Budgetieren

Inflation: Was sie für dein Budget bedeutet

Kurz beantwortet: Bei 1,5 Prozent Teuerung verliert Geld in zehn Jahren rund 14 Prozent an Kaufkraft – aus CHF 10'000 werden real etwa CHF 8'600 von heute. Für kurzfristige Reserven ist das kein Problem, für langfristig liegendes Kontogeld schon.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert November 2025Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Reale vs. nominale Kaufkraft

Bleibt dein Lohn gleich, während die Preise steigen, sinkt deine reale Kaufkraft. Schon 2% Inflation halbieren die Kaufkraft über rund 35 Jahre.

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Was Inflation fürs Sparen bedeutet

Bei 2 % Teuerung sinkt die Kaufkraft von CHF 10’000 über 10 Jahre auf rund CHF 8’200. Langfristiges Sparen sollte die Inflation berücksichtigen – der Notgroschen bleibt trotzdem liquide.

Die Schweizer Besonderheit

Der Landesindex der Konsumentenpreise misst einen durchschnittlichen Warenkorb – und Krankenkassenprämien sind darin nicht enthalten. Für viele Haushalte war aber genau die Prämie der spürbarste Kostentreiber der letzten Jahre.

Die persönlich empfundene Teuerung liegt deshalb oft deutlich über der offiziellen, besonders bei Haushalten mit hohem Wohn- und Gesundheitskostenanteil.

Die Zahl, die den Unterschied macht

Nicht der Kontostand, sondern der frei verfügbare Betrag nach Fixkosten und Rückstellungen. Er ist die einzige Grösse, über die du im Monat tatsächlich entscheidest – alles andere ist bereits vergeben.

Bei CHF 6'000 netto, CHF 2'400 Fixkosten und CHF 600 Rückstellungen sind das CHF 3'000. Wer stattdessen mit CHF 6'000 plant, plant mit Geld, das schon weg ist.

Der Unterschied zwischen Erfassen und Steuern

Eine rückblickende Auswertung erklärt den letzten Monat. Ein Budget entscheidet über den nächsten – der Unterschied liegt darin, ob ein Betrag pro Kategorie vor der Ausgabe sichtbar ist.

Praktisch heisst das: Der Blick ins Budget gehört vor den Einkauf, nicht danach. Alles andere ist Buchhaltung – nützlich für die Analyse, wirkungslos für die Steuerung.

Der Unterschied zwischen Sparen und Rückstellen

Rückstellungen sind aufgeschobener Konsum: Geld für Steuern, Ferien oder den Zahnarzt, das bereits vergeben ist. Sparen baut Vermögen auf. Beides in einen Topf zu werfen führt zu einer Sparquote, die im September wieder verschwindet.

Praktisch heisst das: getrennte Konten oder mindestens getrennte Kategorien. Wer beides mischt, kennt seinen tatsächlichen Vermögensaufbau nicht.

Was das für Lohnverhandlungen bedeutet

Ein Teuerungsausgleich ist nur geschuldet, wenn er vertraglich oder im Gesamtarbeitsvertrag vereinbart ist. Sonst ist er Verhandlungssache – und ein unveränderter Lohn bedeutet real sinkende Kaufkraft.

Über fünf Jahre bei 1,5 Prozent Teuerung entspricht ein gleichbleibender Lohn einem realen Rückgang von rund sieben Prozent. Das ist ein sachliches Argument, unabhängig von der Leistungsbeurteilung.

Häufige Fragen

Wie schütze ich mich vor Inflation?+

Langfristiges Vermögen breit anlegen statt nur auf dem Sparkonto halten.

Wie stark entwertet Inflation mein Erspartes?+

Bei 1,5 Prozent Teuerung rund 14 Prozent in zehn Jahren. Aus CHF 10'000 werden real etwa CHF 8'600 von heute.

Sind Krankenkassenprämien in der Teuerung enthalten?+

Nein, sie sind nicht Teil des Landesindex. Deshalb liegt die persönlich empfundene Teuerung oft über der offiziell ausgewiesenen.

Wie schütze ich mich vor Inflation?+

Kurzfristige Reserven bleiben auf dem Konto, dort zählt Verfügbarkeit. Bei einem Horizont über zehn Jahre wird die Frage nach real ertragsfähigen Anlagen relevant.

Steigen die Löhne mit der Teuerung?+

Nicht automatisch. Ein Teuerungsausgleich ist nur dort geschuldet, wo er im Vertrag oder Gesamtarbeitsvertrag vereinbart ist – sonst ist er Verhandlungssache.

Welche Zahl ist im Budget entscheidend?+

Der frei verfügbare Betrag nach Fixkosten und Rückstellungen – nicht der Kontostand. Nur über ihn entscheidest du im Monat tatsächlich.

Was unterscheidet Budgetieren vom Ausgaben-Tracking?+

Tracking erklärt den letzten Monat, ein Budget entscheidet über den nächsten. Entscheidend ist, dass ein Betrag pro Kategorie vor der Ausgabe sichtbar ist.

Zählen Rückstellungen zum Sparen?+

Nein. Geld für Steuern oder Ferien ist aufgeschobener Konsum, kein Vermögensaufbau – getrennt geführt bleibt die Sparquote aussagekräftig.

Habe ich Anspruch auf Teuerungsausgleich?+

Nur wenn er vertraglich oder im Gesamtarbeitsvertrag vereinbart ist. Sonst ist er Verhandlungssache.

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