- Du unterscheidest fixe und variable Autokosten.
- Du berechnest Wertverlust und Kosten pro Kilometer deines Autos.
- Du planst eine Rückstellung für das nächste Auto.
Fixe und variable Kosten
Autokosten bestehen aus zwei Teilen. Die fixen Kosten laufen, auch wenn das Auto steht: Wertverlust, Zins auf das gebundene Kapital, Versicherung, Motorfahrzeugsteuer und Parkplatz. Die variablen Kosten hängen von der Fahrleistung ab: Treibstoff oder Strom, Service, Reifen und Reparaturen.
Der grösste Posten ist fast immer der Wertverlust – und genau der erscheint nie als Rechnung.
Ein Rechenbeispiel
Ein Mittelklassewagen für CHF 35’000, acht Jahre gefahren mit 12’000 Kilometern pro Jahr, kostet bei Weitem mehr als die Summe der Tankquittungen.
| Wertverlust (35’000 − 8’750) / 8 | CHF 3’281 |
| Kapitalzins 3 % | CHF 656 |
| Versicherung, Steuer, Parkplatz | CHF 2’800 |
| Treibstoff und Service | CHF 2’400 |
Das sind rund 0,76 Franken pro Kilometer. Dieselbe Rechnung wie im Autokosten-Rechner.
Pro Kilometer denken
Die Kosten pro Kilometer sinken mit der Fahrleistung, die Jahreskosten steigen aber. Ein Zweitauto, das wenig gefahren wird, ist pro Kilometer besonders teuer, weil es die vollen Fixkosten trägt. Wer Kosten pro Kilometer kennt, kann ehrlich vergleichen: Lohnt sich die Fahrt mit dem Auto oder wäre der Zug günstiger?
Rückstellung für das nächste Auto
Wer den monatlichen Wertverlust auf ein eigenes Konto legt, kauft das nächste Auto ohne Kredit oder Leasing. Zusätzlich gehört eine Rückstellung für Service, Reifen und Versicherung ins Budget, damit diese Jahresrechnungen nicht den Monat sprengen.
- Monatlich den Wertverlust zurücklegen
- Jahresrechnungen (Versicherung, Steuer) auf 12 Monate verteilen
- Rückstellung für Service und Reparaturen: CHF 50–100 pro Monat
Neuwagen, Occasion oder Elektroauto
Ein Neuwagen verliert in den ersten Jahren am meisten Wert, oft ein Drittel bis die Hälfte in drei bis vier Jahren. Eine gut erhaltene Occasion hat diesen grössten Wertverlust bereits hinter sich und ist darum pro Jahr meist günstiger. Dafür können Reparaturen häufiger anfallen.
Elektroautos sind in der Anschaffung oft teurer, haben aber tiefere Energie- und Servicekosten. Ob sich das rechnet, hängt stark von der Fahrleistung und der Lademöglichkeit zu Hause ab. Wer günstig zu Hause laden kann und viel fährt, profitiert am meisten. Die Motorfahrzeugsteuer für Elektroautos ist kantonal sehr unterschiedlich geregelt.
Typische Fehler beim Autobudget
Der häufigste Fehler ist, nur Benzin und Versicherung zu budgetieren. Der zweite, die Jahresrechnungen für Versicherung und Steuer nicht auf zwölf Monate zu verteilen. Der dritte, keine Rückstellung für Reparaturen zu bilden, sodass eine neue Kupplung oder ein Satz Reifen das Monatsbudget sprengt.
Dazu kommt die Unterschätzung der Parkkosten in der Stadt: Ein Parkplatz in der Tiefgarage kann CHF 150 bis 300 pro Monat kosten. Über acht Jahre ist das schnell so viel wie ein Viertel des Kaufpreises.
Geschäftliche Nutzung und Steuern
Wer das Privatauto für den Arbeitsweg nutzt, kann bei den Steuern Fahrkosten abziehen. Bei der direkten Bundessteuer ist dieser Abzug begrenzt, kantonal gelten eigene Obergrenzen. Steht ein Geschäftsauto zur Verfügung, wird ein Privatanteil als Einkommen versteuert.
Für die Budgetplanung zählt trotzdem die Vollkostenrechnung: Ein Steuerabzug senkt die Kosten nur um den Grenzsteuersatz, nicht um den ganzen Betrag. Ein Auto, das CHF 760 im Monat kostet, wird durch einen Abzug günstiger, aber nicht billig.
Wann sich ein Autowechsel lohnt
Viele wechseln das Auto zu früh, weil Reparaturen anstehen oder das Modell veraltet wirkt. Finanziell ist ein älteres, gut gewartetes Auto aber meist günstiger als ein neues, selbst wenn einmal eine grössere Reparatur ansteht: Eine Reparatur von CHF 2’000 entspricht oft nur wenigen Monaten Wertverlust eines neuen Wagens.
Ein Wechsel lohnt sich eher, wenn die Reparaturkosten pro Jahr dauerhaft über dem zu erwartenden Wertverlust eines Ersatzfahrzeugs liegen, wenn Sicherheitsmerkmale fehlen oder wenn sich der Bedarf geändert hat, etwa durch Kinder. Wer die Rückstellung für das nächste Auto konsequent äufnet, kann den Zeitpunkt frei wählen statt unter Druck.
Die Faustregel
Rechne grob mit einem Franken pro Kilometer für ein typisches Mittelklasseauto mit durchschnittlicher Fahrleistung, bei wenig Kilometern mit mehr. Wer diese Zahl kennt, entscheidet bewusster, ob eine Fahrt mit dem Auto, dem Zug oder dem Velo sinnvoll ist – und unterschätzt sein Auto nicht mehr um die Hälfte.
- 1Fixe Kosten laufen auch, wenn das Auto steht; der Wertverlust ist meist der grösste Posten.
- 2Ein Mittelklassewagen kostet oft CHF 761 pro Monat oder mehr.
- 3Kosten pro Kilometer machen Auto und ÖV vergleichbar.
- 4Den Wertverlust monatlich zurücklegen statt später zu finanzieren.
- Wertverlust
- Differenz zwischen Kaufpreis und Restwert, verteilt auf die Haltedauer.
- Kapitalzins
- Entgangener Ertrag auf das im Auto gebundene Geld.
Setze dieses Wissen direkt mit deinen echten Zahlen um.
Allgemeine Finanzbildung · keine individuelle Beratung · Stand: 2026-10-06
