Kurz beantwortet
Krankentaggeld kostet in der Schweiz grob CHF 100–400 pro Monat, der typische Richtwert (Median) liegt bei rund CHF 200 pro Monat. Prämie für Selbstständige und Personen ohne Deckung über den Arbeitgeber. Massgebend sind Alter, versichertes Einkommen und die gewählte Wartefrist. Angestellte sind meist über den Arbeitgeber gedeckt – lohnt sich zu prüfen, bevor man doppelt zahlt.
Einordnung ins Budget
Im Haushaltsbudget gehört dieser Posten in die Kategorie Versicherungen. Plane ihn als wiederkehrenden Fixposten ein, damit er nicht den Monat sprengt.
So sparst du
Wartefrist verlängern statt Deckung reduzieren: Wer 60 statt 30 Tage überbrücken kann, senkt die Prämie deutlich – setzt aber einen entsprechenden Notgroschen voraus. Mehr dazu im Notgroschen richtig bemessen. Erfasse diesen Posten in BudgetHub als eigene Kategorie und behalte ihn automatisch im Blick – kostenlos.
Krankentaggeld im Gesamtbudget
Bezogen auf einen Referenzhaushalt mit CHF 6'000 Nettobudget entspricht der Richtwert rund 3.3 % der monatlichen Ausgaben. Krankentaggeld ist damit ein kleiner Posten. Wer hier spart, gewinnt wenig – die grossen Hebel liegen bei Wohnen, Krankenkasse und Steuern. Der Lebenshaltungskosten-Rechner setzt diesen und alle übrigen Posten zu einem vollständigen Profil zusammen.
Die Zahl im Budget: Rechenweg statt Bauchgefühl
Der Richtwert von CHF 200 pro Monat ergibt CHF 2'400 pro Jahr. In einem Referenzhaushalt mit CHF 6'000 monatlichem Nettobudget entspricht das rund 3.3 % der gesamten Ausgaben. Die Bandbreite von CHF 100 bis CHF 400 bedeutet über ein Jahr eine Differenz von CHF 3'600 – so viel Spielraum hast du bei diesem einen Posten, wenn du ihn bewusst gestaltest.
Die Spannweite beträgt etwa das 4-Fache zwischen günstigster und teuerster Variante. Bei einem so grossen Faktor entscheidet nicht der Markt, sondern deine Wahl – Anbieter, Umfang und Zeitpunkt bestimmen den Preis stärker als alles andere. Das ist die gute Nachricht: Dieser Posten ist gestaltbar.
Was Krankentaggeld teuer oder günstig macht
Zwischen CHF 100 und CHF 400 liegt beim Posten Krankentaggeld der Faktor 4 — eine der grössten Spannweiten überhaupt. Wer hier den Durchschnitt einsetzt, rechnet fast sicher falsch. Drei Faktoren erklären den Unterschied:
Deckungsumfang statt Prämienhöhe: Zwei Offerten mit gleicher Prämie können völlig unterschiedliche Deckungen haben. Vergleichbar wird es erst bei identischer Versicherungssumme, gleichem Selbstbehalt und gleichen Zusatzbausteinen.
Selbstbehalt: Ein höherer Selbstbehalt senkt die Prämie spürbar – sinnvoll aber nur, wenn der Betrag im Notfall auch wirklich verfügbar ist.
Doppeldeckungen: Verbands-, Karten- und Arbeitgeberleistungen enthalten oft Deckungen, die man separat noch einmal bezahlt.
Wer diese drei Punkte für die eigene Situation durchgeht, grenzt Krankentaggeld meist auf wenige Dutzend Franken genau ein — deutlich präziser als der Median von CHF 200, der nur die Mitte aller Haushalte beschreibt.
So planst du den Posten konkret
Erfasse den Posten als wiederkehrende Buchung in der Kategorie Versicherungen. Wiederkehrende Buchungen erscheinen automatisch in der Monatsvorschau; damit siehst du schon am Anfang des Monats, was fix gebunden ist und was tatsächlich frei verfügbar bleibt.
Setze anschliessend ein Budget auf die Kategorie Versicherungen und prüfe nach zwei bis drei Monaten, ob der Richtwert für dich stimmt. Die eigenen Zahlen schlagen jeden Durchschnitt – dieser Artikel liefert nur den Startwert, deine Historie liefert die Wahrheit.
Bei einem monatlich wiederkehrenden Posten in der Kategorie Versicherungen wirkt jede Änderung zwölffach: CHF 20 weniger pro Monat sind CHF 240 im Jahr. Genau deshalb entstehen die meisten Einsparungen bei der jährlichen Kontrolle und nicht im Alltag.
Selbstcheck: Ist dein Betrag realistisch?
Bevor du diesen Posten als gesetzt betrachtest: Fünf Fragen zeigen, ob dein Betrag für Krankentaggeld zur Bandbreite CHF 100 bis CHF 400 passt — und ob eine Deckungslücke dahintersteckt.
1. Kennst du deine tatsächliche Zahl für Krankentaggeld? Nicht die geschätzte, sondern die aus den letzten drei Abrechnungen. Wer schätzt, liegt bei diesem Posten erfahrungsgemäss zu tief, weil einzelne Monate mit Sonderausgaben ausgeblendet werden.
2. Liegst du innerhalb der Bandbreite CHF 100–400? Deutlich darüber ist kein Fehler, verlangt aber eine bewusste Begründung – deutlich darunter kann auf eine Deckungs- oder Qualitätslücke hinweisen.
3. Steht Krankentaggeld als eigene Position im Budget? In der Kategorie Versicherungen geht der Posten sonst in einer Sammelposition unter – und ein Posten, der nur im Kopf existiert, konkurriert jeden Monat neu mit allem anderen.
4. Wann hast du zuletzt verglichen? Zwischen dem Median und dem unteren Rand liegen rund CHF 100 — das ist das Sparpotenzial eines einzigen Vergleichs. Liegt deiner über zwölf Monate zurück, ist er überfällig.
5. Was passiert bei einer Verdoppelung? Trägt dein Budget den oberen Rand von CHF 400 pro Monat? Wenn nicht, gehört genau hier ein Puffer hin – nicht irgendwo pauschal.
Häufige Fehler bei diesem Posten
Diese Fehler kosten in der Praxis am meisten Geld:
· Prämien vergleichen, ohne die Deckungssummen anzugleichen.
· Unterversicherung akzeptieren – im Schadenfall wird anteilig gekürzt.
· Den eigenen Wert mit dem Median von CHF 200 gleichsetzen: Die Mitte sagt, wo die Mehrheit liegt – nicht, wo du liegst. Bei einer Spannweite bis CHF 400 ist der Abstand zur eigenen Realität oft dreistellig.
