Bald: Budget + Steuern in einer AppDein Steuerdossier – automatisch aus deinen BuchungenAlle Schweizer Fristen im Blick – ohne BankverknüpfungJetzt Vorschau ansehen und vormerken →
Lebensphasen

Alimente: Wie der Unterhalt berechnet wird und was bei Nichtzahlung passiert

Kurz beantwortet: Kinderunterhalt umfasst Barunterhalt und Betreuungsunterhalt – der zweite deckt ab, dass der betreuende Elternteil weniger verdienen kann. Zahlt der pflichtige Teil nicht, bevorschussen die meisten Kantone den Kinderunterhalt und übernehmen das Inkasso. Das ist der wichtigste Punkt dieser Seite.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert August 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Hauptseite zum Thema: Budget als Alleinerziehende – dort findest du den vollständigen Überblick.

Die zwei Bestandteile

Der Barunterhalt deckt die direkten Kosten des Kindes: Essen, Kleidung, Krankenkasse, Betreuung. Der Betreuungsunterhalt kompensiert, dass der betreuende Elternteil wegen der Kinderbetreuung nicht voll erwerbstätig sein kann – er fliesst rechtlich dem Kind zu, nicht dem Elternteil.

Die Grössenordnung: Für ein Kind im Schulalter liegen die Barunterhaltsbeiträge je nach Einkommen und Kanton häufig zwischen CHF 600 und 1'200 im Monat, der Betreuungsunterhalt kommt bei kleinen Kindern dazu.

Massgebend für die Höhe sind die Leistungsfähigkeit des pflichtigen Teils, der Bedarf des Kindes und das Betreuungsmodell. Die Kantone verwenden Richtlinien, aber die Berechnung ist immer eine Einzelfallbeurteilung.

Wenn nicht gezahlt wird

Das ist der Fall, in dem am meisten Geld liegen bleibt, weil viele nicht wissen, dass es ein Verfahren dafür gibt:

  • Alimentenbevorschussung: Die zuständige kantonale oder kommunale Stelle zahlt den Kinderunterhalt bis zu einem Höchstbetrag aus.
  • Inkassohilfe: Dieselbe Stelle treibt die Beträge beim pflichtigen Teil ein – du musst nicht selbst betreiben.
  • Beides ist kostenlos und setzt einen Rechtstitel voraus, also ein Urteil oder eine genehmigte Vereinbarung.
  • Wichtig: Die Bevorschussung deckt in der Regel nur den Kinder-, nicht den Ehegattenunterhalt.

Die steuerliche Seite

Unterhaltsbeiträge für minderjährige Kinder sind beim zahlenden Teil abziehbar und beim empfangenden Teil steuerbares Einkommen. Ab der Volljährigkeit des Kindes kehrt sich das um: Die Zahlungen sind dann nicht mehr abziehbar und beim Empfänger nicht mehr steuerbar.

Dieser Wechsel überrascht regelmässig beide Seiten und verändert das verfügbare Einkommen spürbar. Er gehört ins Budget, sobald das Kind 17 wird.

Wenn die eigene Zahlung nicht mehr tragbar ist

Eine Abänderung ist möglich, wenn sich die Verhältnisse wesentlich und dauerhaft verändert haben – etwa bei Stellenverlust. Sie muss aber beantragt werden; einfach weniger zu zahlen führt zu Betreibung und Schulden, die bestehen bleiben.

Budget- und Schuldenberatungsstellen beraten kostenlos und vertraulich, auch zu Trennungs- und Unterhaltsfragen. Eine Übersicht findest du unter Fachstellen.

In BudgetHub kannst du Fixkosten, Rückstellungen und Vorsorge getrennt führen – so bleibt sichtbar, was langfristig läuft und nicht nur, was diesen Monat übrig ist.

Der Posten, der als Erstes geopfert wird

Die Vorsorge. Säule 3a und Pensionskassenanbindung verschwinden bei knappem Budget zuerst, weil sie keine Mahnung schicken. Die Folgen zeigen sich erst Jahrzehnte später.

Ein kleiner regelmässiger Betrag ist besser als eine vollständige Unterbrechung. Und bei Kinderbetreuung lohnt die Prüfung der Erziehungsgutschriften – sie werden bei der Rentenberechnung angerechnet.

Rückstellungen tragen durch Übergänge

In Übergangsphasen fallen Kosten geballt an: Kaution, Umzug, Neuanschaffungen, doppelte Mietzinsen. Wer sie aus dem laufenden Monat deckt, greift zur Kreditkarte – und zahlt Zinsen für einen vorhersehbaren Vorgang.

Als Orientierung: Jede grössere Lebensveränderung kostet einmalig CHF 3'000 bis 9'000. Diese Grössenordnung als eigenes Sparziel zu führen ist die günstigste Absicherung.

Vorsorge bei Erwerbspausen

Das Pensionskassenguthaben bleibt bestehen und wird verzinst, aber es kommen keine Sparbeiträge dazu. Diese fehlenden Jahre sind der grösste Teil einer Vorsorgelücke.

Erziehungsgutschriften federn den AHV-Teil ab – für die Pensionskasse gibt es keinen entsprechenden Mechanismus.

Häufige Fragen

Was ist Betreuungsunterhalt?+

Der Teil des Kinderunterhalts, der ausgleicht, dass der betreuende Elternteil wegen der Kinderbetreuung nicht voll erwerbstätig sein kann. Er steht rechtlich dem Kind zu, nicht dem betreuenden Elternteil.

Was tun, wenn die Alimente nicht bezahlt werden?+

Bei der zuständigen kantonalen oder kommunalen Stelle Bevorschussung und Inkassohilfe beantragen. Beides ist kostenlos und setzt einen Rechtstitel voraus.

Sind Alimente steuerbar?+

Für minderjährige Kinder ja: abziehbar beim Zahlenden, steuerbar beim Empfangenden. Ab der Volljährigkeit des Kindes entfällt beides.

Kann der Unterhaltsbeitrag angepasst werden?+

Ja, bei wesentlicher und dauerhafter Veränderung der Verhältnisse. Die Anpassung muss beantragt werden – eigenmächtiges Kürzen führt zu Betreibung und bleibenden Schulden.

Was passiert mit der Vorsorge bei knappem Budget?+

Sie wird als Erstes gekürzt, weil sie keine Mahnung schickt. Ein kleiner regelmässiger Betrag ist besser als eine vollständige Unterbrechung.

Wie viel kostet eine grössere Lebensveränderung?+

Einmalig meist CHF 3'000 bis 9'000 für Kaution, Umzug und Neuanschaffungen – plus die Überschneidung bei Mietzins und Kaution.

Was passiert mit der Pensionskasse in einer Erwerbspause?+

Das Guthaben bleibt und wird verzinst, Sparbeiträge fallen weg. Diese Lücke federn Erziehungsgutschriften nicht ab.

Setz es direkt um

Erstelle dein Budget in BudgetHub – kostenlos, ohne Kreditkarte.