Ab wann ein eigenes Konto sinnvoll ist
Kurz: Mit dem ersten regelmässigen Geld – Taschengeld ab etwa 12, später Lehrlingslohn oder Nebenjob – wird ein eigenes Konto sinnvoll. Es ersetzt das Kässeli durch ein System, das Jugendliche später ohnehin brauchen: Lohneingang, Daueraufträge, Kartenzahlung und TWINT.
Rechtlich können Minderjährige ein Konto mit Zustimmung der Eltern eröffnen. Über ihren eigenen Arbeitserwerb dürfen sie selbst verfügen (Art. 323 ZGB) – deshalb ist ein eigenes Konto spätestens mit dem Lehrbeginn fast unumgänglich.
Die wichtigsten Kriterien
| Kriterium | warum es zählt |
|---|---|
| Keine Kontoführungsgebühr | bis Ausbildungsende oder 25 üblich |
| Debitkarte ohne Überziehung | Schulden sind technisch unmöglich |
| Elternzugriff bis 18 | Einblick und Limiten, ohne zu kontrollieren |
| TWINT und App | so bezahlen Jugendliche tatsächlich |
| Gratis Bargeldbezug | an eigenen Automaten, teils auch fremden |
| Übergang ab 18/25 | kein Kontowechsel, klare Gebühren danach |
Kreditkarten sind für Jugendliche ungeeignet; Prepaidkarten mit Ladefunktion sind eine Alternative für Online-Einkäufe oder Ferien.
- Gebührenfrei in der Ausbildung
- Debitkarte mit Limiten
- Später nahtlos zum Erwachsenenkonto
Taschengeld über das Konto lernen
Ein Konto ist dann ein Lernwerkzeug, wenn Jugendliche selbst Verantwortung tragen: Das Taschengeld kommt per Dauerauftrag, Handyabo oder Kleidergeld werden daraus bezahlt, und ein Teil fliesst automatisch auf ein Sparkonto. So entsteht das Budgetdenken, das später beim ersten Lohn zählt.
Wichtig ist der Gesprächsrahmen: Nicht jede Ausgabe kommentieren, sondern einmal im Monat gemeinsam auf den Kontoauszug schauen. Fehler mit 30 Franken sind billiger als Fehler mit 3'000.
Häufige Stolperfallen
TWINT, In-App-Käufe und Abos sind die häufigsten Gründe, warum das Jugendkonto schneller leer ist als geplant. Viele kleine Beträge fallen weniger auf als eine grosse Ausgabe. Hilfreich sind Push-Mitteilungen bei jeder Zahlung und ein monatlicher Blick auf die Kategorien – genau wie bei Erwachsenen.
Eine zweite Falle ist die Prepaid-Kreditkarte mit Gebühren: Laden, Fremdwährung und Bargeldbezug im Ausland können teuer werden. Für Ferien und Online-Shopping im Ausland lohnt sich ein Vergleich der Gebühren vorab.
Und drittens: Wer mit 18 einen Konsumkredit oder ein Leasing abschliesst, kann sich für Jahre binden. Ein Jugendkonto ohne Überziehung ist ein guter Start, aber das Gespräch über Schulden, Kreditkarten und Leasing gehört spätestens zur Volljährigkeit dazu.
Der Schritt zum ersten Lohn
Mit Lehrbeginn verändert sich die Lage: Es kommt Lohn, die Krankenkasse wird spürbar, vielleicht ein Kostgeld an die Eltern. Jetzt lohnt sich ein einfaches Budget mit drei Konten: Lohnkonto für den Alltag, Sparkonto für Reserven und ein Konto für grössere Ziele wie Fahrausweis oder Ferien.
Trag deine Zahlen einmal in BudgetHub ein – dann siehst du jeden Monat, was nach Fixkosten wirklich bleibt, und wo sich eine Änderung lohnt. Kostenlos, ohne Bankverbindung, Daten in der Schweiz.
