Reduziertes Einkommen abbilden
Bei Teilzeit sinkt auch die Pensionskassen-Einzahlung – das langfristig mitdenken.
Fixkosten anpassen
Prüfe, ob Fixkosten zum reduzierten Einkommen passen.
In BudgetHub bildest du unregelmässige Einnahmen als Bandbreite statt als Fixbetrag ab – so siehst du, welche Monate tragen und welche nicht.
Was Teilzeit fürs Budget bedeutet
Der Lohn sinkt proportional zum Pensum, die Fixkosten aber bleiben. Zusätzlich sinken die Pensionskassen-Leistungen wegen des Koordinationsabzugs überproportional. Rechne ein reduziertes Pensum vorher genau durch.
Der Koordinationsabzug als versteckte Kosten
Die Pensionskasse versichert nur den Lohnteil über dem Koordinationsabzug – und dieser Abzug ist ein fixer Betrag. Bei kleinem Pensum frisst er einen viel grösseren Anteil des Lohns weg als bei einem vollen.
Prüfenswert ist deshalb, ob die eigene Pensionskasse den Abzug anteilig zum Pensum kürzt. Immer mehr Kassen tun das, und der Unterschied ist über eine Erwerbsbiografie erheblich.
Ansprüche, die einen Antrag brauchen
Prämienverbilligung, Alimentenbevorschussung, kommunale Betreuungssubventionen und Ergänzungsleistungen werden nicht von Amtes wegen zugesprochen. Sie setzen alle eine aktive Anmeldung voraus.
Nach jeder Veränderung der Lebenssituation lohnt eine Neuprüfung: Trennung, Geburt, Pensumsreduktion, Umzug in einen anderen Kanton. Die Bemessungsgrundlage ändert sich dabei grundlegend.
Was sich bei jeder Veränderung neu stellt
Prämienverbilligung, Steuertarif und teilweise die Prämienregion – alle drei hängen an der Lebenssituation und ändern sich mit ihr. Nach Trennung, Geburt, Pensumsänderung oder Umzug lohnt eine Neuprüfung.
Keine dieser Änderungen erfolgt automatisch. Wer die Adressänderung nicht meldet, wird weiter nach der alten Prämienregion abgerechnet – bei einem Wechsel in eine günstigere Region zahlt man dann unnötig zu viel.
Die einmaligen Kosten realistisch ansetzen
Kaution, Umzug, Neuanschaffungen und die Überschneidung bei Mietzins und Kaution ergeben je nach Situation CHF 3'000 bis 9'000. Sie fallen geballt an, meist in einem Monat.
Als eigenes Sparziel geführt sind sie unauffällig finanzierbar. Aus dem laufenden Monat gedeckt landen sie auf der Kreditkarte.
Teilzeit bei mehreren Arbeitgebern
Liegt jeder Einzellohn unter der BVG-Eintrittsschwelle, besteht nirgends eine Pensionskassenpflicht – auch wenn die Summe darüber liegt. Das ist die häufigste unbemerkte Vorsorgelücke.
Eine freiwillige Versicherung bei der Auffangeinrichtung ist in diesem Fall möglich. Sie kostet Beiträge, schliesst aber eine Lücke, die sonst über Jahrzehnte wirkt.
Warum die Vorsorge stärker sinkt als der Lohn
Der Koordinationsabzug von rund 26’460 wird vom Jahreslohn abgezogen, bevor die Pensionskasse überhaupt rechnet. Bei einem Vollzeitlohn von CHF 80'000 sind also rund CHF 53'500 versichert. Wird das Pensum auf 50 Prozent reduziert, sinkt der Lohn auf CHF 40'000 – der versicherte Teil aber auf rund CHF 13'500.
Der Lohn halbiert sich, die Altersgutschriften sinken um rund drei Viertel. Das ist kein Rechenfehler, sondern die Funktionsweise des Koordinationsabzugs – und der Hauptgrund für die Vorsorgelücke bei Teilzeitarbeit, die überwiegend Frauen trifft.
Zwei Dinge helfen. Viele Pensionskassen kennen einen anteiligen Koordinationsabzug, wenden ihn aber teilweise nur auf Anfrage an; die Frage kostet nichts. Und wer unter die Eintrittsschwelle von 22’680 fällt, ist gar nicht mehr obligatorisch versichert – dann bleibt nur die Säule 3a als Ausbaumöglichkeit.
Mehrere Arbeitgeber: die Schwelle gilt pro Anstellung
Wer bei drei Arbeitgebern je CHF 15'000 verdient, kommt auf CHF 45'000 Jahreslohn – und ist in keiner der drei Anstellungen obligatorisch in der Pensionskasse, weil jede einzeln unter der Eintrittsschwelle von 22’680 bleibt.
Es gibt einen Ausweg, den kaum jemand kennt: die freiwillige Versicherung bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG, entweder für den Gesamtlohn oder für einzelne Anstellungen. Der Antrag muss aktiv gestellt werden; von selbst passiert nichts. Für Menschen mit mehreren Teilzeitpensen ist das oft der einzige Weg zu einer zweiten Säule überhaupt.
