Verbrauch nach Haushalt
Richtwerte: Single rund 1600 kWh, Paar 2500 kWh, Familie (4) 4500 kWh pro Jahr. Elektroheizung oder Wärmepumpe erhöhen den Verbrauch deutlich.
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Wo der Strom tatsächlich hingeht
Anteile in einem typischen Haushalt ohne elektrische Heizung:
- Warmwasser: 15 bis 25 %, bei Elektroboiler deutlich mehr
- Kühlschrank und Gefrierer: 15 bis 20 %, weil sie durchgehend laufen
- Waschen und Trocknen: 10 bis 15 %, der Tumbler allein oft die Hälfte davon
- Kochen und Backen: rund 10 %
- Beleuchtung: heute meist unter 5 %
- Unterhaltung und Standby: 5 bis 10 %
Was messbar etwas bringt
Den Tumbler seltener nutzen, den Kühlschrank auf 5 statt 3 Grad stellen und alte Geräte ersetzen, wenn sie ohnehin am Ende sind. Ein Kühlschrank von vor 15 Jahren verbraucht häufig doppelt so viel wie ein neuer.
Weniger bringt: Standby-Jagd. Sie ist nicht falsch, aber sie betrifft einen kleinen Anteil und ersetzt keinen der grossen Hebel.
Vom Verbrauch zur Rechnung
Der Strompreis setzt sich aus Energiepreis, Netznutzung, Abgaben und Mehrwertsteuer zusammen. Die Netznutzung macht oft rund die Hälfte aus und unterscheidet sich je nach Netzgebiet erheblich – derselbe Verbrauch kostet in verschiedenen Gemeinden unterschiedlich viel.
Deshalb ist der Blick auf die eigene Rechnung aussagekräftiger als jeder Durchschnittswert: Dort steht der Preis pro Kilowattstunde, der für dich tatsächlich gilt.
Wo Ersatz sich rechnet
Bei Geräten, die durchgehend laufen – Kühlschrank und Gefrierer. Ein 15 Jahre altes Gerät verbraucht oft doppelt so viel wie ein aktuelles, und der Mehrverbrauch summiert sich über die Jahre auf mehr als den Neupreis.
Weniger lohnt der vorzeitige Ersatz bei selten genutzten Geräten. Dort überwiegt die Herstellungsenergie den Einsparungseffekt, und wirtschaftlich rechnet es sich ebenfalls nicht.
Was der Verbrauch über den Haushalt sagt
Ein deutlich über dem Richtwert liegender Verbrauch hat meist eine von drei Ursachen: elektrische Warmwasseraufbereitung, ein alter Gefrierer im Keller oder ein Tumbler, der täglich läuft.
Alle drei sind gut identifizierbar. Ein Messgerät für die Steckdose kostet wenig und zeigt innert einer Woche, welches Gerät den Ausschlag gibt.
Der Abgleich mit der Realität
Prüfe das Ergebnis an einem realen Fall aus den letzten zwölf Monaten. Eine Berechnung, die sich nicht an mindestens einer tatsächlichen Rechnung nachvollziehen lässt, beruht auf einer Annahme, die nicht zu dir passt.
Achte besonders auf die Posten, die nicht monatlich anfallen. Sie fehlen in der Monatsbetrachtung, aus der die meisten ihre Eingaben ableiten – und genau dort entstehen die grössten Abweichungen.
Richtwert und eigene Lage
Ein Richtwert beschreibt den Durchschnitt, nicht deine Situation. Er ist brauchbar als Ausgangspunkt und wird erst durch den Abgleich mit deinen tatsächlichen Zahlen der letzten zwölf Monate aussagekräftig.
Wo dein Wert um mehr als zwanzig Prozent abweicht, gibt es dafür meist einen konkreten Grund – Wohnregion, Haushaltsgrösse oder eine Besonderheit deiner Lebenssituation. Diesen Grund zu kennen ist wertvoller als der Durchschnitt selbst.
