Kinder und Jugend

Jugendkonto Schweiz: ab wann und worauf achten

Kurz beantwortet: Ein Jugendkonto lässt sich bei den meisten Schweizer Banken ab 12 Jahren eröffnen, ist bis zum Ende der Ausbildung oder bis 25 meist gebührenfrei und kommt mit einer Debitkarte. Wichtiger als der Zins ist, dass die Karte keine Überziehung erlaubt, die Eltern anfangs Einblick haben und das Konto später ohne Wechsel zum Erwachsenenkonto wird.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert Oktober 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Ab wann ein eigenes Konto sinnvoll ist

Kurz: Mit dem ersten regelmässigen Geld – Taschengeld ab etwa 12, später Lehrlingslohn oder Nebenjob – wird ein eigenes Konto sinnvoll. Es ersetzt das Kässeli durch ein System, das Jugendliche später ohnehin brauchen: Lohneingang, Daueraufträge, Kartenzahlung und TWINT.

Rechtlich können Minderjährige ein Konto mit Zustimmung der Eltern eröffnen. Über ihren eigenen Arbeitserwerb dürfen sie selbst verfügen (Art. 323 ZGB) – deshalb ist ein eigenes Konto spätestens mit dem Lehrbeginn fast unumgänglich.

Die wichtigsten Kriterien

Kriteriumwarum es zählt
Keine Kontoführungsgebührbis Ausbildungsende oder 25 üblich
Debitkarte ohne ÜberziehungSchulden sind technisch unmöglich
Elternzugriff bis 18Einblick und Limiten, ohne zu kontrollieren
TWINT und Appso bezahlen Jugendliche tatsächlich
Gratis Bargeldbezugan eigenen Automaten, teils auch fremden
Übergang ab 18/25kein Kontowechsel, klare Gebühren danach

Kreditkarten sind für Jugendliche ungeeignet; Prepaidkarten mit Ladefunktion sind eine Alternative für Online-Einkäufe oder Ferien.

  • Gebührenfrei in der Ausbildung
  • Debitkarte mit Limiten
  • Später nahtlos zum Erwachsenenkonto

Taschengeld über das Konto lernen

Ein Konto ist dann ein Lernwerkzeug, wenn Jugendliche selbst Verantwortung tragen: Das Taschengeld kommt per Dauerauftrag, Handyabo oder Kleidergeld werden daraus bezahlt, und ein Teil fliesst automatisch auf ein Sparkonto. So entsteht das Budgetdenken, das später beim ersten Lohn zählt.

Wichtig ist der Gesprächsrahmen: Nicht jede Ausgabe kommentieren, sondern einmal im Monat gemeinsam auf den Kontoauszug schauen. Fehler mit 30 Franken sind billiger als Fehler mit 3'000.

Häufige Stolperfallen

TWINT, In-App-Käufe und Abos sind die häufigsten Gründe, warum das Jugendkonto schneller leer ist als geplant. Viele kleine Beträge fallen weniger auf als eine grosse Ausgabe. Hilfreich sind Push-Mitteilungen bei jeder Zahlung und ein monatlicher Blick auf die Kategorien – genau wie bei Erwachsenen.

Eine zweite Falle ist die Prepaid-Kreditkarte mit Gebühren: Laden, Fremdwährung und Bargeldbezug im Ausland können teuer werden. Für Ferien und Online-Shopping im Ausland lohnt sich ein Vergleich der Gebühren vorab.

Und drittens: Wer mit 18 einen Konsumkredit oder ein Leasing abschliesst, kann sich für Jahre binden. Ein Jugendkonto ohne Überziehung ist ein guter Start, aber das Gespräch über Schulden, Kreditkarten und Leasing gehört spätestens zur Volljährigkeit dazu.

Der Schritt zum ersten Lohn

Mit Lehrbeginn verändert sich die Lage: Es kommt Lohn, die Krankenkasse wird spürbar, vielleicht ein Kostgeld an die Eltern. Jetzt lohnt sich ein einfaches Budget mit drei Konten: Lohnkonto für den Alltag, Sparkonto für Reserven und ein Konto für grössere Ziele wie Fahrausweis oder Ferien.

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Häufige Fragen

Ab wie vielen Jahren kann man ein Jugendkonto eröffnen?+

Bei den meisten Banken ab 12 Jahren mit Zustimmung der Eltern; manche Banken bieten Kinderkonten schon ab Geburt.

Kostet ein Jugendkonto etwas?+

Meist nicht – bis zum Ende der Ausbildung oder bis 25 sind Kontoführung und Debitkarte in der Regel gebührenfrei.

Können Jugendliche ihr Konto überziehen?+

Bei Jugendkonten ist eine Überziehung normalerweise ausgeschlossen. Darauf sollte man bei der Wahl achten.

Dürfen Eltern auf das Konto zugreifen?+

Bis zur Volljährigkeit oft ja, je nach Bank mit Einblick oder Limiten. Den eigenen Lohn verwaltet ein Kind aber grundsätzlich selbst.

Brauchen Jugendliche eine Kreditkarte?+

Nein. Eine Debit- oder Prepaidkarte genügt und verhindert Schulden.

Was passiert mit dem Jugendkonto ab 18 oder 25?+

Es wird meist automatisch in ein Erwachsenenkonto umgewandelt. Prüfe dann die neuen Gebühren und wechsle, wenn sie zu hoch sind.

Gibt es Zinsen auf dem Jugendkonto?+

Viele Jugendkonten haben einen leicht höheren Vorzugszins als normale Privatkonten, oft auf einen Höchstbetrag begrenzt. Der Unterschied ist klein; Gebühren und Funktionen sind wichtiger.

Sollten Eltern das Taschengeld aufs Konto überweisen?+

Ab etwa 12 Jahren ja, per Dauerauftrag. So lernen Jugendliche, mit einem regelmässigen Betrag zu planen, statt jede Ausgabe einzeln zu verhandeln.

Kann ein Jugendkonto bei einer Neobank eröffnet werden?+

Einige Neobanken bieten Konten ab 12 oder 16 Jahren. Prüfe Einlagensicherung, Elternfunktionen und Gebühren nach dem Jugendalter.

Ein Budget, das die ganze Familie abbildet

Familienausgaben verteilen sich auf mehrere Personen und mehrere Konten. Genau dort entsteht der Überblick, den einzelne Kontoauszüge nicht geben.