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9 Min. Lektion

Was ein Kind wirklich kostet

Nach dieser Lektion
  • Du schätzt die direkten monatlichen Kosten eines Kindes nach Alter ab.
  • Du erklärst, warum Betreuung und reduziertes Pensum oft die grössten Kosten sind.
  • Du planst Rückstellungen für die typischen Einmalkosten von Kindern.

Die direkten Kosten

Für Ernährung, Kleidung, Krankenkasse, Hobbys, Schule und einen Teil der Wohnkosten rechnen Fachstellen in der Schweiz grob mit CHF 1’000 bis 1’500 pro Kind und Monat, je nach Alter und Region. Jugendliche kosten mehr als Kleinkinder, ein zweites Kind etwas weniger als das erste.

Diese Kosten sind gut planbar – wenn man sie aufschreibt, statt sie im Alltag verschwinden zu lassen.

Quelle: Richtwerte Budgetberatung Schweiz und BFS-Haushaltsbudgeterhebung

Die grössten Kosten sind unsichtbar

Der grösste finanzielle Effekt eines Kindes ist oft nicht der Einkauf, sondern die Betreuung: Eine Kita kostet ohne Subvention CHF 100 bis 150 pro Tag. Viele Familien reduzieren deshalb das Pensum eines Elternteils – mit weniger Lohn, weniger Pensionskasse und weniger AHV-Einkommen.

Über Jahre summiert sich das zu einem Vielfachen der direkten Kosten. Deshalb lohnt es sich, Betreuung und Pensum als finanzielle Entscheidung gemeinsam durchzurechnen.

Betreuung: zwei Varianten pro Monat
Kita 3 Tage/Woche ohne Subventionrund CHF 1’600
Pensum 100 % → 60 %, Lohn CHF 6’000− CHF 2’400 Lohn
Weniger PK-Gutschriften (Richtwert)− CHF 250
Die eigentliche FrageWas kostet welche Variante über 5–10 Jahre?

Kita-Tarife sind in vielen Gemeinden einkommensabhängig subventioniert. Rechne mit dem Tarif deiner Gemeinde.

Einmalkosten und Rückstellungen

Neben den laufenden Kosten kommen grössere Beträge in unregelmässigen Abständen: Kinderwagen und Erstausstattung, Velos, Skiausrüstung, Schullager, Zahnarzt und Zahnspange, Brillen, später Fahrausweis und Ausbildung. Wer dafür monatlich einen festen Betrag zurücklegt, muss diese Rechnungen nicht aus dem laufenden Budget stemmen.

  • Rückstellungskonto für Kinderkosten eröffnen
  • Zahnspange früh einplanen (oft CHF 5’000 bis 15’000)
  • Familienzulagen als feste Quelle für Kinderkosten nutzen

Das Familienbudget anpassen

Mit dem ersten Kind verändert sich fast jede Budgetzeile: Krankenkasse, Wohnen, Mobilität, Versicherungen. Ein guter Zeitpunkt für einen neuen Kassensturz ist die Schwangerschaft – dann bleibt Zeit, Wohnung, Pensum und Betreuung in Ruhe zu planen.

Kinderkrankenkasse vor der Geburt anmelden: Wer das Kind vorgeburtlich versichert, hat auch bei einer Erkrankung von Geburt an Zugang zu Zusatzversicherungen.

Kosten nach Lebensphase

Die Kosten verändern sich mit dem Alter. Im ersten Lebensjahr dominieren Erstausstattung und Betreuung. Im Kindergarten- und Primarschulalter kommen Hobbys, Lager und Freizeit dazu, die Betreuungskosten sinken mit Tagesstrukturen. Ab dem Teenageralter steigen Ernährung, Kleidung, Handy und Mobilität deutlich, und mit der Ausbildung kommen Schulmaterial, Laptop und Fahrkosten.

Wer diese Phasen kennt, kann früh vorsorgen: Die tiefere Phase im Primarschulalter ist der ideale Zeitpunkt, um Rückstellungen für das teurere Teenageralter und die Ausbildung aufzubauen.

Krankenkasse und Gesundheit

Kinder haben eine eigene Grundversicherung mit tieferer Prämie und eigener Franchiseskala; die Franchise beträgt null bis CHF 600. Viele Familien wählen für Kinder die Franchise null, weil Kinder häufiger zum Arzt gehen. Ab dem dritten Kind gewähren viele Kassen Familienrabatte.

Zahnbehandlungen sind von der Grundversicherung nicht gedeckt. Eine Zahnspange kann mehrere tausend Franken kosten. Eine Zahnzusatzversicherung lohnt sich nur, wenn sie früh abgeschlossen wird – meist vor dem Kindergartenalter, bevor eine Fehlstellung bekannt ist.

  • Kinderfranchise: 0 bis CHF 600
  • Familienrabatte ab dem dritten Kind prüfen
  • Zahnzusatz früh abschliessen, vor bekannter Fehlstellung

Ein Familienbudget mit zwei Kindern

Eine Familie mit zwei Kindern (4 und 9) und einem Nettoeinkommen von CHF 9’000 hat typischerweise rund CHF 2’300 für Wohnen, CHF 1’100 für Krankenkassen, CHF 1’300 für Lebensmittel und Haushalt, CHF 900 für Betreuung und Schule und CHF 600 für Mobilität. Dazu kommen Steuern, Versicherungen, Freizeit und Ferien. Mit Familienzulagen lassen sich davon etwa CHF 430 bis 500 pro Monat decken.

Die wichtigste Lehre aus solchen Budgets: Wer nicht monatlich für Ferien, Lager und Anschaffungen zurücklegt, erlebt jedes Jahr dieselben Engpässe im Sommer und vor Weihnachten.

Ausbildung früh einplanen

Mit der Ausbildung beginnt eine teure Phase, die viele unterschätzen. Eine Lehre ist für Eltern vergleichsweise günstig, weil es einen Lehrlingslohn gibt. Ein Studium dagegen kostet inklusive Wohnen, Lebenshaltung und Material schnell CHF 20’000 bis 30’000 pro Jahr, besonders wenn ein Wohnortwechsel nötig ist. Eltern sind bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung unterhaltspflichtig.

Wer früh einen monatlichen Betrag zurücklegt, verteilt diese Last über viele Jahre. Bereits CHF 150 pro Monat ab Geburt ergeben bis zum 19. Geburtstag über CHF 34’000, mit einer moderaten Rendite deutlich mehr. Stipendien und Ausbildungsbeiträge der Kantone hängen vom Einkommen der Eltern ab und decken meist nur einen Teil.

Das Wichtigste in Kürze
  • 1Direkte Kosten: grob CHF 1’000 bis 1’500 pro Kind und Monat, je nach Alter.
  • 2Betreuung und reduziertes Pensum sind oft die grössten, aber unsichtbaren Kosten.
  • 3Einmalkosten gehören in ein eigenes Rückstellungskonto.
  • 4Der beste Zeitpunkt für einen Familien-Kassensturz ist die Schwangerschaft.
Begriffe dieser Lektion
Rückstellung
Monatlich zurückgelegter Betrag für eine absehbare, unregelmässige Ausgabe.
Kita-Subvention
Einkommensabhängige Vergünstigung der Kinderbetreuung durch Gemeinde oder Kanton.

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Allgemeine Finanzbildung · keine individuelle Beratung · Stand: 2026-10-06