meist mit einem Anruf beim Anbieter.

Der Jahresrhythmus

Krankenkasse im Oktober und November, Versicherungen meist auf Ende Versicherungsjahr mit drei Monaten Frist, Abos verteilt über das Jahr. Ein fixer Prüftermin im Oktober deckt die wichtigsten ab.

Die Mietzinssenkung folgt einem eigenen Rhythmus: Sie ist an den Referenzzinssatz gekoppelt, der quartalsweise publiziert wird, und muss vor dem nächsten Kündigungstermin verlangt werden.

Was nach der Senkung passieren muss

Der frei gewordene Betrag verschwindet sonst unbemerkt im Alltag – das ist Lifestyle-Inflation im Kleinformat. Wer die Differenz am Tag der ersten tieferen Abbuchung per Dauerauftrag umleitet, hat sie nie im Portemonnaie gespürt.

Aus einer einmaligen Handlung wird so dauerhaftes Vermögen. Ohne diesen Schritt bleibt von einer Senkung um CHF 80 im Monat nach einem Jahr nichts übrig.

Der Abgleich mit der Realität

Prüfe das Ergebnis an einem realen Fall aus den letzten zwölf Monaten. Eine Berechnung, die sich nicht an mindestens einer tatsächlichen Rechnung nachvollziehen lässt, beruht auf einer Annahme, die nicht zu dir passt.

Achte besonders auf die Posten, die nicht monatlich anfallen. Sie fehlen in der Monatsbetrachtung, aus der die meisten ihre Eingaben ableiten – und genau dort entstehen die grössten Abweichungen.

Die Reihenfolge nach Aufwand

Manche Senkungen brauchen ein Telefonat, andere einen Umzug. Sortiert nach Ertrag pro Stunde stehen Krankenkasse, Telekom und Versicherungen vorne – alle drei sind an einem Nachmittag erledigt.

Mietzinssenkung und Wohnungswechsel wirken stärker, brauchen aber Vorlauf und Fristen. Sie gehören geplant, nicht spontan angegangen.

Die Reihenfolge nach Betrag, nicht nach Aufwand

Fast alle beginnen bei den Abos, weil sie sich einfach kündigen lassen. Rechnerisch ist das die schlechteste Reihenfolge. Die Rangfolge nach Wirkung lautet: Wohnen (bei einem Drittel des Nettoeinkommens der grösste Posten überhaupt), Krankenkasse, Steuern, Mobilität – und erst danach Telekommunikation, Strom und Abos.

Konkrete Grössenordnungen pro Jahr: Kassenwechsel CHF 500 bis 1'200. Modellwechsel innerhalb derselben Kasse bis rund CHF 1'180 bei einer Referenzprämie von CHF 520. Handy- und Internetwechsel zusammen CHF 300 bis 600. Ein Streamingdienst CHF 180. Die ersten beiden Massnahmen kosten je eine Stunde und bringen mehr als alle Abokündigungen zusammen.

Der Posten, bei dem die meisten zu früh aufgeben

Die Miete gilt als unverhandelbar und ist es nicht. Bei einer Senkung des hypothekarischen Referenzzinssatzes besteht ein Anspruch auf Mietzinssenkung – aber nur auf Antrag, denn von selbst passiert nichts. Der Anspruch verjährt nicht, kann aber nur auf den nächsten Kündigungstermin geltend gemacht werden.

Bei einer Miete von CHF 1'800 macht ein Viertelprozentpunkt Referenzzins rund CHF 50 pro Monat aus, also CHF 600 im Jahr – für einen einzigen eingeschriebenen Brief. Das ist gemessen am Aufwand der wirksamste Schritt im ganzen Fixkostenblock.

Häufige Fragen

Welche Fixkosten lassen sich am einfachsten senken?+

Krankenkasse, Telekom und Versicherungen – hier bringt ein jährlicher Vergleich oft mehrere hundert Franken.

Welcher Fixkostenposten bringt am meisten?+

Die Krankenkasse – bei identischen gesetzlichen Leistungen unterscheiden sich die Prämien je nach Kanton um mehrere hundert bis über CHF 2'000 im Jahr.

Wie oft sollte ich Fixkosten überprüfen?+

Einmal jährlich, am besten im Herbst. Dann liegen die Krankenkassenprämien vor und die meisten Kündigungsfristen laufen aufs Jahresende.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Überprüfung?+

Im Oktober und November. Dann liegen die Krankenkassenprämien fürs Folgejahr vor, und die meisten Kündigungsfristen laufen auf Ende Jahr.

Wann prüfe ich welche Fixkosten?+

Krankenkasse im Oktober und November, Versicherungen drei Monate vor Ende Versicherungsjahr, Abos bei einem fixen Jahrestermin.

Warum weicht mein tatsächlicher Wert ab?+

Meist wegen vergessener Rückstellungen für Steuern, Zahnarzt oder Selbstbehalt. Sie fallen jährlich an und fehlen in der Monatsbetrachtung.

Wie oft soll ich nachrechnen?+

Einmal jährlich und nach jeder wesentlichen Veränderung – Umzug, Pensumsänderung, Familienzuwachs oder Lohnerhöhung.

Wo lohnt sich Fixkostenoptimierung am meisten?+

Nach Betrag, nicht nach Aufwand: Wohnen, Krankenkasse, Steuern, Mobilität – dann erst Telekom und Abos. Ein Kassen- oder Modellwechsel bringt pro Jahr mehr als sämtliche Abokündigungen zusammen und kostet eine Stunde.

Finde die Posten, die du vergessen hast

Der teuerste Fixkostenblock ist meist nicht der grösste, sondern der, an den niemand mehr denkt. Eine vollständige Liste bringt bei den meisten Haushalten dreistellige Beträge pro Jahr zum Vorschein.