Methodik

Budget-Kategorien richtig anlegen

Kurz beantwortet: Zwischen 10 und 15 Kategorien sind das Optimum. Weniger verdeckt, wo das Geld hingeht; mehr führt dazu, dass die Zuordnung zur Last wird und das Budget nach zwei Monaten liegen bleibt. Die wichtigste Trennung ist die zwischen Fixkosten, Rückstellungen und variablen Ausgaben.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Januar 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Fix, variabel, Sparen

Trenne mindestens diese drei Ebenen. Fixkosten sind planbar, variable Kosten steuerbar, Sparen ist dein Ziel.

Die 10-Kategorien-Regel

Für die meisten Haushalte reichen 8–12 Hauptkategorien. Unterkategorien nur dort, wo du wirklich steuern willst.

Leg das in BudgetHub als Sparziel mit Zieldatum an – der Monatsbetrag ergibt sich dann von selbst, statt vom Restbudget abzuhängen.

Nicht zu fein, nicht zu grob

Zu viele Kategorien machen das Erfassen mühsam, zu wenige verbergen Sparpotenzial. 8 bis 15 Kategorien sind ein guter Mittelweg.

Der häufigste Fehler

Eine Sammelkategorie «Diverses», in der am Ende ein Fünftel des Budgets landet. Sie entsteht, weil die Zuordnung im Moment der Ausgabe Aufwand macht – und sie zerstört genau die Information, für die man das Budget führt.

Wenn «Diverses» wächst, ist das ein Signal: Entweder fehlt eine Kategorie, oder eine bestehende ist zu eng definiert. Die Lösung ist nicht mehr Disziplin, sondern eine passendere Struktur.

Kategorien, die sich bewährt haben

Wohnen, Krankenkasse, Versicherungen, Abos, Mobilität, Lebensmittel, Haushalt, Kleider, Freizeit, Gesundheit, Rückstellungen, Sparen – zwölf, die den Grossteil abdecken.

Familien ergänzen Betreuung und Kinderaktivitäten, Wohneigentümer die Unterhaltsrückstellung, Selbstständige die geschäftlichen Posten. Mehr als fünfzehn wird selten gebraucht.

Wann eine Kategorie geteilt gehört

Wenn sie über zwanzig Prozent des Budgets ausmacht oder wenn du innerhalb steuern willst. «Freizeit» mit CHF 600 sagt wenig; «Restaurant» und «Hobby» getrennt zeigen, wo der Betrag entsteht.

Umgekehrt gehören Kategorien zusammengelegt, in denen unter CHF 30 im Monat anfallen. Sie erzeugen Zuordnungsaufwand ohne Erkenntnisgewinn.

Warum ein Rechner nur ein Ausgangspunkt ist

Jede Berechnung arbeitet mit Annahmen: konstante Beträge, konstante Sätze, ein durchschnittlicher Monat. Die Realität liefert schwankende Einkommen, Sonderausgaben und Jahre, die aus der Reihe fallen.

Das Ergebnis ist deshalb eine Grössenordnung, keine Prognose. Brauchbar wird es, wenn du es mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate vergleichst – erst dieser Abgleich zeigt, ob die Annahmen zu dir passen.

Kategorien für besondere Situationen

Selbstständige brauchen eine saubere Trennung zwischen geschäftlich und privat, Wohneigentümer eine Unterhaltsrückstellung, Familien eigene Zeilen für Betreuung und Schulkosten.

Diese Ergänzungen kommen zur Grundstruktur dazu, ersetzen sie aber nicht. Wer bei jeder Besonderheit die ganze Struktur umbaut, verliert die Vergleichbarkeit über die Jahre.

Der Test, ob eine Kategorie zu fein ist

Stell dir vor, du siehst am Monatsende den Betrag dieser Kategorie. Würdest du daraufhin etwas anders machen? Wenn nein, gehört sie mit einer anderen zusammengelegt. «Kaffee auswärts» ist selten eine Kategorie, «Essen auswärts» meistens schon – weil man beim einen nichts entscheidet und beim anderen schon.

Der umgekehrte Fehler ist ebenso häufig: eine Sammelkategorie «Diverses», die am Monatsende ein Viertel der Ausgaben enthält. Sobald ein Posten regelmässig auftaucht und mehr als etwa fünf Prozent des Budgets ausmacht, verdient er eine eigene Zeile.

Die Schweizer Kategorien, die in Vorlagen fehlen

Vier Posten fehlen in fast jeder internationalen Budgetvorlage und gehören hier zwingend als eigene Kategorien geführt: Krankenkassenprämie (pro Person, nicht pro Haushalt), Steuerrückstellung (weil sie nicht vom Lohn abgezogen wird), Serafe und die Säule 3a.

Dazu eine fünfte, die keine Ausgabe ist und trotzdem hingehört: die Rückstellungen für unregelmässige Rechnungen – Zahnarzt, Selbstbehalt, Autoservice, Ferien. Sie als eigene Kategorie zu führen ist der einzige Unterschied zwischen einem Budget, das im Frühling noch stimmt, und einem, das nicht mehr stimmt.

Häufige Fragen

Wie viele Budget-Kategorien sind sinnvoll?+

8 bis 15 – fein genug für Erkenntnisse, grob genug fürs einfache Erfassen.

Wie viele Budget-Kategorien sind sinnvoll?+

10 bis 15. Weniger verdeckt zu viel, mehr macht die Zuordnung zur Last – und ein Budget, das Aufwand macht, wird nicht durchgehalten.

Was tun, wenn «Diverses» zu gross wird?+

Es ist ein Signal für eine fehlende oder zu eng definierte Kategorie. Die grössten Posten aus «Diverses» herauslösen und eigenständig führen.

Soll ich Fixkosten und variable Kosten trennen?+

Unbedingt. Fixkosten sind kurzfristig nicht steuerbar, variable schon – sie in einer Liste zu vermischen verdeckt, wo überhaupt Handlungsspielraum besteht.

Wie gehe ich mit Bargeldbezügen um?+

Als eigene Kategorie führen oder pauschal einer Hauptkategorie zuordnen. Bargeldbezüge sind sonst der zweite blinde Fleck neben «Diverses».

Wie erkenne ich eine zu grobe Kategorie?+

Wenn eine einzelne Kategorie mehr als etwa CHF 500 im Monat aufnimmt, ohne dass du sagen kannst, wofür. Dann gehört sie aufgeteilt.

Wann soll ich eine Kategorie aufteilen?+

Wenn sie über zwanzig Prozent des Budgets ausmacht oder du innerhalb steuern willst. Unter CHF 30 monatlich lohnt eine eigene Kategorie nicht.

Wie genau ist das Ergebnis?+

Es ist eine Grössenordnung auf Basis konstanter Annahmen. Brauchbar wird es im Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate.

Was mache ich mit dem Ergebnis?+

Den errechneten Betrag als Dauerauftrag am Tag des Lohneingangs einrichten. Ein Ergebnis, das nicht in eine Handlung mündet, verändert nichts.

Wie viele Kategorien braucht ein Budget?+

Zehn bis fünfzehn reichen für die meisten Haushalte. Entscheidend ist nicht die Anzahl, sondern dass die Schweizer Sonderposten – Prämie, Steuerrückstellung, Serafe, Säule 3a – eigene Zeilen haben und dass keine Sammelkategorie mehr als etwa zehn Prozent des Budgets aufnimmt.

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