Rechner

Prämienvergleich 2027: Franchise und Modell

Kurz beantwortet: Zwischen der teuersten und der günstigsten Kombination aus Franchise, Modell und Prämienregion liegen für Erwachsene rund CHF 3'000 pro Jahr. Der Rechner prüft alle sechs Franchisestufen und zeigt, welche für deine erwarteten Gesundheitskosten am günstigsten ist.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert August 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen
Prämienvergleich 2027: Franchise und Modell durchrechnen
Jahresprämie (aktuelle Franchise)CHF 6'240
Eigenbeteiligung bei diesen KostenCHF 390
Gesamtkosten pro Jahr und PersonCHF 6'630
Günstigste Franchise für dieses KostenniveauCHF 2'500
Ersparnis durch Wechsel der FranchiseCHF 500 / Jahr
Monatsprämie (aktuelle Wahl)CHF 520
Alle Franchisestufen im Vergleich
CHF 300 Franchise · deine aktuelleCHF 6'630 (+500)
CHF 500 FranchiseCHF 6'690 (+560)
CHF 1'000 FranchiseCHF 6'845 (+715)
CHF 1'500 FranchiseCHF 6'725 (+595)
CHF 2'000 FranchiseCHF 6'430 (+300)
CHF 2'500 Franchise · günstigsteCHF 6'130

Gerechnet mit einer Referenzprämie von CHF 520 pro Monat (Erwachsene, Standardmodell, Mindestfranchise, Prämienregion 1), skaliert über Prämienregion, Altersklasse und Modellrabatt. Selbstbehalt 10 % bis höchstens CHF 700 pro Jahr.

Wichtig: Das ist ein Marktmittel, keine Offerte. Zwischen der günstigsten und der teuersten Kasse derselben Region liegen oft mehr als CHF 1’000 pro Jahr – also mehr als jeder hier berechnete Franchise- oder Modelleffekt. Die verbindlichen Prämien deiner Gemeinde stehen auf der amtlichen Vergleichsseite des Bundes (priminfo.admin.ch). Dieser Rechner sagt dir, welche Franchise und welches Modell du dort suchen solltest.

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Warum die Faustregel im mittleren Bereich versagt

Die verbreitete Regel lautet: wenig krank, hohe Franchise. Sie stimmt an den Rändern und führt in der Mitte in die Irre. Der Grund liegt in der Verordnung: Der Prämienrabatt darf höchstens 70 % der übernommenen Mehrkosten betragen (KVV Art. 95), und die Kassen schöpfen diesen Rahmen bei den hohen Stufen weitgehend, bei den mittleren nicht. Zwischen rund CHF 1'200 und 2'000 erwarteten Jahreskosten liegt das Optimum deshalb regelmässig bei einer mittleren Stufe — genau dort, wo die meisten Haushalte sitzen.

Der Rechner schätzt nicht, sondern durchläuft alle sechs Stufen und vergleicht die Gesamtkosten aus Jahresprämie plus Eigenbeteiligung. Das ist die einzige Methode, die auch am Umschlagpunkt stimmt.

Der Modellwechsel ist oft der grössere Hebel

Ein Wechsel vom Standardmodell zu HMO bringt rund 19 % Rabatt, Hausarztmodelle rund 15 %, Telmed rund 13 %. Bei einer Referenzprämie von CHF 520 pro Monat sind das bis zu CHF 1'180 pro Jahr — mehr, als die meisten Franchiseanpassungen einbringen.

Der entscheidende praktische Unterschied: Der Modellwechsel läuft bei der bestehenden Kasse. Kein neuer Antrag, keine Aufnahmeprüfung für die Grundversicherung, keine Kündigung. Wer den Aufwand eines Kassenwechsels scheut, sollte zuerst hier ansetzen.

Die Prämienregion wird unterschätzt

Das BAG lässt pro Kanton bis zu drei Prämienregionen zu. Zwischen Region 1 und Region 3 desselben Kantons liegen häufig mehr als 10 % — bei einem Umzug innerhalb des Kantons kann die Prämie also spürbar sinken oder steigen, ohne dass sich sonst etwas ändert. Wer umzieht, sollte die Prämienregion der neuen Gemeinde vor der Wohnungszusage prüfen, nicht danach.

