Lebenssituation

Budget in der WG

Kurz beantwortet: In einer WG kostet ein Zimmer je nach Stadt CHF 550 bis 1'000 inklusive Nebenkosten. Der häufigste Konfliktpunkt ist nicht die Miete, sondern die gemeinsamen Ausgaben – Haushalt, Strom, Internet – und wer sie vorstreckt.

Von Leutrim MiftarajGründer von BudgetHub, MSc Innovation Management (FFHS)Aktualisiert August 2026Autor von «Identity Over Discipline»Methodik & Datenquellen

Gemeinsame Kasse

Ein gemeinsamer Topf für Miete, Strom und Haushalt schafft Klarheit.

Abrechnung transparent halten

Wer was zahlt, sollte für alle sichtbar sein.

In BudgetHub startest du mit einer Vorlage für diese Situation und passt sie an – schneller, als eine Tabelle von Grund auf zu bauen.

Faire Aufteilung in der WG

Trennt klar zwischen gemeinsamen Kosten (Miete, Strom, Internet, Putzmittel) und Privatem. Eine kleine gemeinsame Haushaltskasse für Wiederkehrendes vermeidet ständiges Abrechnen – grössere Posten teilt ihr transparent.

Was vorher geregelt sein sollte

Wer steht im Mietvertrag? Als Hauptmieterin haftest du für die ganze Miete, auch wenn ein Zimmer leer steht oder jemand nicht zahlt. Ein gemeinsamer Vertrag mit allen Namen verteilt die Haftung, macht aber jeden Wechsel aufwendiger.

Und die Kaution: Sie wird meist von einer Person gestellt und beim Auszug einer anderen strittig. Wer den Beitrag jeder Person schriftlich festhält, spart sich diese Diskussion Jahre später.

Warum Fixkosten nicht mitschrumpfen

Miete, Krankenkasse und Energie fallen pro Haushalt beziehungsweise pro Person an. Sie halbieren sich nicht, wenn ein Erwachsener wegfällt – nur die variablen Kosten skalieren.

Diese Asymmetrie erklärt, warum ein Budget, das zu zweit funktionierte, allein nicht mehr aufgeht. Es ist keine Frage der Disziplin, sondern der Struktur.

Wo es Unterstützung gibt

Budget- und Schuldenberatungsstellen beraten kostenlos und vertraulich, auch zu Trennungs-, Unterhalts- und Pflegefragen. Sie kennen Ansprüche, die von aussen nicht sichtbar sind.

Eine Übersicht findest du unter Fachstellen. Früh hinzugehen ist kein Eingeständnis, sondern der Schritt, der die Sache klein hält.

Alleinerziehend: die Ansprüche kennen

Prämienverbilligung, Alimentenbevorschussung, kommunale Betreuungssubventionen und der günstigere Steuertarif für Alleinstehende mit Kind. Alle setzen einen Antrag voraus.

Bei Nichtzahlung von Unterhalt bevorschussen die meisten Kantone und übernehmen das Inkasso – kostenlos, mit einem Rechtstitel als Voraussetzung.

Wenn jemand nicht zahlt

Gegenüber der Vermieterschaft haftet, wer im Mietvertrag steht – unabhängig von internen Absprachen. Bei einem gemeinsamen Vertrag haften alle solidarisch für die ganze Miete.

Intern lässt sich das über eine schriftliche Vereinbarung regeln, praktisch hilft aber vor allem ein Puffer in der gemeinsamen Kasse. Ein Monatsbeitrag Reserve überbrückt den häufigsten Fall.

Die häufigsten Streitpunkte im Voraus regeln

Wer zahlt bei einem Auszug die Miete für das leere Zimmer, wie wird die Kaution aufgeteilt, und wer haftet gegenüber der Vermieterschaft? Diese drei Fragen erzeugen die meisten Konflikte.

Eine schriftliche Vereinbarung unter den Mitbewohnenden hat keine Wirkung gegenüber der Vermieterschaft, regelt aber das Verhältnis untereinander – und das genügt für die meisten Streitfälle.

Solidarhaftung: Du haftest für die ganze Miete

Stehen alle Namen auf demselben Mietvertrag, haften alle solidarisch – die Vermieterin darf die gesamte Miete von einer einzigen Person einfordern. Zieht jemand aus, ohne dass der Vertrag angepasst wird, bleibt diese Person weiter haftbar, auch wenn sie längst woanders wohnt.

