Einstieg

Nebenjob im Studium: Ab wann Steuern und AHV fällig werden

Kurz beantwortet: Ab dem vollendeten 17. Altersjahr sind Erwerbseinkommen AHV-pflichtig, und ab 18 bekommst du eine eigene Steuererklärung – unabhängig davon, wie wenig du verdienst. Sie einzureichen lohnt sich auch bei kleinem Lohn: Ohne Erklärung wirst du nach Ermessen eingeschätzt, meist zu hoch.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert August 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

AHV, Steuern, Pensionskasse – drei verschiedene Schwellen

Sie werden oft verwechselt, greifen aber unabhängig voneinander. AHV-Beiträge fallen ab dem 1. Januar nach dem 17. Geburtstag auf jedem Erwerbseinkommen an. Die Steuerpflicht beginnt mit der Volljährigkeit. Für die Pensionskasse gilt eine eigene Eintrittsschwelle beim Jahreslohn.

Für dich praktisch heisst das: Auch ein kleiner Nebenjob erzeugt AHV-Beiträge – und das ist gut so, weil Beitragslücken später die Rente kürzen.

Warum sich die Steuererklärung auch bei tiefem Lohn lohnt

Weil sie fast immer zu deinen Gunsten ausfällt. Berufsauslagen wie Arbeitsweg und auswärtige Verpflegung summieren sich schnell auf mehrere tausend Franken und senken das steuerbare Einkommen entsprechend.

Und weil Nichtstun teuer ist: Ohne eingereichte Erklärung schätzt die Behörde – regelmässig zu hoch – und es kommen Mahngebühren dazu. Die Einschätzung wird nach Ablauf der Einsprachefrist verbindlich.

Was du geltend machen kannst

Die Posten, die bei Studierenden und Lernenden am häufigsten anfallen:

  • Arbeitsweg mit dem öffentlichen Verkehr zum effektiven Preis.
  • Auswärtige Verpflegung an Arbeitstagen.
  • Versicherungsprämien im Rahmen der kantonalen Abzüge.
  • Weiterbildungskosten, soweit sie nicht der Erstausbildung dienen.
  • Einzahlungen in die Säule 3a, falls du welche geleistet hast.

Wie viel das ausmacht

Ein Beispiel: Wer für den Arbeitsweg ein ÖV-Abo für CHF 800 im Jahr hat und an 100 Tagen auswärts isst, kommt schnell auf CHF 2'300 an Berufsauslagen. Bei einem steuerbaren Einkommen von CHF 25'000 verschiebt das die Rechnung spürbar.

Der Aufwand für die Erklärung liegt bei ein bis zwei Stunden, wenn die Belege beisammen sind. Das ist der beste Stundenlohn, den ein Nebenjob in diesem Jahr abwirft.

Der Punkt, der später zählt

Beitragslücken bei der AHV lassen sich nur fünf Jahre rückwirkend schliessen. Wer nach der Ausbildung eine Weltreise macht oder ein Jahr ohne Erwerbstätigkeit einlegt, sollte den Mindestbeitrag als Nichterwerbstätiger prüfen – sonst fehlt später ein Beitragsjahr, und das kürzt die Rente dauerhaft.

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Die erste Gewohnheit, die zählt

Ein kleiner fester Betrag pro Monat ist wertvoller als ein grosser gelegentlicher – nicht wegen des Betrags, sondern weil die Gewohnheit entsteht. Erhöhen lässt sie sich später bei jeder Lohnerhöhung.

Der zweite Punkt ist die Rückstellung für Steuern. Sie kommen in der Schweiz als separate Rechnung, nicht per Lohnabzug – wer das nicht einplant, hat im zweiten Berufsjahr ein Problem.

Krankenkasse selbst bestimmen

Ab der Volljährigkeit kannst du Kasse, Modell und Franchise selbst wählen. Für junge Gesunde ist die Höchstfranchise meist günstiger – aber nur mit einer Reserve für das maximale Eigenrisiko von CHF 3'200 pro Jahr.

Ebenfalls prüfenswert: die Unfalldeckung ausschliessen, sobald du mindestens acht Stunden pro Woche beim selben Arbeitgeber arbeitest. Dann bist du über ihn unfallversichert.

Was ein Betreibungsregistereintrag bedeutet

Er entsteht nach Mahnung und Betreibung und ist im Register einsehbar, wenn jemand einen Auszug verlangt. Vermieter und teilweise Arbeitgeber tun das regelmässig.

Die Wirkung hält Jahre an und erschwert Wohnungssuche und Stellenwechsel. Das ist der Hauptgrund, sich vor Fristablauf bei Gläubigern zu melden.

Häufige Fragen

Ab wann muss ich als Studentin AHV zahlen?+

Ab dem 1. Januar nach dem 17. Geburtstag auf jedem Erwerbseinkommen. Der Arbeitgeber zieht die Beiträge direkt vom Lohn ab.

Muss ich mit einem kleinen Nebenjob eine Steuererklärung einreichen?+

Ab der Volljährigkeit ja, unabhängig von der Höhe des Einkommens. Ohne Erklärung erfolgt eine Ermessenseinschätzung, die in der Regel höher ausfällt als die tatsächliche Steuer.

Was kann ich als Studierende abziehen?+

Berufsauslagen wie Arbeitsweg und auswärtige Verpflegung, Versicherungsprämien und allfällige Säule-3a-Einzahlungen. Kosten der Erstausbildung sind in der Regel nicht abziehbar.

Was passiert bei einer Lücke in den AHV-Beiträgen?+

Sie kürzt später die Rente. Lücken lassen sich nur fünf Jahre rückwirkend schliessen – wer eine erwerbsfreie Zeit plant, sollte den Mindestbeitrag als Nichterwerbstätiger prüfen.

Wie viel soll ich am Anfang sparen?+

Ein kleiner fester Betrag, der jeden Monat kommt. Die Gewohnheit zählt mehr als die Höhe – erhöhen lässt sie sich bei jeder Lohnerhöhung.

Welche Franchise für junge Erwachsene?+

Meist die höchste, weil die Gesundheitskosten statistisch tief sind – aber nur mit einer Reserve für das Eigenrisiko von bis zu CHF 3'200.

Was bewirkt ein Betreibungsregistereintrag?+

Er erschwert Wohnungssuche und teilweise Stellensuche über Jahre. Vermieter verlangen den Auszug regelmässig.

Leg die Steuerrechnung monatlich zurück

Die Steuerrechnung ist selten eine Überraschung – sie kommt nur selten zum passenden Zeitpunkt. Mit einer monatlichen Rückstellung im Budget verliert sie ihren Schrecken.