Was dieser Rechner nicht kann

Er liefert ein Marktmittel, keine Offerte. Zwischen der günstigsten und der teuersten Kasse derselben Region und desselben Modells liegen oft mehr als CHF 1'000 pro Jahr — mehr als jeder hier berechnete Franchise- oder Modelleffekt. Die verbindlichen Prämien deiner Gemeinde stehen auf der amtlichen Vergleichsseite des Bundes (priminfo.admin.ch) – dort ist jede Kasse mit ihrem echten Tarif aufgeführt.

Der Nutzen dieses Rechners liegt davor: Er sagt dir, mit welcher Franchise und welchem Modell du dort überhaupt suchen sollst. Diese Vorentscheidung reduziert eine unübersichtliche Liste auf eine handhabbare.

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Die Fristen der Saison

Kündigung der Grundversicherung: bis 30. November, und zwar muss die Kündigung beim alten Versicherer EINGEGANGEN sein, nicht abgeschickt. Franchise senken: ebenfalls bis 30. November. Franchise erhöhen: bei den meisten Kassen bis 31. Dezember. Diese Asymmetrie wird regelmässig verwechselt — wer sie vertauscht, verliert ein Jahr.

Vom Richtwert zur Budgetposition

Ein Richtwert wird erst nützlich, wenn er zu einer Zeile im Budget wird – mit einem Betrag, der monatlich reserviert ist. Alles andere bleibt eine Information ohne Folge.

Bei unregelmässig anfallenden Posten gehört der Jahresbetrag durch zwölf geteilt und als Rückstellung geführt. Sonst sprengt er den Monat, in dem er auftritt.

Häufige Fragen

Ab welchen Gesundheitskosten lohnt sich die tiefe Franchise?+

Als Orientierung: Bei erwarteten Jahreskosten oberhalb von rund CHF 1'700 bis 1'900 rechnet sich für Erwachsene meist die Mindestfranchise von CHF 300. Darunter gewinnt eine höhere Stufe. Der genaue Umschlagpunkt hängt von Prämienregion und Modell ab — deshalb rechnet das Werkzeug ihn für deine Kombination aus, statt eine pauschale Zahl zu nennen.

Kann ich Franchise und Kasse gleichzeitig wechseln?+

Ja. Beides läuft über dieselbe Frist zum Jahresende. In der Praxis ist die Reihenfolge wichtig: Zuerst entscheiden, welche Franchise und welches Modell du willst, dann die Kassen für genau diese Kombination vergleichen. Umgekehrt vergleichst du Äpfel mit Birnen.

Warum ist die Kinderprämie so viel tiefer?+

Das KVG kennt drei Altersklassen. Kinder bis 18 zahlen rund ein Viertel der Erwachsenenprämie, junge Erwachsene von 19 bis 25 rund drei Viertel. Der Sprung mit dem 19. Geburtstag ist der grösste im ganzen System und der häufigste Grund, warum ein Familienbudget unerwartet kippt — er lässt sich aber ein Jahr im Voraus einplanen.

Lohnt sich ein Kassenwechsel überhaupt, wenn die Leistungen gleich sind?+

Die Grundversicherung ist gesetzlich identisch — jede Kasse muss dieselben Leistungen übernehmen. Unterschiedlich sind Prämie, Servicequalität und Bearbeitungsdauer. Rein finanziell lohnt der Wechsel deshalb fast immer; wer auf schnelle Rückerstattung angewiesen ist, sollte den Preis gegen die Erfahrungen mit der Kasse abwägen.

Was passiert mit meiner Zusatzversicherung beim Wechsel?+

Nichts, solange du sie nicht separat kündigst. Grund- und Zusatzversicherung sind rechtlich getrennt und können bei verschiedenen Kassen liegen. Wichtig in der anderen Richtung: Kündige die Zusatzversicherung nie, bevor eine neue Kasse dich schriftlich aufgenommen hat — für Zusatzversicherungen besteht keine Aufnahmepflicht.

Gilt der Rabatt für alternative Modelle auch bei einem Notfall?+

Ja. In allen alternativen Modellen sind echte Notfälle vom Erstkontaktweg ausgenommen; du darfst direkt in die Notaufnahme. Eingeschränkt ist der planbare Weg zum Spezialisten, nicht die Notfallversorgung.

Wie mache ich aus einem Richtwert eine Budgetposition?+

Als eigene Zeile mit monatlich reserviertem Betrag. Bei unregelmässigen Posten den Jahresbetrag durch zwölf teilen.

Rechne durch, was der Wechsel bringt

Franchise, Modell und Region zusammen entscheiden über mehrere hundert Franken im Jahr. Der Rechner zeigt dir die Differenz für deine Situation.