Einstieg

Das erste eigene Auto: Warum der Kaufpreis der kleinere Teil ist

Kurz beantwortet: Ein günstiges Occasionsauto kostet im Betrieb oft mehr als ein teures – und die Versicherung ist bei Neulenkenden der grösste Posten. Realistisch liegen die Vollkosten für Fahranfängerinnen bei CHF 600 bis 1'000 im Monat, unabhängig davon, ob der Wagen CHF 3'000 oder CHF 15'000 gekostet hat.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert August 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Die Posten, die im Kaufpreis nicht stecken

Der Kaufpreis ist einmalig, alles andere kommt jeden Monat oder jedes Jahr:

  • Haftpflicht- und Kaskoversicherung – bei Neulenkenden mit deutlichem Zuschlag.
  • Motorfahrzeugsteuer, kantonal sehr unterschiedlich.
  • Treibstoff oder Strom, Service, Pneuwechsel und Reifen.
  • Motorfahrzeugkontrolle und die Reparaturen, die sie auslöst.
  • Parkplatz – in Städten schnell ein dreistelliger Monatsbetrag.
  • Wertverlust, der bei sehr alten Fahrzeugen klein ist, dafür steigt das Reparaturrisiko.

Warum billig gekauft teuer werden kann

Ein Auto für CHF 2'500 hat den Kaufpreis eines Occasionsvelos und das Reparaturrisiko eines Altfahrzeugs. Eine einzige nicht bestandene Motorfahrzeugkontrolle kann mehr kosten als das Fahrzeug wert ist – und dann steht die Entscheidung an, ob man in etwas investiert, das ohnehin am Ende ist.

Sinnvoller als die Frage «was kostet es in der Anschaffung» ist die Frage «was kostet es pro Monat über drei Jahre». Diese Rechnung fällt oft zugunsten eines etwas teureren, jüngeren Fahrzeugs aus.

Die Versicherung ist der Hebel

Bei Neulenkenden macht sie einen erheblichen Teil der Fixkosten aus. Was den Betrag beeinflusst:

  • Der Bonus-Malus-Einstieg – manche Versicherer bieten günstigere Einstufungen für Fahranfängerinnen.
  • Eine höhere Selbstbeteiligung senkt die Prämie, verlangt aber eine entsprechende Reserve.
  • Teilkasko statt Vollkasko bei älteren Fahrzeugen – ab einem gewissen Alter lohnt Vollkasko selten.
  • Als Zweitlenkerin auf der Police der Eltern zu fahren, ist möglich, muss aber korrekt deklariert sein – sonst drohen im Schadenfall Leistungskürzungen.

Die ehrliche Alternative

Rechne einmal die Vollkosten pro Monat aus und vergleiche sie mit ÖV-Abo plus gelegentlichem Carsharing oder Mietwagen. Für viele in Ausbildung oder mit städtischem Wohnort ist die Kombination günstiger – nicht immer, aber häufiger, als man erwartet.

Das ist kein Argument gegen das Auto. Es ist ein Argument dafür, die Entscheidung mit Zahlen zu treffen statt mit dem Kaufpreis im Kopf.

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Die erste Gewohnheit, die zählt

Ein kleiner fester Betrag pro Monat ist wertvoller als ein grosser gelegentlicher – nicht wegen des Betrags, sondern weil die Gewohnheit entsteht. Erhöhen lässt sie sich später bei jeder Lohnerhöhung.

Der zweite Punkt ist die Rückstellung für Steuern. Sie kommen in der Schweiz als separate Rechnung, nicht per Lohnabzug – wer das nicht einplant, hat im zweiten Berufsjahr ein Problem.

Krankenkasse selbst bestimmen

Ab der Volljährigkeit kannst du Kasse, Modell und Franchise selbst wählen. Für junge Gesunde ist die Höchstfranchise meist günstiger – aber nur mit einer Reserve für das maximale Eigenrisiko von CHF 3'200 pro Jahr.

Ebenfalls prüfenswert: die Unfalldeckung ausschliessen, sobald du mindestens acht Stunden pro Woche beim selben Arbeitgeber arbeitest. Dann bist du über ihn unfallversichert.

Der Start ins Berufsleben

Vom Bruttolohn gehen rund 13 bis 15 Prozent an Sozialabgaben weg. Die Steuern kommen separat und später – im zweiten Berufsjahr fällt die Rechnung regelmässig doppelt so hoch aus wie im ersten.

Wer vom ersten Lohn an ein Zwölftel der erwarteten Jahressteuer zurücklegt, umgeht das vollständig.

Häufige Fragen

Was kostet ein Auto für Fahranfänger pro Monat?+

Realistisch CHF 600 bis 1'000 inklusive Versicherung, Steuern, Treibstoff, Service und Wertverlust. Der Kaufpreis beeinflusst diesen Betrag weniger stark, als die meisten annehmen.

Warum ist die Versicherung für Neulenkende so teuer?+

Weil die Unfallhäufigkeit in den ersten Jahren statistisch höher ist. Ein günstigerer Einstieg im Bonus-Malus-System und eine höhere Selbstbeteiligung senken die Prämie spürbar.

Lohnt sich ein sehr günstiges Occasionsauto?+

Selten. Der tiefe Kaufpreis senkt die Fixkosten kaum, erhöht aber das Reparaturrisiko. Eine nicht bestandene Motorfahrzeugkontrolle kann teurer sein als der Fahrzeugwert.

Kann ich über die Police meiner Eltern fahren?+

Ja, als deklarierte Zweitlenkerin. Wichtig ist die korrekte Angabe – wer als Hauptlenker fährt, aber nicht so gemeldet ist, riskiert im Schadenfall Leistungskürzungen.

Wie viel soll ich am Anfang sparen?+

Ein kleiner fester Betrag, der jeden Monat kommt. Die Gewohnheit zählt mehr als die Höhe – erhöhen lässt sie sich bei jeder Lohnerhöhung.

Welche Franchise für junge Erwachsene?+

Meist die höchste, weil die Gesundheitskosten statistisch tief sind – aber nur mit einer Reserve für das Eigenrisiko von bis zu CHF 3'200.

Warum ist die Steuerrechnung im zweiten Berufsjahr höher?+

Weil sie auf dem Vorjahreseinkommen beruht. Im ersten Jahr war das noch tief, im zweiten kommt sie auf Basis des vollen Lohns.

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