Daraus folgt zweierlei. Ein Auszug muss schriftlich im Vertrag nachvollzogen werden, nicht nur intern abgemacht. Und wer neu einzieht, sollte klären, ob er in den bestehenden Vertrag aufgenommen wird oder als Untermieter kommt – im zweiten Fall besteht kein direktes Verhältnis zur Vermieterin, aber auch kein Kündigungsschutz gegenüber der Hauptmieterin.

Beim Mietzinsdepot gilt: höchstens 3 Monatsmieten, auf einem Konto, das auf die Mieterinnen lautet. Bei Auszug einer Person wird deren Anteil nicht automatisch frei – die Auszahlung erfolgt erst bei Vertragsende oder mit Zustimmung aller Beteiligten.

Was pro Haushalt und was pro Person anfällt

Die Aufteilung wird oft falsch gemacht, weil nicht alles teilbar ist. Pro Haushalt fallen an: Serafe – eine Abgabe pro Wohnung, unabhängig von der Personenzahl –, Internet, Strom sowie Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung, sofern gemeinsam abgeschlossen. Pro Person: Krankenkasse, Handy, ÖV-Abo und je nach Regelung die Lebensmittel.

Die Serafe ist der häufigste Streitpunkt und zugleich der einfachste Fall: ein Betrag pro Wohnung, geteilt durch die Anzahl Personen. Wer sie einzeln bezahlt, zahlt zu viel – eine Anmeldung für den Haushalt genügt.

Beim Hausrat lohnt eine gemeinsame Police selten. Sie deckt zwar alles ab, aber im Schadenfall muss geklärt werden, wem was gehört, und bei jedem Auszug ist die Police neu zu ordnen. Einzelne Policen sind zusammen nur wenig teurer und deutlich unkomplizierter.

Häufige Fragen

Wie teilt man WG-Kosten fair?+

Gemeinsame Fixkosten gleichmässig (oder nach Zimmergrösse), Privates trennen – eine gemeinsame Kasse für Kleinkram hilft.

Was kostet ein WG-Zimmer in der Schweiz?+

Je nach Stadt CHF 550 bis 1'000 inklusive Nebenkosten. In Zürich und Genf liegt die Spanne höher als in mittelgrossen Städten.

Wer haftet für die Miete in einer WG?+

Wer im Mietvertrag steht. Als alleinige Hauptmieterin haftest du für die gesamte Miete – auch wenn Mitbewohnende nicht zahlen.

Wie teilen wir gemeinsame Ausgaben auf?+

Am einfachsten über eine gemeinsame Kasse mit fixem Monatsbeitrag pro Person statt über laufendes Vorstrecken und Abrechnen.

Was gehört in eine WG-Vereinbarung?+

Wer im Mietvertrag steht, wie die Kaution aufgeteilt ist, wie gemeinsame Ausgaben abgerechnet werden und welche Kündigungsfrist intern gilt.

Warum ist ein Einpersonenhaushalt überproportional teuer?+

Weil Fixkosten pro Haushalt anfallen und sich nicht teilen lassen. Nur variable Kosten wie Essen und Mobilität skalieren.

Wo bekomme ich Unterstützung?+

Bei den anerkannten Budget- und Schuldenberatungsstellen. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich – je früher, desto einfacher die Lösung.

Was tun, wenn Alimente nicht bezahlt werden?+

Bevorschussung und Inkassohilfe beim zuständigen kantonalen oder kommunalen Amt beantragen – kostenlos, mit Rechtstitel als Voraussetzung.

Hafte ich für die Miete meiner Mitbewohner?+

Wenn ihr alle auf demselben Mietvertrag steht: ja, solidarisch. Die Vermieterin darf die gesamte Miete von dir allein einfordern. Zieht jemand aus, muss das im Vertrag nachvollzogen werden – eine interne Abmachung schützt nicht.

Zahlt jede Person in der WG eine eigene Serafe-Gebühr?+

Nein. Die Abgabe fällt einmal pro Haushalt an, unabhängig von der Anzahl Personen, und wird intern geteilt. Wer sie mehrfach bezahlt, kann eine Korrektur verlangen.

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